Globales Lernen an Botanischen Gärten am Kontext Biodiversität

Den Verlust der biologischen Vielfalt oder Biodiversität zu stoppen gehört zu den zentralen Herausforderungen unseres Jahrhunderts. Ein Schlüssel zur erfolgreichen Erhaltung von Arten, Ökosystemen und der genetischen Vielfalt innerhalb von Arten ist die Aufklärung und Bewusstseinsbildung für die Problematik des Biodiversitätsverlusts in der Bevölkerung.

Botanische Gärten tragen beim Erhalt der Biodiversität eine zentrale Verantwortung. Der Pflanzenreichtum in den Gärten und das Fachwissen der MitarbeiterInnen machen die Botanischen Gärten zu ausgezeichneten Lernorten zu allen Themen rund um die Pflanzenwelt, zu deren Gefährdung und zu Bemühungen um die Erhaltung der Biodiversität. Gleichzeitig kann die menschliche Nutzung vom Anbau über die Verarbeitung bis zum Verbrauch von Konsumgütern abgebildet werden.
Zentral bei allen Bildungsbemühungen um den Erhalt der biologischen Vielfalt ist es, den Verlust als ein Problem zu erkennen, das nicht in ökologischen Zusammenhängen allein verankert ist. Häufig sind biologische Ressourcen bedroht, weil sie aus ökonomischem Interesse oder sozialer Not übernutzt werden. Auch der globale Handel mit biologischen Ressourcen ist als ein Auslöser für die gegenwärtige Biodiversitätskrise zu verstehen. Bildungsangebote müssen daher Ökonomie, Ökologie und Soziales gleichermaßen aufgreifen, um die Zusammenhänge, die zu einem Verlust der biologischen Vielfalt führen, nachvollziehbar darzustellen. Ebenso wichtig ist die Vertiefung einer globalen Perspektive, ohne die der Verlust der Biodiversität nicht verstanden werden kann. Für Botanische Gärten bedeutet die Herausforderung der Interdisziplinarität auch die Chance, dass Angebote der klassischen ökologischen Bildung erweitert werden können zu Bildungsprojekten zur Biodiversität, die sozioökonomische Elemente integrieren.
Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt "Globales Lernen an lokalen Lernorten in Botanischen Gärten" hat zum Ziel, die komplexen Zusammenhänge aus interdisziplinärer und globaler Perspektive zu betrachten und entsprechende Bildungsangebote mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Botanischen Gärten zu entwickeln. Das Projekt möchte somit klassische Umweltbildung um Elemente des Globalen Lernens und einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) erweitern. In einem explizit partizipativen Ansatz sollen erfolgreiche Bildungsprogramme zur Biodiversität (weiter-)entwickelt und in Botanischen Gärten implementiert werden. Ein direkter Bezug zum alltäglichen Handeln im Umgang mit natürlichen Ressourcen ist Bestandteil der Bildungsprogramme. Daneben wird ein Perspektivwechsel gefördert, der es ermöglicht, soziale und ökonomische Komponenten in ihrer tatsächlichen Tragweite und in globalem Zusammenhang zu erkennen.
Konkret werden im Rahmen des Projekts Bildungsprogramme aus bestehenden Konzepten entwickelt und an den drei Lernorten sukzessiv erprobt, evaluiert und optimiert. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I. Insgesamt nehmen über 2.600 SchülerInnen an den Bildungsveranstaltungen teil. Die Dauer der Angebote ist sehr unterschiedlich: sie reichen von Führungen und Unterrichtsgängen (1,5-2 Std.) über mehrstündige Angebote wie Werkstätten oder Rallyes bis zu Projekttagen.

Im Laufe des Projektes werden drei Workshops für pädagogische MitarbeiterInnnen an Botanischen Gärten und ähnliche Bildungseinrichtungen durchgeführt. In diesem Rahmen gibt es die Möglichkeit, Projektergebnisse zu diskutieren und Wünsche für Bildungsmaterialien und -angebote einzubringen. Des Weiteren bietet die AG Pädagogik im Projektzeitraum aufbauende Fortbildungen zu Biodiversität, BNE und Globalem Lernen für ihre Mitglieder an. Zum Projektabschluss entstehen Bildungsmaterialien zur Publikation. Die Projektergebnisse werden auf verschiedene Weise kommuniziert. So dient z.B. die Internetseite www.globaleslernenimbotanischengarten.de der Verbreitung des Projektansatzes, der Information aller Beteiligten und Interessierten.
Alle am Projekt Beteiligten fungieren, über die Projektzeit und darüber hinaus, als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Die Bildungsprogramme werden Bestandteil der Bildungsangebote in den Botanischen Gärten. Durch die enge Einbindung der „Arbeitsgruppe Pädagogik" im Verband der Botanischen Gärten e.V. erfolgt eine umfangreiche und flächendeckende Dissemination der Projektergebnisse und der entwickelten Bildungsprogramme.
Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt der Universität Osnabrück (Prof. Dr. Susanne Menzel, Abteilung Biologiedidaktik), der Universität Kassel (Prof. Dr. Bernd Overwien, Abteilung Didaktik der politischen Bildung), der Arbeitsgruppe Pädagogik im Verband Botanischer Gärten e.V. und den Lernstandorten Tropengewächshaus der Universität Kassel - Witzenhausen, dem Botanischen Garten der Universität Osnabrück und dem Forstbotanischen Garten Tharandt der Universität Dresden.


Bild 1

Dokumente

Material ´Checkkarte zum Globalen Lernen´ im Kontext von Biodiversität

 

Besuchen Sie uns


 

Weitere Infos

Universität Kassel, Prof. Dr. Bernd Overwien Universität Osnabrück, Prof. Dr. Susanne Menzel AG Pädagogik im Verband Botanischer Gärten e.V. Tropengewächshaus der Universität Kassel, Botanischer Garten der Universität Osnabrück und Forstbotanischer

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld