Juradistl – Biologische Vielfalt im Oberpfälzer Jura

2. Weiterentwicklung:

AUSBAU DER KOOPERATIONEN 1. Ausweitung der Sammelaktionen „Juradistl-Streuobst-Sammlungen im gesamten Projektgebiet 2. Kooperationen im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung (Juradistl-Lamm u. -Weiderind) - Verstetigung der Kooperation mit dem Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz - Aktionen in der Kantine der Regierung der Oberpfalz - Kooperation mit Caterer in der Schulverpflegung in der Stadt Regensburg und bei Behörden-Kantinen 3. Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum Regensburg - Juradistl in der Ausbildung von Assistentinnen für Ernährung und Versorgung integriert - Aktionswochen, die die Themen Lamm, Weiderind und Streuobstprodukte mit Bezug zur biologischen Vielfalt behandeln 4. Aufbau einer neuen Produktlinie „Juradistl-Honig“ ab 2018 Zusammenarbeit mit Imkereien 5. Bewusstseinsbildung und ÖA (u.a.) - Workshop mit Albertus-Magnus-Gymnasium in Regensburg - Infoversammlung mit Kreisverband für Obst- und Gartenbau, Lkr Schwandorf - 1. Preisträger „Deutscher Landschaftspflegepreis 2017“ 6. Biodiversität und Landnutzung - Intensive Beratung von Landwirten bzgl. naturschutzfachlich optimierter Bewirtschaftung - Aufbau „Höfe der biologischen Vielfalt“ (150 Landwirte mit 900 ha extensivierten Flächen zum Schutz der Biodiversität) 7. Integrierter Ansatz: Einbindung anderer Projekte - Einbindung von anderen Naturschutzprojekten (z. B. LIFE-Projekt zur Großen Hufeisennase im Lauterachtal, Artenhilfsprogramm etc. - Einbindung der Naturschutzbehörden u. des Tourismus

Weiterentwicklung:

Neue Förderphase 2014 - 2020 Die Verlängerung der Förderphase bis 2020 wurde vom Bay. StMUV auf der Grundlage des neuen Rahmenkonzepts mit der ausdrücklichen Aussage „Herausragendes Projekt“ bewilligt. Ausbau der Kooperationen • mit Obst- und Gartenbauvereinen bei Sammelaktionen „Juradistl-Streuobst“ • mit Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz anlässlich JD-Aktionswochen in den Mensen an 6 Hochschulstandorten in Ostbayern (mit Präsentation von BioDiv-Inhalten). Biodiversität und Landnutzung Intensivierung der Beratung von Landwirten bzgl. naturschutzfachlich optimierter Bewirtschaftung mit folgenden Ergebnissen: 80 Landwirte mit 410 ha extensivierten Flächen (2014/15) zum Schutz der biologischen Vielfalt Schwerpunkt: Erhalt wertvoller Streuobstbestände Die neue Markenlinie JD-Streuobst hat sich sehr gut entwickelt. Obstsammlungen wurden in den Jahren 2013 - 2015 durchgeführt. Die Verkaufsmenge der Schorlen ist von 134.000 l auf 185.000 l in 2015 gestiegen. Der Anstieg im Absatz der Apfelschorle repräsentiert auch die Wirkung in der Öffentlichkeitsarbeit durch Juradistl. In den nächsten Jahren sind zahlreiche Aktionen im Bereich Streuobst geplant, u.a. eine systematische Kartierung von Streuobstbeständen (mit Artenausstattung) in 4 Projektlandkreisen und Umweltbildung. Weitere Vorhaben: - Aufbau von Höfen der Biologischen Vielfalt - Schwerpunkt nicht mehr nur auf Trockenbiotope - Stärker im Fokus auf Einzelarten - Stärkerer Fokus auf alte Rassen und Sorten

Ursprüngliche Bewerbung:

Im Jahr 2009 initiierten die Landschaftspflegeverbände Amberg-Sulzbach, Neumarkt i. d. OPf., Regensburg und Schwandorf gemeinsam mit der Regierung der Oberpfalz eines der größten bayerischen Naturschutzprojekte der vergangenen Jahre: „Juradistl – Biologische Vielfalt im Oberpfälzer Jura“. Ausgangspunkt war die zentrale Erkenntnis aus zuvor durchgeführten kleineren Naturschutzprojekten.

Natur hält sich nicht an Grenzen! Für den dringend notwendigen Verbund von Trocken- und Feuchtlebensräumen benötigte man einen auf den gesamten Naturraum "Mittlere Frankenalb" bezogenen Ansatz. Gleichzeitig wird damit die Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Bayern, die der Bayerische Ministerrat am 01. April 2008 beschlossen hat, umgesetzt.

Ziel ist es, gefährdete Tier- und Pflanzenarten im Oberpfälzer Jura zu schützen. Als herausragende Arten (Rote-Liste-Bayern und Deutschland) sind hier zu nennen:
• Kleine Wachsblume (Cerinthe minor)
• Frühlings-Küchenschelle (Pulsatilla vernalis)
• Schlankes Wollgras (Eriophorum gracile)
• Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum)
• Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Maculinea rebeli)
• Wachsblumen-Mauerbiene (Osmia cerinthidis).

Wesentliche Bestandteile sind der Aufbau eines Biotopverbundes, ein starkes Engagement in der Umweltbildung und die Partnerschaft mit Landwirten, Metzgern, Gastronomen und vielen anderen regionalen Akteuren.

