Wussten Sie schon, dass die Zungen von Schnecken kleine Industriemaschinen sind?

Ein Forschungsteam des Centrums für Naturheilkunde der Universität Hamburg und des Zoologischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben die Raspelzunge von Landschnecken genauer unter die Lupe genommen und Erstaunliches herausgefunden.

Landschnecken wie die Gefleckte Weinbergschnecke (Cornu aspersum) verfügen über eine sogenannte Radula – ein komplexes Mundwerkzeug. Ihre Zunge ist mit 22.000 Zähnen besetzt, die die Nahrung klein raspeln und sie in den Schlund befördern. Wissenschaftler/innen aus Kiel und Hamburg haben die Radula genauer untersucht. Im Rahmen eines Experiments haben sie die Kraft der einzelnen Mini-Zähne auf die Nahrung gemessen.

 

Dazu hat das Forscherteam eine Paste aus Karottensaft und Mehl auf eine durchsichtige Acrylplatte aufgetragen, in die ein winziger Kraftsensor eingelassen war. Zusätzlich hat das Team die Bewegungen der Radula mit einer Kamera festgehalten. Über das Ergebnis staunten die Wissenschaftler/innen nicht schlecht:  Bei der Videoaufzeichnung wurde deutlich, dass die Schnecke gerade einmal 15 % ihrer Zungenzähnchen nutzt (ca. 3.300).

 

Und auch die Krafteinwirkung der einzelnen Zähne ist enorm: Mit einem Druck von 4.700 bar wirkt eine einzelne Zahnspitze auf die Nahrung ein. Das ist 470mal mehr Druck, als eine handelsübliche Espressomaschine erzeugt. Vergleichbar ist der Wert mit dem Druck eines industriellen Wasserstrahlschneiders, der Metall und Gestein bearbeitet!

 

Weitere Informationen und Video:

https://www.uni-hamburg.de/newsroom/forschung/2019/0725-raspelzunge-schnecke.html

Die Krafteinwirkungen einer Schneckenzunge auf die Nahrung ist vergleichbar mit der eines industriellen Wasserstrahlschneiders.

Die Krafteinwirkungen einer Schneckenzunge auf die Nahrung ist vergleichbar mit der eines industriellen Wasserstrahlschneiders.

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