Fachforum "Vielfältige Landschaften gemeinsam gestalten – Landwirte engagieren sich für Biodiversität"

Was Landwirte und Naturschützer gemeinsam für vielfältige Kulturlandschaften und die Biodiversität tun können, wurde am 23. Januar im Rahmen eines Fachforums des 13. Zukunftsforums Ländliche Entwicklung in Berlin diskutiert. Unter dem Titel „Vielfältige Landschaft gemeinsam gestalten – Landwirte engagieren sich für Biodiversität“ lernten mehr als 100 Teilnehmer/innen vorbildliche Praxisbeispiele kennen und diskutierten aktuelle Überlegungen, wie die Zusammenarbeit vor Ort ausgestaltet werden kann. Neben der UN-Dekade Geschäftsstelle waren das Bundesamt für Naturschutz (BfN), die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), die Umweltstiftung Michael Otto (UMO), die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft (DSK) und der Deutsche Bauernverband (DBV) beteiligt.

Die Auszeichnung zum Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt bot Moritz Franz-Gerstein von der Deutschen Wildtier Stiftung sowie den Landwirten Marion und Clemens Gerhardy die Möglichkeit, ihr vorbildliches Projekt „Feldhamsterland“ vorzustellen. Der landwirtschaftliche Betrieb und die Deutsche Wildtier Stiftung haben ökonomisch tragfähige Lösungen gefunden, Maßnahmen zum Schutz des vom Aussterben bedrohten Feldhamsters in die Bewirtschaftung ihrer Flächen zu integrieren.

 

Zwei weitere Projektbeispiele, „F.R.A.N.Z - Gemeinsam für mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft“ und „Stabilisierung der Population wertgebender Arten in der Zülpicher Börde“, arbeiten mit breiter angelegten Ansätzen zur Integration biodiversitätsfördernder Maßnahmen in die landwirtschaftliche Praxis. Das hessische AUBI-Projekt „Biotop- und Artenschutz in der Agrarlandschaft durch eine Gemeinschaft von Landwirtschaftsbetrieben“ im Landkreis Darmstadt-Dieburg machte deutlich, wie wichtig Kooperationsplattformen vor Ort sind, die betriebs- und fachübergreifende Ansätze stärken.

 

Den Impuls für die anschließende Podiumsdiskussion gab Prof. Dr. Claudia Dalbert, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, mit dem innovativen Ansatz des Bundeslandes für eine gemeinschaftliche lokale Umsetzung von Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen (AUKM) der 2. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). In der weiteren Diskussion machten Landwirte deutlich, dass mehr Naturschutz und biologische Vielfalt auf ihren Flächen dann funktioniere, wenn es sich als Betriebszweig für sie rechnet. Im Fokus der Diskussion stand das "Niederländische Modell" zur Umsetzung der AUKM. Die Regierung unseres Nachbarlandes hatte für diese GAP-Förderperiode beschlossen, dass Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen nur noch über gemeinsame Anträge in Anspruch genommen werden können. Diese Anträge werden von Zusammenschlüssen, so genannten Collectieven, gestellt. In der Diskussion erschien dieser gemeinschaftliche lokale Ansatz sowohl den Vertreter/innen aus Landwirtschaft als auch aus dem Naturschutz sinnvoll. Es wurde die Frage gestellt, warum ein solches wünschenswertes Programm nicht auch in Deutschland bestehe, wenn es beim europäischen Nachbarn Niederlande möglich ist.

 

Im Ergebnis hat die Fachtagung einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, konkrete Ansätze und regionale Strategien zur gemeinsamen Gestaltung vielfältiger Agrar- und Kulturlandschaften mit mehr Biodiversität zu erörtern und bekannter zu machen.

v.l.n.r.: Uwe Feiler, Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL, Prof. Dr. Claudia Dalbert, Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Sachsen-Anhalt, Eberhard Hartelt DBV, Andreas Krug, BfN | © Mária Klaudies (DBV)

v.l.n.r.: Uwe Feiler, Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL, Prof. Dr. Claudia Dalbert, Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Sachsen-Anhalt, Eberhard Hartelt DBV, Andreas Krug, BfN | © Mária Klaudies (DBV)

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