Die UN-Dekade Biologische Vielfalt zeichnet die „Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde“ aus

Die Beweidung mit robusten Rindern und Pferden trägt dazu bei, dass auf ehemaligen Rieselfeldern am Rande von Berlin eine ökologisch wertvolle und für Besucher attraktive Waldweidelandschaft entsteht.

Panketal, 22. August 2019 – Die „Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde“ wird als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Jörg Vogelsänger, brandenburgischer Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, und Regine Günther, Berliner Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz übergeben Urkunde und Vielfaltsbaum heute an Vertreter des Naturparks Barnim und der Berliner Forsten. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, welchen Beitrag eine nachhaltige Beweidung mit großen Weidetieren zur Entwicklung der Rieselfelder und des angrenzenden Hochwalds um Hobrechtsfelde im Norden Berlins hin zu einer ökologisch wertvollen halboffenen Waldweidelandschaft leisten kann.

Das Projekt begann 2014 als Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben des Fördervereins Naturpark Barnim und wird seit 2015 durch die Berliner Forsten in Kooperation mit dem Naturpark Barnim fortgeführt. Mit ihrem Fressverhalten tragen die Weidetiere dazu bei, unerwünschte Neophyten, wie die spätblühende Traubenkirsche, zurückzudrängen und Platz für heimische Baumarten, wie die Eiche, zu schaffen. Auf diese Weise unterstützen sie den Waldumbau hin zu einem naturnahen und artenreichen Laubmischwald.

Besucher können die großräumig eingezäunten Weiden betreten und die Tiere aus der Nähe beobachten. Als „natürliche Landschaftsgestalter“ kommen rund 40 Pferde und 160 Rinder zum Einsatz. Dabei setzt man ganz bewusst auf robuste Arten wie Uckermärker, Schottische Hochlandrinder, englische Parkrinder und Konik-Ponys.

Der Hobrechtswald gehört zu den größten Waldweideprojekten in Deutschland. Die früher typischen halboffenen Waldlandschaften sind im Zuge der Industrialisierung weitgehend verdrängt worden. Der Rückgang dieses für die biologische Vielfalt wichtigen Landschaftstyps hat dazu beigetragen, dass zahlreiche Arten der Halboffenlandschaft heute auf der Roten Listen stehen.

Mit dem Projekt „Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde“ wird dieser Landschaftstyp – auch als stadtnaher Erholungsraum – in unmittelbarer Nähe Berlins wiederbelebt. Naturschutz, Forstwirtschaft und Naherholung arbeiten eng zusammen und das mit Erfolg: So konnten allein 107 Brutvogelarten im Projektgebiet nachgewiesen werden. Darunter auch gefährdete Arten wie Braunkehlchen und Zwergdommel.

Weitere Informationen

zur Projektbeschreibung

Projektträger

<span style="line-height:150%">Naturpark Barnim
Hobrechtsfelder Dorfstraße 45</span><span style="line-height:150%">
16341 Panketal</span>

Ansprechpartner

<span style="line-height:150%">Frau Antonia Gerke</span><span style="line-height:150%">
Tel.: 0171 95134 35</span>

 

Koniks auf einer Waldweide bei Hobrechtsfelde | © Naturpark Barnim

Koniks auf einer Waldweide bei Hobrechtsfelde | © Naturpark Barnim

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