Umwandlung von Fichtenwald auf dem Selsberg/Beverungen durch bedrohte Baumarten

2. Weiterentwicklung:

Diesesl Projekt wird nun seit 21 Jahren von Schülerinnen und Schülern des Städtischen Gymnasiums Beverungen geplant und durchgeführt. Auch in den vergangenen zwei Jahren wurden jeweils 1-2 Flächen auf dem Selsberg bei Beverungen mit Elsbeeere, und Speierling, sowie den Wildobstbaumarten angepflanzt. Eine Fortführung des Projekts besteht unter anderem in der Kooperation mit dem Helmholtz Gymnasium in Bielefeld. Dabei haben im Jahre 2016 40 Schülerinnen und Schüler beider Schulen auf dem Wandelnsberg gemeinsam eine Fläche mit den genannten bedrohten Baumarten angepflanzt. Beigefügt wurden junge autochthone Eiben, so dass der Bestand um eine weitere bedrohte Baumart angereichert wurde. Eine Intensivierung der Kooperation ist angedacht In diesem Zusammenhang gilt es zu erwähnen, dass Schülerinnen und Schüler vor Jahren zwischen Beverungen und Höxter eigenständig vor Jahren Samen der Eibe geerntet haben und der forstlichen Versuchsanstalt zur Aussaat gebracht haben. Ein wesentliches Ziel in den vergangenen Jahren ist es gewesen, die bestehenden Teilflächen auf dem Selsberg durch neue Anpflanzungen zu verbinden, so dass sich eine geschlossene Bestandstruktur entwickeln kann. Darüber hinaus führten Schülerinnen und Schüler seit der ersten Wiederauszeichnung auf dem Eis- und Wandelnsberg sowie auf Hohenstein die Projektidee fort, indem sie neue Flächen für ihr Vorhaben erschlossen haben. Damit werden die Waldprojekte nach dem Konzept auf dem Selsberg weiter fortgeführt werden.

Weiterentwicklung:

Bei den Vorhaben wurden in Einzelprojekten auf Flächen zwischen 0,2 und 0,6 ha Baumpflanzaktionen geplant und durchgeführt. Seit 20 Jahren haben 497 Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums Beverungen rund 8.000 Bäume gepflanzt. Während das Artenspektrum an Pflanzen mit Elsbeere, Speierling, Wildapfel, Wildbirne, Wildkirsche, Traubeneiche, Rotbuche und Hainbuche konstant geblieben ist, variierten in Planung und Durchführung die Einzelprojekte in der Art der Anpflanzung sowie in der Gruppenzusammensetzung und -betreung. Allen Projekten gemeinsam ist die Realisierung des Konzeptes vom "Wissen zum nachhaltigen Handeln". Ein Anliegen in den letzten beiden Jahren und in den folgenden Jahren ist und wird es sein, die Teilflächen mit ihren Anpflanzungen miteinander zu verbinden, so dass sich nach dem Konzept der Biotopstrukturvernetzung ein in sich geschlossener Laufmischwaldbestand entwickelt, in dem sich auch auf der Basis der Naturverjüngung andere Baumarten hinzugesellen. Die Geschlossenheit des Gesamtbestandes wird durch die Umwandlung von Teilflächen zwischen den Neuanpflanzungen erlangt. Zur Vermeidung größerer Kahlschlagflächen wird das Konzept der keinarealspezifischen Anpflanzung angewendet. Das Artenspektrum mit zehn und mehr verschiedenen Baumarten gewährleistet eine Artenvielfalt, die maßgeblich zur Stabilität des Bestandes beiträgt. Das Projekt erfährt durch die Kooperation mit dem Helmholtz-Gymnasium/Bielefeld eine überregionale Bedeutung.

Ursprüngliche Bewerbung:

Elsbeere, Speierling und Mehlbeere verfügen trotz ihres Holzwertes und ihrer Blütenbildung als Waldbaum in den Waldungen der Bundesrepublik Deutschland heute nur noch über eine geringe Verbreitung. Das Gleiche gilt für Holzapfel und Wildbirne.

Der Niedergang der Sorbus- und Wildobst-Arten ist seit 1999 für 543 Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums Beverungen Anlass gewesen, sich um das Vorkommen der selten gewordenen Baumarten vor Ort zu bemühen. Dabei sehen sie die Zielsetzung ihres Vorhabens in den Leitlinien der Lokalagenda 21 verwirklicht. Da in den Beverunger Waldungen die Elsbeere und die Wildobstarten nur noch ein spärliches Vorkommen besitzen, muss es die Aufgabe einer nachhaltigen Waldwirtschaft sein, diese in ihrem Bestand bedrohten Baumarten in das bestehende Baumartengefüge zu integrieren. Hier gilt es, der anhaltenden Artenverarmung und -verdrängung Einhalt zu gebieten und die Artenvielfalt zu fördern, um auf dieser Grundlage den Genpool dieser Baumarten zu sichern.

Neben der Elsbeere, die eine führende Rolle bei der Anpflanzung hat und auch künftig haben wird, sollen Speierling, Wildbirne, Wildapfel und Wildkirsche angepflanzt werden. Diese sind kleinflächig, aber bestandsbildend als sogenannter „Klimawald“ anzupflanzen.

Parallel zu dem "Elsbeeren-Projekt" haben Schülerinnen und Schüler auch Exemplare der bedrohten Eibe angepflanzt, die im Oberweserraum ihre nördlichste Verbreitung in Europa hat.

