Projekt "Am Tannenbaum": Von der kahlen Hochfläche zur biologischen Vielfalt.

Weiterentwicklung:

Seit der letzten Auszeichnung im Februar 2014 haben wir insbesondere den Wert der biologischen Vielfalt in den Fokus genommen. Dazu verstärkten wir die Zusammenarbeit mit Kindergärten, Schulen, Jugendverbänden und Vereinen. Dazu nutzen wir die fahrbare Wald- und Umweltschule für praktische Arbeiten, Bestimmungsübungen und Untersuchungen zur Bestandsaufnahme von Flora und Fauna auf unserem Gelände „Am Tannenbaum“. Wir arbeiten mit allen Schulen der Stadt zusammen und stellen dabei fest, dass die Kinder und Jugendlichen, aber auch einige Lehrer, immer wieder durch „Aha-Erlebnisse“ in der Natur einen völlig neuen Blick auf unsere Natur und ihre Pflanzen und Tiere erhalten. Bei Veranstaltungen mit Erwachsenen erleben wir immer wieder, dass eine Sehnsucht nach intakter Natur mit all ihrer Vielfalt in den Teilnehmern schlummert.

Ursprüngliche Bewerbung:

Nachdem die "Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwelm e.V." (kurz AGU-Schwelm) acht Jahre lang eine intensive Naturschutzarbeit geleistet hat, übertrug ihr ein naturliebender Sponsor seine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 57.000m². In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden wurde im Verlauf von drei Jahren aus einem Kartoffelacker und einem Gerstenfeld ein vielgestaltiger Biotopverbund. Das Gebiet liegt am höchsten Punkt der Stadt Schwelm (352m NN).

Die Anpflanzungen konnten mit Klassen aller Schulen der Stadt verwirklicht werden. Diese Mitmachaktionen förderten die Verbundenheit der Menschen mit der Natur und die persönliche Gewissheit, etwas Positives für die Umwelt getan zu haben. Dies zeigt sich auch heute noch, wenn Familien mit ihren Kindern vorbei kommen und die Eltern ihren Kindern das Gelände vorstellen ("Guck mal die große Hecke dort, die habe ich als Kind mit gepflanzt!").

Finanziert wurde das Projekt (160.000,-DM) mit Mitteln des Naturschutzprojektes Ruhrgebiet des Kommunalverband Ruhr (Heute Regionalverband Ruhr) in den Jahren 1990 bis 1992 mit einer 80%igen Förderung. Die fehlenden 20% hatten wir als kleiner Verein auch nicht und haben die Summe mit unseren Arbeitsstunden abgeleistet. Es entstanden die Lebensräume: Breite Vogelschutzhecken, ein Waldrand, Feldgehölze, eine Weide für das Rote Höhenvieh und eine Streuobstwiese mit alten Obstsorten. Der inzwischen als Bodendenkmal ausgewiesene Hohlweg wurde gründlich entrümpelt.

Insbesondere alte Apfelsorten konnten angepflanzt werden: Rote Sternrenette, Jakob Lebel, Rheinischer Bohnapfel, Klarapfel, Dülmener Rosenapfel, Kaiser Wilhelm, Haberts Renette und Brettacher. Außerdem an Birnen: Die Köstliche aus Charneux, Gute Luise, Gute Graue und Conference. Dazu Walnuss, Nancy Mirabelle, Hauszwetschge und Mispel. Die laufenden Kosten werden durch Kulap-Verträge (Kulturlandschaftsprogramm) gedeckt.

Seit dem Abschluss der Pflanzarbeiten steht die Umweltbildung im Vordergrund unserer Arbeit. Das Gelände steht mit unserer Hilfe Schulen, Kindergärten und Vereinen zwecks Umweltbildung zur Verfügung. Dafür haben wir durch die Unterstützung der Erfurt-Stiftung und des örtlichen Versorgungsunternehmens sowie der Stadt eine fahrbare Umweltschule mit einer umfangreichen Ausstattung für den Unterricht vor Ort. Darin enthalten sind z.B. Mikroskope, Bestimmungsliteratur, Untersuchungskoffer, Fangnetze. Diese Waldschule wird regelmäßig von Kindergärten und Schulen der Stadt genutzt. Besonders im Frühsommer ist die Schule ausgebucht (bis zu 24 Nutzungen im Jahr).

Regelmäßig findet im Winter ein Baumschnittseminar und im Frühling eine Kräuterwanderung unter dem Motto "Delikatessen am Wegesrand" statt. Die Artenvielfalt wird durch wissenschaftliche Begleitung dokumentiert. Untersuchungen über die Wanzenfauna, die Spinnenfauna, Heuschreckenfauna und die Flora liegen vor, die Lepidopteren werden seit 12 Jahren mit dem standarisierten Tagfaltermonitoring untersucht.

Die Untersuchungen sind veröffentlicht in den "Beiträgen zur Heimatkunde Schwelm" und sind im Stadtarchiv auszuleihen. Dr Kreuels, die Dipl. Biologen Silke Rieboldt, Silke Jordan und B. Schäfer sind die Autoren, das Tagfaltermonitoring liegt in den Händen des Vorsitzenden Michael Treimer. Am Eingang des Biotopverbundes steht eine Informationshütte mit dem Plan des Geländes und Informationen zur Gestaltung, Geschichte und Verhaltensregeln in der Natur.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

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Bild 1
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Bild 4

Dokumente

Übersichtsplan ´Biotopverbund Am Tannenbaum´

Die Erfassung der Wanzen in Schwelm mit dem Gelände ´Am Tannenbaum´

 

Besuchen Sie uns

Biotopverbund biologische Vielfalt "Am Tannenbaum"

Winterberger Straße 94
58332 Schwelm

Öffnungszeiten: Samstags von 10 bis 12 Uhrund nach Vereinbarung

Herr Michael Treimer
Tel.:02336 13826
michaeltreimer@hotmail.com
http://www.agu-schwelm.de/projekt-am-tannenbaum

 

Weitere Infos

Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwelm e.V. gegr.1982Vorsitzender : Michael TreimerMitglieder : 45
Schwelm

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