Expedition Moor: Junge Forscher experimentieren, erkunden und entdecken

Die wenigen Reste naturnaher Moorflächen in Deutschland weisen eine einzigartige biologische Vielfalt auf und stellen, aufgrund ihrer besonderen Standorteigenschaften, einen wertvollen Lebensraum für viele seltene und hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten dar. Darüber hinaus spielen Moore in ihrer Funktion als Kohlenstoffsenken im Bereich des Klimaschutzes eine wichtige Rolle.

Um die Bedeutung und Besonderheiten des einzigartigen Ökosystems „Moor“ darzustellen und um für die Belange des Moorschutzes zu sensibilisieren, wurde das Projekt „Expedition Moor“ ins Leben gerufen (www.expedition-moor.de/). In Zusammenarbeit mit dem Institut für Geoinformatik und Fernerkundung, Osnabrück und der NABU Umweltpyramide gGmbH wurde an in der Abteilung Geographie der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ein pädagogisches Gesamtkonzept zum Thema Moor entwickelt, dessen Schwerpunkt im schulischen Bereich liegt.
Das Projekt greift verschiedene Themenfelder rund um den Lebens- und Nutzungsraum Moor auf und kombiniert hierbei im Rahmen einer nachhaltigen Umweltbildung verschiedene Aspekte des E-Learnings, sowohl im Computerraum in der Schule als auch im Gelände selbst, mit realen Naturbegegnungen. Die Expedition ins Moor wird im schulischen PC-Pool mit Hilfe von acht webgestützten Lernmodulen in jeweils drei unterschiedlichen Niveaustufen vorbereitet. Die Schülerinnen und Schüler können sich somit bereits vor der Exkursion selbstständig in das Thema Moor einarbeiten und wichtige Systemzusammenhänge erkennen. Hierbei liegt neben der Bereitstellung von Texten und Bildern ein Schwerpunkt auf der Arbeit mit interaktiven Elementen. Darüber hinaus kann das Moor im Rahmen einer virtuellen Exkursion schon einmal vorab besucht werden.
Nach der schulischen Vorbereitungsphase gehen die Schülerinnen und Schüler ins Moor. Mit Hilfe eines Moorforscherrucksacks werden vor Ort an verschiedenen Lernstationen kleine Forschungsarbeiten, Beobachtungen, Kartierungen und Experimente durchgeführt. Bei der Arbeit im Gelände kommen, neben verschiedenen analogen Utensilien, auch neue Medien in Form eines Smartphones mit integriertem Digitalen Moorbuch sowie GPS-Geräte zum Auffinden der Lernstationen zum Einsatz. Beim Digitalen Moorbuch handelt es sich um eine Mini-Website, die speziell für Smartphones entworfen wurde und offline auf den Geräten betrieben wird. Das Moorbuch enthält allgemeine Informationen über die Moore sowie Informationen zu den Stationen sowie den Pflanzen und Tieren vor Ort. Darüber hinaus ist es als Add-on für die Lösung der verschiedenen Aufgaben gedacht, die im Rahmen der Exkursion durchgeführt werden. Die Lernenden sollen selbstorganisiert und weitgehend selbstständig das Untersuchungsgebiet an sich, sowie spannende Phänomene rund um das Thema Moor entdecken und erkunden. Gleichzeitig sollen wichtige Inhalte der Lernmodule in der Praxis vor Ort veranschaulicht und vertieft werden. In diesem Kontext wurden verschiedene Lernstationen sowohl für das Huvenhoopsmoor als auch für das Lauenbrücker Moor in Niedersachsen entwickelt, die unter den Schlagworten Flora, Fauna, Wasser und Boden die verschiedenen Themenschwerpunkte abdecken.
Im Kontext des Projektes wurde bewusst der Einsatz von neuen Medien sowohl in der schulischen Vorbereitung als auch bei dem Geländeaufenthalt gewählt. So hat eine zunehmende Zahl von Menschen Schwierigkeiten, Natur aktiv und ohne fachliche Anleitung zu erleben und zu begreifen. Ursache hierfür ist zum einen die zunehmend verstädterte Lebenswelt sowie eine gewisse Scheu vor der „Wildnis“. Gerade durch die Verwendung neuer Medien im Rahmen der Umweltbildung können Hemmschwellen abgebaut, Interesse geweckt und so eine Plattform zum Erleben der Natur geboten werden. Hier können die Neuen Medien dazu genutzt werden, einen ersten Kontakt zur Natur herzustellen und potenzielle Berührungsängste abzubauen.
Im Rahmen des Projektes „Expedition Moor“ werden auf diese Weise nicht nur wichtige naturwissenschaftliche Erkenntnisse selbst erarbeitet und Neugierde sowie Begeisterung für die Natur geweckt. Es werden darüber hinaus eine Reihe weiterer Basiskompetenzen, wie beispielsweise die Lern-, Sprach- und Sozialkompetenz sowie die Feinmotorik, gefördert. Ziel ist hierbei auch die Entwicklung einer positiven Einstellung zu den Natur- und Umweltwissenschaften im Allgemeinen, die durch Spaß, Freude, Neugier und Begeisterung geprägt ist.
Das Angebot »Expedition Moor« wird als ein fester Bestandteil des Umweltbildungsangebots der NABU Umweltpyramide gGmbH angemeldeten Schulklassen zur Nutzung angeboten. Durch das modulare Konzept besteht die Möglichkeit die Projektergebnisse nicht nur auf andere Moore deutschlandweit, sondern darüber hinaus auch auf verschiedene andere außerschulische Lernorte, wie beispielsweise Nationalparks oder verschiedene Lehrpfade, anzuwenden.


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Dokumente

Expedition Moor - Abschlussbericht mit allen relevanten Informationen zum Projekt

 

Besuchen Sie uns

Huvenhoopsmoor

Am Vorwerk 10
27432 Bremervörde

Öffnungszeiten: immer

Herr Axel Roschen
Tel.:04761-71352
info@NABU-Umweltpyramide.de
http://www.expedition-moor.de/

 

Weitere Infos

Prof. Dr. Ulrich Michel Pädagogische Hochschule Heidelberg Institut für Geoinformatik und Fernerkundung, Universität Osnabrück NABU Umweltpyramide gGmbH, Bremervörde
Bremervörde

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