Wussten Sie schon, dass Gottesanbeterinnen Vögel zum Fressen gern haben?

Von wegen nur Insekten und Spinnen: Weitaus öfter als bisher angenommen finden sich auf dem Speiseplan von Gottesanbeterinnen auch kleine Vögel. 147 solcher Fälle in aller Welt haben Biologen nun aufgedeckt.

Die Gottesanbeterin tarnt sich als Blüte, welkes Blatt, Grashalm oder Ast, um nicht von ihrer Beute entdeckt zu werden. Sobald die Fangschrecke potenzielle Nahrung erspäht, schnellen ihre dornenbewehrten Fangbeine blitzschnell vor und greifen zu. Die Hauptnahrung der Gottesanbeterinnen besteht aus Insekten und Spinnen sowie gelegentlich Fröschen, Eidechsen und Schlangen. Doch auch Vögel gehören zu ihren Lieblingsspeisen, wie Zoologe Martin Nyffeler von der Universität Basel und seine Kollegen jetzt herausfanden: Ganze 147 solcher Fälle aus 13 Ländern wurden den Biologen im Rahmen ihrer Recherchen gemeldet. "Dass das Fressen von Vögeln bei Gottesanbeterinnen dermaßen weitverbreitet ist – geographisch und im Hinblick auf die Vielzahl der beteiligten Arten – ist eine spektakuläre Entdeckung", so Nyffeler.

 

70 Prozent der bekannten Fälle stammen dabei aus den USA. Dort sind Kolibris die häufigsten Opfer der Gottesanbeterinnen. Oft verstecken sich die Fangschrecken an nektarreichen Blüten oder an den Tränken für Kolibris, die in vielen Gärten aufgestellt sind. Diese mit Zuckerwasser gefüllten Trinkbehälter locken die Kolibris an und bringen sie damit direkt in Reichweite der lauernden Gottesanbeterinnen. Einer der Gründe für die Häufung von Vogelangriffen in US-Gärten sehen die Biologen darin, dass dort vor einigen Jahrzehnten mehrere große, nichtheimische Arten von Gottesanbeterinnen zur biologischen Schädlingsbekämpfung freigelassen wurden.

 

Ganze Meldung bei scinexx.de
(The Wilson Journal of Ornithology, 2017)

Bildunterschrift: Gottesanbeterinnen tarnen sich und warten fast regungslos auf ihre Beute.

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