Mit Haselmaus Sophie die Artenvielfalt der Rekultivierung entdecken

Der Naturerlebnispfad Sophienhöhe lädt Groß und Klein dazu ein, die Rekultivierung als Lebensraum der Haselmaus Sophie und ihrer Freunde mit all seiner Artenvielfalt kennenzulernen. Entlang der verschiedenen Stationen wird ein Eindruck der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt vermittelt, sowie der Entstehungsprozess der Sophienhöhe erklärt und mit der Natur und Landschaft verknüpft und erlebbar gemacht.

Schon seit Jahrzehnten prägt der Braunkohlentagebau die Region der Niederrheinischen Bucht. Die Bagger werden irgendwann verschwinden, die rekultivierte Landschaft wird jedoch als Erbe und neue Heimat für die nächsten Generationen bleiben. Die Sophienhöhe, die aus der flachen Bördelandschaft als Berg herausragt und von überall weithin sichtbar ist, wird von der umliegenden Bevölkerung gerne als Naherholungsgebiet genutzt. Über die Rekultivierung und ökologische Bedeutung der Sophienhöhe wissen jedoch nur Wenige etwas.

Daher wurde im Sommer 2018 ein Naturerlebnispfad eröffnet, der den Naherholungssuchenden die Rekultivierung auf der Sophienhöhe mit ihren verschiedenen Lebensräumen und den Natur- und Artenschutzmaßnahmen näherbringt. Der Pfad wurde als sanfte ökologisch orientierte Naherholungsnutzung der Sophienhöhe geschaffen, der die natürliche Entwicklung des Raumes nicht zu stark beeinträchtigt und gleichzeitig den Menschen der Region die Möglichkeit gibt die Rekultivierung für sich zu entdecken.

Auf dem 3,8 Kilometer langen Weg gibt es 11 Stationen, die unter dem Leitthema „Von der Kohle zur Rekultivierung“ miteinander verbunden sind und sich insbesondere mit der biologischen Vielfalt und dem Artenschutz auf der Sophienhöhe befassen. Dabei werden entlang des Pfades nicht nur verschiedene interessante Tiere und Pflanzen vorgestellt, sondern auch die Maßnahmen, die zur Entstehung dieser Biodiversität in der Rekultivierung führen: Die Verwendung von unterschiedlichen Substraten wie Forstkies, Ton, Sand oder Findlingen aus dem Tagebau lassen vielfältige und besondere Biotope in der Rekultivierung entstehen. Artenschutzmaßnahmen wie umgesiedelte Ameisenhaufen, Hirschkäferburgen, Insektenhotels und Nistkästen und deren Bedeutung für die Entwicklung der Natur auf der Sophienhöhe werden erklärt und können durch z.B. einen begehbaren Haselmauskasten selbst entdeckt und nachvollzogen werden. Bei Spielen wie dem Waldbingo oder Baumrindenmemory wird durch genaues Beobachten der Blick auf die Vielfalt der Natur geschärft und beim Bau eines Waldtipis oder dem Auswerfen von speziellen Saatkugeln für eine Insektenblühwiese kann jeder noch kreativ den Pfad mitgestalten und die Natur in der Rekultivierung fördern.
Entlang des Naturerlebnispfades werden die Besucher von Maskottchen „Haselmaus Sophie“ begleitet, die den Weg anzeigt und die Entdecker mit Informationen in einer begleitenden Broschüre versorgt. An verschiedenen Stationen wird Wissen über die Lebensweise der Haselmaus vermittelt und auf den Schutz der niedlichen Tiere zum Erhalt der biologischen Vielfalt aufmerksam gemacht.

Der Naturerlebnispfad auf der Sophienhöhe wurde als Gemeinschafts-Projekt von der Forschungsstelle Rekultivierung, der Rekultivierungsabteilung der RWE Power AG sowie dem Tagebau Hambach umgesetzt. Das Konzept dazu ist Teil der Masterarbeit von Melanie Gutmann (RWTH Aachen), welche sich mit der Entwicklung von naturverträglichen und nachhaltigen Konzepten für die Nutzung von Bergbaufolgelandschaften beschäftigt. Parallel zum Naturerlebnispfad wurde in Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeitsabteilung der RWE Power AG das Entdeckerbuch „Mit Sophie durch das Jahr“ entwickelt, das sich speziell an Kinder im Grundschulalter richtet. Die Inhalte des Pfades werden dabei auf einer Entdeckungsreise durch die verschiedenen Jahreszeiten auf der Sophienhöhe spielerisch aufgriffen und thematisch abgebildet.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Sophienhöhe ist die Außen- und Innenkippe des Tagebaus Hambach. Durch die kontinuierlich über 40 Jahre betriebene forstliche Rekultivierung hat sich auf der Sophienhöhe ein großes zusammenhängendes und naturnahes Waldgebiet mit vielen Freiflächen sowie verschiedenen Sonderstrukturen entwickeln können. Gemäß dem Motto „Standortvielfalt schafft Artenvielfalt“ wurden kleinflächige Sonderbiotope gestaltet und miteinander vernetzt, um eine größere Landschafts- und Lebensraumvielfalt zu schaffen, die es in unserer heutigen Kulturlandschaft nur noch selten gibt. Zu den Sonderbiotopen zählen nährstoffarme Magerrasen und Sandflächen, Feuchtgebiete, Gewässer, Obstwiesen, Wildäcker, Steilkanten, Lösshügel, Steinhaufen u.v.m., die sich als Lebensraum vieler seltener und bedrohter Tier- und Pflanzenarten auszeichnen. Somit ermöglichen die verschiedenen Rekultivierungsmaßnahmen auf der Sophienhöhe gute Standortbedingungen für eine hohe biologische Vielfalt, die es einerseits von möglichst vielen Leuten zu entdecken und andererseits auch zu schützen und zu erhalten gilt.

Video:


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Dokumente

Broschüre Naturerlebnispfad Sophienhöhe

Entdeckerbuch ´Mit Sophie durch das Jahr´

Broschüre Artenvielfalt in der Rekultivierung

 

Besuchen Sie uns

RWE Power AG/Forschungsstelle Rekultivierung

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50126 Bergheim

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Tel.:+49 2271 75125025
info@forschungsstellerekultivierung.de
http://www.forschungsstellerekultivierung.de

 

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