In Absprache mit der Revierleitung und nach Auswertung der Kartierungsergebnisse durch die Wald-Projektgruppe hat man mehrere Flächen auf dem Selsberg und Eisberg für umwandlungserforderlich angesehen. Auf der Grundlage verschiedener projektbegleitender Arbeiten wurde eine Analyse der tatsächlichen sowie der potentiell natürlichen Vegetation erreicht. Dabei haben bodenkundliche Untersuchungen, Arbeiten zur Waldfunktionenkartierung sowie Untersuchungen über die Wirkung der Tubexröhren einen wesentlichen Beitrag für die Entscheidung, welche Baumarten standortgerecht auf die Flächen zu bringen sind und auf welche Weise man ihr Wachstum begünstigen kann, geleistet.

Die Auswertung geoökologischer Untersuchungen hat ergeben, dass die Exposition der Bergformation, die Trockenanfälligkeit und Nährstoffarmut des Untergrunds und nicht zuletzt das Vorhandensein abgängiger, nicht-standortgerechter Fichtenwaldungen am Selsberg und Eisdberg günstige Voraussetzungen für das Vorhaben darstellen.

Der Entwicklung von Konzepten der Waldumwandlung folgt die Realisierung der Projekte. Zunächst wurden auf 0,1 – 0,4 ha großen Flächen die zum Teil abgängigen 60-100 jähigen Fichten von Waldfacharbeitern eingeschlagen und danach von den Schülern das Derbholz geräumt. Vor der Anpflanzung haben Oberstufenschüler in ihrer Funktion als Mentoren mit ihren Kleingruppen eine kleindifferenzierte Standortanalyse auf der Fläche durchgeführt, um für die 6 Baumarten geeignete Standorte zu ermitteln. Nach Auswertung der Standortdaten wurde für jede Fläche ein Pflanzplan entwickelt, der die räumliche Verteilung der Sorbus- und Wildobstarten aufzeigt.

Die Entwicklung und Realisierung des Pflanzplans sind Aufgaben der Schüler. Hierbei haben sie zwei Vorgehensweisen bevorzugt. Zum einen haben sie in Reihen gepflanzt, zum anderen sind die Pflanzen in kleinen Trupps auf die Fläche gebracht worden. Dabei spielt die Verteilung der Baumarten eine große Rolle, indem die kleinräumig- abiotischen Verhältnisse berücksichtigt wurden. Die Abstände zwischen den gepflanzten Bäumen hat der Naturverjüngung genügend Raum geboten, so dass den Ansprüchen eines standortgerechten Mischwaldes entsprochen wurde.

Ein weiterer Aspekt der Waldprojekte wird in der Planung und Umsetzung waldpädagogischer Gesichtspunkte gesehen. Die Gestaltung der Waldprojekte wird variabel gehalten, indem vor allem die Sozialform bei den Pflanzaktionen einer stetigen Veränderung unterliegt. So hat man zunächst das jahrgangsstufenübergreifende Konzept verfolgt, indem sich Schüler von der Jahrgangsstufe 5-13 an den Waldprojekten beteiligt haben. Eine weitere Variante ist in der Jahrgangsstufenspezifität zu sehen. Dabei haben die Schüler der Waldprojektgruppe die einzelnen Klassen betreut.

Das Konzept der Mentoren hat sich als Methode besonders bewährt. Nach dem Motto „Schüler helfen Schülern“ setzt sich eine Pflanzgruppe aus 2-3 Schüler und einem Betreuer zusammen. Mit Hilfe einer Wiedehopfhaue wird in die Rendzina ein Pflanzloch geschlagen. In dieses stecken sie einen Baum und verfüllen das Loch mit dem Bodenaushub. Nach Abschluss der Pflanzaktion stülpen die Schüler eine 1,80 m hohe, gelbgrüne Tubexröhre als „Minigewächshaus“ über die Pflanze.

Seit 1999 haben 543 Schülerinnen und Schüler auf 12 verschiedenen 0,13 – 1,4 ha großen Waldflächen im Bereich des Eis- , vor allem aber des Selsbergs 9040 Bäume gepflanzt und somit insbesondere auf dem Selsberg die Umsetzung ihrer Idee, einen „Klimawald“ zu bilden, vorangetrieben. Mit der Anpflanzung von Elsbeere, Speierling, Wildbirne und Wildapfel ist eine Bestandssicherung dieser seltenen Baumarten gewährleistet und darüber hinaus eine Vielfalt in der Baumartenzusammensetzung in den Waldungen erreicht.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

- Mit der Einbringung der bedrohten Baumarten, wie es Elsbeere, Speierling, Wildapfel, Wildbirne, Wildkirsche und Eibe wird die Artenvielfalt im Buchen-Optimum gefördert. Zudem wurden Traubeneiche und Hainbuche beigefügt, was zusätzlich eine Steigerung der Baumartenvielfalt in den Waldbeständen bedeutet hat.,


Bild 1
Bild 2

Bild 3
Bild 4

Dokumente

Anhang Waldprojekt UN-Dekade

Komplettfassung Waldprojekt UN-Dekade

Text 2.docx

Zusammenstellung.docx

Klimawald.ppt

Abschluss und Übergabe 2014.docx

Karte.docx

Bilder.doc

Bilder 2.doc

Bilder 2.doc

 

Besuchen Sie uns

Selsberg, Franzosenweg

Zum Wandelnsberg 20
37688 Beverungen

Öffnungszeiten: nach Vereinbarung

Herr Hans Barth
Tel.:05273/21796
hans.barth@royaltaste.de

 

Weitere Infos

Städt. Gymnasium Beverungen , Stadt Beverungen, Regionalforstamt Hochstift
Beverungen

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld