Schulwälder gegen Klimawandel - "Pflanzt nicht Worte, sondern Bäume!" - Schulwälder für Generationen

2. Weiterentwicklung:

Das Wachsen unseres Projektes in Zahlen: 53 Schulwälder, eine Gesamtfläche von ca. 54 ha, 240.000 Bäume und Sträucher, 50.000 Teilnehmer aus mehr als 100 Schulen, Kitas, Betrieben und Jugendgruppen. Wir beobachten in den jungen Wäldern unterschiedliche Entwicklungsstadien. Von der neu gepflanzten Fläche mit Offenlandcharakter bis hin zu „wilden“ Dickichten mit mehreren Metern hohen Bäumen. In überraschend kurzer Zeit verändern sich gerade nicht vollständig bepflanzte Flächen. Maria Schmutte, Lehrerin aus Diepholz schwärmt von „Wiesenblumen, umherschwirrenden Libellen und Schmetterlingen oder Fröschen, die vor nahenden Stiefeln beiseite hüpfen…“. Eine Entwicklung, weg vom Maisacker, innerhalb nur eines Jahres! In den Schulwäldern wird viel gearbeitet um die biologische Vielfalt, gerade mit Blick auf Insekten, zu erhöhen: Anlage von Streuobstwiesen, Aussaat von Blühstreifen mit lokalem Saatgut oder von „hummelfreundlichem“ Klee, Schaffung von Totholzzonen, Bau von Insektenhotels (mal klassisch, mal mit Ton) oder Grassoden- und Trockenmauern für Wildbienen. Neues aus der Umweltbildung! Seit April 2018 besteht eine Kooperation zwischen der Stiftung Zukunft Wald und der Heinz Sielmann Stiftung mit dem gemeinsamen Projekt „Wildbienen in Schulwäldern“. An Projekttagen stehen praktische Maßnahmen und Naturerleben im Fokus. Mehr dazu vom Pilot-Projekttag in Osnabrück unter www.sielmann-stiftung.de/artikel/pilotprojekt-wildbienen-in-schulwaeldern-in-osnabruecker-gymnasium-gestartet

Weiterentwicklung:

Biologische Vielfalt schaffen - biologische Vielfalt erhöhen - biologische Vielfalt vermitteln! Das Projekt hat sich quantitativ und qualitativ weiterentwickelt. Aktuell zählen wir 43 Schulwaldstandorte mit einer Gesamtfläche von ca. 38 ha. Dabei involviert sind ca. 35.000 SchülerInnen. Erhöhung der biologischen Vielfalt in Beispielen: In bestehenden Schulwäldern wurden neue Baumarten ergänzt und Streuobstwiesen angelegt, nach dem Fund von Hirschkäferlarven ein Hirschkäfermeiler errichtet, Steinhaufen als "Sonnendecks" für Reptilien geschaffen oder kleine Feuchtbiotope und Totholzzonen angelegt sowie Nistkästen, Bruthilfen oder Insektenhotels installiert. Mehrere, v.a. neue Schulwälder befinden sich im Ufer- und Überflutungsbereich von Fließgewässern und werden zu biologisch wertvollen Auewäldern entwickelt. Mit der Änderung der Pflanzstruktur von Reihen- zu Gruppenpflanzung der Bäume bleiben vermehrt nicht bepflanzte Freiräume, die eine dynamische Entwicklung der Begleitvegetation ermöglichen. In den Anfangsjahren der Wälder entwickeln sich hier temporäre "blühende Landschaften". Damit verbunden erhöht sich die Zahl von Insekten, Käfern und Kleintieren, die wiederum eine größere Zahl von Vögeln anzieht.

Ursprüngliche Bewerbung:

"Es wurde bereits viel über Klima- und Umweltschutz geredet und geschrieben. Wir wollen zusammen handeln!" Mit diesem Entschluss startete die Stiftung Zukunft Wald im internationalen Jahr der Wälder 2011 ein in diesem Umfang neues und nachhaltiges Waldprojekt in Niedersachsen. Die Ideen zum Projekt entstanden im internationalen Jahr der biologischen Vielfalt 2010.

