"Erlebnis Artenvielfalt - Schutz heimischer Lebensräume", ein Projekt der Ökostation Freiburg

Im „Grünen Klassenzimmer“ der Ökostation werden Schülerinnen und Schüler und Vorschulkinder an die im Nahbereich der Ökostation befindlichen naturnahen Lebensräume wie z.B. Trocken- und Heckenbiotope, Wildblumenwiesen, Feuchtbiotope und Extremstandorte wie beispielsweise Gründächer herangeführt.

Dabei werden Kenntnisse über die biotopspezifischen Ökosysteme wie z.B. die unterschiedliche Zusammensetzung der Arten und die wechselseitigen Abhängigkeiten der Tier- und Pflanzenarten thematisiert. Auch die Bedeutung verschiedener Pflanzenarten als natürliche zukünftige Ressource z.B. Wildformen von Nahrungspflanzen sowie Arzneipflanzen wird thematisiert. Ihre Gefährdung, ihr potentieller Wert und ihre zukünftige Nutzung werden vermittelt. Zentral sind auch die Entwicklung und Erprobung von konkreten Handlungsperspektiven für Schülerinnen und Schüler im Schul- und familiären Alltag. Das Projekt will die Akzeptanz der Menschen für den Schutz und Erhalt ihrer Lebensräume entwickeln und erhöhen.
Für das natur- und umweltpädagogische Projekt „Erlebnis Artenvielfalt – Schutz der heimischen Vielfalt“ wurde auf Basis der Grundlagenwerke im Artenschutzprogramm Baden-Württemberg ein natur- und umweltpädagogisches Konzept für die „Grünen Klassenzimmer“ erarbeitet. Hierzu die Bevölkerung zu sensibilisieren ist umso wichtiger, da in Baden-Württemberg nach Angaben des Landes jede dritte heimische Tier- und Pflanzenart in ihrem Bestand bedroht ist. Darunter befinden sich zwei Drittel aller Säugetiere und knapp 50 Prozent der Wildbienen. Für den Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt spricht nicht zuletzt auch der wirtschaftliche Nutzen, der z.B. durch Wildbienen und andere Bestäuber erbracht wird. Allein ihre Ökosystemdienstleistung entspricht einem Wert von 153 Milliarden Euro weltweit. In den vergangenen 150 Jahren sind mehr als die Hälfte der Bestände der 223 Wirbeltierarten - Säugetiere, Vögel, Fische, Reptilien - im Land zurückgegangen. Dabei ist der Erhalt einer Vielfalt von genetischen Informationen essentiell für den Menschen z.B. auch hinsichtlich der Entwicklung von Medikamenten.

Im Mittelpunkt der Angebote steht die Vermittlung von Artenkenntnissen und das Erleben, Entdecken und Kennen lernen der unterschiedlichsten ökologischen Nischen verschiedener
Tier- und Pflanzengruppen im Umfeld der Ökostation und über Exkursionen zu nahe gelegenen Biotopen. Gemeinsam werden Ideen entwickelt auf welche Weise jeder Einzelne zum Schutz heimischer Lebensräume im schulischen und familiären Umfeld beitragen kann. Im Biogarten und Kräutergarten der Ökostation werden heimische Wildkräuter und Heilpflanzen erkundet und die Möglichkeiten ihrer Anwendung erprobt. Im Rahmen der Kurse (für interessierte Erwachsene und Multiplikatoren) und Sonntagsöffnungen (für Familien) wird auf die Bedeutung der Pollenpflanzen für bestäubende Insekten hingewiesen.

Die Veranstaltungen finden z.T. in Kooperation mit dem Freiburger Netzwerk Artenvielfalt, mit dem Regenwaldinstitut und mit weiteren Partnern statt. Veranstaltungen für Studenten der PH Freiburg und der Universität Freiburg finden im Rahmen der Seminare statt.

Folgende Konzepte für die Grünen Klassenzimmer wurden 2011 ausgearbeitet.:

1. Konzept Artenvielfalt
2. Konzept Heimische Lebensräume
3. Konzept Beobachten, beschreiben, erschließen

Insgesammt wurden 2011 ca. 3000 Teilnehmer erreicht (Schüler, Multiplikatoren, Eltern mit Kindern). Das Projekt wird 2012 vor dem Hintergrund der Dekade Biodiversität fortgesetzt. Das Projekt wird von der Stiftung Naturschutzfonds gefördert.

Weitere Stichworte laut Ausschreiburg:
* der innovative Ansatz des Projektes liegt in der Verknüpfung des verbreiteten naturpädagogischen Ansatzes mit dem Themenfeld Inwertsetzung einerseits und andererseits mit den konkreten Handlungsoptionen (Schul- /Alltag) die mit den Teilnehmern erarbeitet werden

* Relevanz: Das Projekt orientiert sich an vielen Einzelziele aus der Nationalen Biodiversitäts Strategie insbesondere in den Bereichen B 1.1, B1.2., B 2, B 5.

* Beitrag zur biologischen Vielfalt:
2011 wurden über 3000 Teilnehmerinnen für den Erhalt der Artenvielfalt und Bewahrung der Vielfalt der Lebensräume sensibilisiert. In der Fortführung 2013 werden zusätzliche Akzente in der Vielfalt der Sorten gesetzt (genet. Vielfalt)

* die Vermittlung von Kenntnissen zur biologischen Vielfalt steht immer im Mittelpunkt der Aktivitäten

* Kooperation: Wir arbeiten sehr netzwerorientiert. Ein Beispiel ist der Freiburger Tag der Artenvielfalt. Er wird immer mit sehr vielen Naturschutzeinrichtungen aus Freiburg gemeinsam gestaltet

* Modellhaftigkeit: viele Teilelemente der Angebote wurden von Anderen übernommen

* 2010 fand die bundesweite Hauptveranstaltung des GEO-Tages der Artenvielfalt in Freiburg statt und wurde von der Ökostation koordiniert

* Verstetigung: das Projekt wird 2012 und 2013 fortgeführt, Regionale Strukturen sind dauerhaft entwickelt

* Außenpräsenz / Internet: siehe www.oekostation.de


Video:


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Ökostation Freiburg

Falkenbergerstr. 21b
79110 Freiburg

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9-13 / 14-17 Uhr

Herr Ralf Hufnagel
Tel.:0761 892333
info@oekostation.de
http://www.oekostation.de

 

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