Handlungsfelder
Grundlage der gemeinsam erarbeiteten Umsetzungsstrategie sind die im Folgenden vorgestellten Handlungsfelder:

Maßnahmen zum Schutz der Arten- und Sortenvielfalt
• Bildung von Ackerwildkrautreservaten
• Fokussierung auf typische und besondere Arten
• Ankauf von naturschutzfachlich geeigneten Flächen
• Umsetzungsbezogene Beratung von Landnutzern bzgl. der naturschutzfachlichen Zielsetzungen im Projektgebiet

Maßnahmen zum Schutz und zum Erhalt der Vielfalt von Lebensräumen und Biotopverbund
• Fortführung des Weidemanagements
• Aufbau Netzwerk „Artenreiches Grünland“
• Beratung und Aufbau von „Höfen der biologischen Vielfalt“
• Umsetzung von Landschaftspflegemaßnahmen

Flankierende Maßnahmen
• Stetige Optimierung des öffentlichen Auftritts (Internet, Printmedien, Aktionen, Events, usw.).
• Etablierung strategischer Allianzen zum Thema "Biodiversität" zwischen Landnutzern, Gastwirten, Metzgern, Keltereien, Verbrauchern, politisch Verantwortlichen zur Mobilisierung der Marktkräfte für die Erhaltung der biologischen Vielfalt
• Projektbezogene Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung.

Die Umsetzungsphase des neuen Rahmenkonzepts dauert von 2014 bis 2020. Die Finanzierung erfolgt über die Bay. Landschaftspflegerichtlinie (Bay. StMUG) und Eigenmittel der Träger (Landschaftspflegeverbände).

Die Naturschutzmarke „Juradistl“ (Lamm, Weiderind, Streuobst)
Ein wesentliches Element im Aufbau des Biotopverbundes ist die Entwicklung der regionalen Naturschutzmarke „Juradistl“. Der Grundgedanke dabei ist ein nutzungsorientierter Ansatz in der Naturschutzarbeit. Da der Biotopverbund – mit der dazugehörigen reichen Artenausstattung – in hohem Maße von extensiven Bewirtschaftungsformen abhängt, müssen die dabei erzeugten Produkte mit Aufpreis und besonderem Image am Markt positioniert werden.

Gestartet wurde im Jahr 2004 mit der Vermarktung von Lammfleisch unter dem Namen Juradistl-Lamm. Im September 2011 wurde die Vermarktung mit dem Juradistl-Weiderind auf Weiderinder ausgeweitet. Drittes Produkt in der Markenfamilie Juradistl ist seit 2013 die Juradistl-Apfelschorle in Zusammenarbeit mit einer Kelterei mit dem Ziel, naturschutzfachlich wertvolle Streuobstbestände zu erhalten.

Ausblick
Umsetzung der Ziele des neuen Rahmenkonzepts Förderperiode von 2014 - 2020

Innovation:
Das Projekt geht über den administrativen Ansatz auf Landkreisebene hinaus und bezieht sich auf einen Naturraum (Mittlere Frankenalb bzw. Oberpfälzer Jura). Besonders innovativ ist auch der nutzungsorientierte Ansatz mit Aufbau einer regionalen Naturschutzmarke und dem Aufbau strategischer Allianzen zum Thema „Biodiversität“.

Modellhaftigkeit
Das Gesamtsystem ist auf andere Naturräume übertragbar.

Außenpräsenz / Internet
Umfangreiche Internetpräsenz unter www.juradistl.de

Alle in der Erstbewerbung gemachten Angaben sind vollumfänglich auch aktuell gültig.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Beitrag zur biologischen Vielfalt (quantitativ)
• bisherige Landschaftspflegemaßnahmen über 3,4 Mio. €.
• Auszahlungssumme AUM-Maßnahmen von 2,2 Mio. € auf über 950 ha.
• ca. 1.250 vermarktete Lämmer/Jahr über Juradistl-Lamm.
• ca. 30 bis 40 vermarktete Weiderinder/Jahr über Juradistl-Weiderind
• Ø 18 to Äpfel bei den Streuobstsammlungen pro Jahr.

Vermittlung der biologischen Vielfalt
• Ausgeprägte Öffentlichkeitsarbeit (u. a. ca. 400 Presseartikel)
• Enge Zusammenarbeit mit strategischen Partnern (Wirtschaftsbetriebe, Behörden, Bildungseinrichtungen)


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Bild 4

Dokumente

Rahmenkonzept ´Juradistl´ 2014 - 2020

Kurzbeschreibung und bisherige Umsetzungsergebnisse Projekt ´Juradistl´

Flyer Juradistl-Lamm

Flyer Juradistl-Weiderind

Flyer Juradistl-Apfelschorle

Juradistl aktuell 1/2016

Mittelbayerische Zeitung (Amberg), 25.07.2014Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt

 

Besuchen Sie uns

Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf.

Nürnberger Straße 1
92318 Neumarkt i.d.OPf.

Öffnungszeiten: täglich in den Bürozeiten

Herr Werner Thumann
Tel.:09181/470 337
lpv@landkreis-neumarkt.de
http://www.juradistl.de

 

Weitere Infos

Projektträgergemeinschaft bestehend aus Landschaftspflegeverband Amberg-Sulzbach,Landschaftspflegeverband Neumarkt i. d. OPf., Landschaftspflegeverband Regensburg,Landschaftspflegeverband Schwandorf gemeinsam mit der Regierung der Oberpfalz
Neumarkt i.d.OPf.

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