Aus dem Leitsatz "Global denken - lokal handeln" haben wir die Ziele unseres Projektes entwickelt:
Mit dem Entstehen neuer klimaplastischer Wälder und der damit verbundenen CO2-Reduzierung und Förderung der biologischen Artenvielfalt werden sich Schülerinnen und Schüler aktiv und praktisch an ihrem außerschulischen Lernstandort für Wald-, Umwelt- und Klimaschutz einsetzen können. "Pflanzen für den eigenen Schulwald" schafft eine starke persönliche Verbundenheit.

Schulwälder stellen ideale Freilandlaboratorien dar und erlauben es, Entwicklungen der Umwelt über lange Zeiträume zu beobachten. Zahlreiche Themen wie biologische Vielfalt, Klimaschutz, Ökosysteme, Lebensraum Wald oder gesellschaftliche Funktionen des Waldes können nachhaltig, angepasst an den Lehrplan und fächerübergreifend behandelt werden.

Verschiedene gesellschaftliche Gruppen und Berufsgruppen sind im Projekt engagiert. Durch die Kontakte zu den Förderern des Projektes, den Grundeigentümern, unterstützenden Forstleuten und Umweltverbänden entsteht ein Gemeinschaftsprojekt.

Multiplikatoreneffekt: Die Klimaschutzidee sowie die Notwendigkeit die Biodiversität zu verbessern wird durch die landesweite Beteiligung von Schulen über Regionen hinaus weiter verbreitet.

Projektbeteiligte:
• Stiftung Zukunft Wald als Projektträger:
Die Stiftung unterstützt die Flächensuche, stellt Geldmittel für die Pflanzung zur Verfügung, stellt Kontakte her und berät in allen Projektphasen.

• Grundstückseigentümer (privat und öffentlich):
Landesweit wurden/werden schulnahe, landwirtschaftlich genutzte Grundstücke gesucht (0,5 bis 1,0 ha). Die ehrenamtlich engagierten Eigentümer stellen den teilnehmenden Schulen die Flächen für die Anlage, Pflege und Nutzung eines Schulwaldes unentgeltlich zur Verfügung.

• Schulen in ganz Niedersachen:
Alle Schulformen - von der Förderschule bis zum Gymnasium - können sich an diesem Waldprojekt beteiligen. Die Nachhaltigkeit des Projektes wird durch einen 30jährigen Nutzungsvertrag garantiert. Auf dieser Grundlage können die Schulen eine langfristige, waldbezogene Umwelt- und Naturschutzbildungsarbeit gewährleisten.

Parallel zu den Waldpflanztagen und in der Folgezeit dokumentieren die Schulen die ökologische Entwicklung ihres Schulwaldes und berichten darüber in Presse, bei öffentlichen Veranstaltungen und in sozialen Netzwerken. Pro Schulwald werden ca. 5.000 Menschen (Schülerinnen/Schüler, Familien, Verwandte, Lehrer und lokale Öffentlichkeit) eingebunden und persönlich angesprochen. Bei derzeit 44 Schulen landesweit ergibt sich dadurch eine sehr große Aufmerksamkeit.

Aktueller Stand August 2018:
Bislang wurden an 53 Standorten neue Wälder, verteilt innerhalb Niedersachsens, angelegt. Die Größe der einzelnen Schulwälder variiert aktuell von 0,3 ha bis zu 2,5 ha, die Gesamtfläche beträgt derzeit rund 54 ha. Alle Schulwaldflächen werden standörtlich kartiert (Datenerhebung zu Exposition, Klima und Bodenbeschaffenheit).

Auf Grundlage der Ergebnisse erfolgen:
• Auswahl standortsangepasster und hinsichtlich Klimawandel zukunftsfähiger Baumarten mit Eiche als Leitbaumart des Projektes
• Anpflanzung seltener autochthoner Baum- und Straucharten mit dem Ziel der Erhöhung bzw. Erhaltung der Artenvielfalt
• Vergleiche zwischen ungelenkter Sukzession und gesteuerter Aufforstung um Schlussfolgerungen für die optimale zukünftige Waldentwicklung zu gewinnen.

Konkreter Beitrag der Schulwälder zur biologischen Vielfalt:
• Hohe Artenzahl bei den gepflanzten Baum- und Straucharten
(bis zu 50 verschiedene Arten), u.a. mit den 27 "Bäumen des Jahres" oder alten Streuobstsorten
• Waldränder als artenreiche Übergangszone zwischen Freiland und Waldinnenklima
Bei der Neuanlage ist eine aktive Waldrandgestaltung mit Baum- und Straucharten der Waldrandzonen möglich. Im Vergleich zur Gesamtfläche der Schulwälder ergibt sich eine sehr große Lauflänge der Waldränder. Durch kleinere Frei- und Sukzessionsflächen entstehen zusätzliche Waldinnenränder
• Frei- und Sukzessionsflächen schaffen zusätzliches Biotoppotential
• Aktionen zur Erhöhung der Artenvielfalt und Schaffung von Kleinbiotopen innerhalb/am Rande der Schulwälder, Beispiele: Anlage von Wassergräben, Tümpel, Anbringung von Nisthilfen, Ansiedlung eines Bienen- bzw. Ameisenvolkes
• Biotopvernetzung

Weitere Informationen zum Schulwaldprojekt unter nachfolgendem Link:
http://www.zukunftwald.de/projekte/schulwälder-gegen-klimawandel/

Nach dem sehr positiven Start beabsichtigt die Stiftung das Schulwaldprojekt in den nächsten Jahren weiter zu fördern und auszubauen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Konkreter Beitrag der Schulwälder zur biologischen Vielfalt:
• Hohe Artenzahl bei den gepflanzten Baum- und Straucharten
(bis zu 50 verschiedene Arten), u.a. mit den 27 "Bäumen des Jahres" oder alten Streuobstsorten
• Waldränder als artenreiche Übergangszone zwischen Freiland und Waldinnenklima
Bei der Neuanlage ist eine aktive Waldrandgestaltung mit Baum- und Straucharten der Waldrandzonen möglich. Im Vergleich zur Gesamtfläche der Schulwälder ergibt sich eine sehr große Lauflänge der Waldränder. Durch kleinere Frei- und Sukzessionsflächen entstehen zusätzliche Waldinnenränder
• Frei- und Sukzessionsflächen schaffen zusätzliches Biotoppotential
• Aktionen zur Erhöhung der Artenvielfalt und Schaffung von Kleinbiotopen innerhalb/am Rande der Schulwälder
Beispiele: Anlage von Wassergräben, Tümpel, Anbringung von Nisthilfen, Ansiedlung eines Bienen- bzw. Ameisenvolkes, Aussaat von Blühstreifen und Kleewiesen, Bau von Trocken- und Grassodenmauern, Einrichten von Totholzzonen, Bau eines Storchennestes, Anlegen von Steilwänden für Eisvögel an Fließgewässern.
• Biotopvernetzung


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Dokumente

Schulwaldflyer 2018.pdf

Schulwaldbroschüre

Schulwaldbroschüre Stand August 2018

Insektenfreundliche Oasen im Schulwald DammeText und Bilder: Ruth Vöge

Flyer zur Ausstellung ´Faszination Ameisen´ der Dt. Ameisenwarte, die bereits an 10 Schulen im Schulwaldprojekt gezeigt wurde.

 

Besuchen Sie uns

Diverse neue Schulwälder im ganzen Land Niedersachsen, z.B. in Salzgitter-Thiede

Ellernweg 6
38239 Salzgitter

Öffnungszeiten: nach persönlicher Absprache!

Herr Franz Hüsing
Tel.:0171-5630555
franz.huesing@nlf.niedersachsen.de
http://www.zukunftwald.de/projekte/schulwälder-gegen-klimawandel/lage-der-schulwälder/auszeichnung-un-dekade-bildung-für-nachhaltige-entwicklung/auszeichnung-un-dekade-biologische-vielfalt/

 

Weitere Infos

Stiftung Zukunft Wald (Landesforsten-Stiftung)
Salzgitter

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