Öffentliche Bewusstseinsbildung über die Pflanzenvielfalt durch die "Woche der Botanischen Gärten"

Weiterentwicklung:

Zentrale Themen nachhaltiger Entwicklung werden zum Bestandteil des Lehrens und Lernens in den Botanischen Gärten und somit auch für die Woche der Botanischen Gärten. Ein Beitrag zum Thema Naturschutz war die Ausstellung von 2015 "Die Letzten ihrer Art-gefährdete Wildpflanzen in Botanischen Gärten". Die Ausstellung erläuterte den Sachstand, die Zusammenhänge und Gefahren des Artenverlustes und zeigte die konkreten Schutzmaßnahmen der Botanischen Gärten. Die Poster sind in einer Online-Begleitbroschüre zusammengefasst. Die "Grünen Schulen" und ähnliche Einrichtungen in den Gärten gestalten ihre Bildungsangebote nach den Kriterien einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Das Thema Biologische Vielfalt wird gleichermaßen von der naturwissenschaftlichen, der politischen als auch von der sozialen Seite beleuchtet. Das soll im kommenden Jahr 2018 anhand des Themas "Die Grüne Apotheke - vom Hortus medicus zur Pharmaforschung" deutlich werden. Im Zentrum wird eine Ausstellung stehen, die den historischen und aktuellen Zusammenhang zwischen Botanischen Gärten und der Heilkunde erläutert, das Grundwissen zu Arzneipflanzen vermittelt und die Bedeutung der Pflanzen für die Pharmazie und Medizin darlegt. Unter anderem werden nachhaltiges Sammeln von Pflanzen, der Anbau von Arzneipflanzen, die Suche nach Inhaltsstoffen und damit verbunden die globale Gerechtigkeit thematisiert. Es ergeben sich Anknüpfungspunkte zum UN-Dekade-Schwerpunktthema "Gesund - Mit der Vielfalt der Natur."

Ursprüngliche Bewerbung:

"Kommunikation, Bildung und die Stärkung des öffentlichen Bewusstseins über die Bedeutung der Pflanzenvielfalt sind entscheidend für das Erreichen aller Ziele dieser Strategie" (Zitat aus der "Globalen Strategie zur Erhaltung der Pflanzen"). Seit der Gründung des Verbandes Botanischer Gärten e.V. im Jahr 1992 ist die Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung über die pflanzliche Vielfalt und deren Schutz eines seiner erklärten Aufgabenfelder. Botanische Gärten sind öffentliche Institutionen, die dokumentierte lebende Pflanzensammlungen kultivieren, um Aufgaben in der wissenschaftlichen Forschung und Lehre, der Bildung, der nachhaltigen Sicherung pflanzlicher Vielfalt sowie der Kultur zu erfüllen.

Der Verband Botanischer Gärten e.V. ist der Dachverband Botanischer Gärten in Deutschland. Er betreibt aktiv und offensiv Öffentlichkeitsarbeit für die Anliegen der Botanischen Gärten und organisiert und koordiniert gemeinsame Projekte und Veranstaltungen im nationalen und internationalen Rahmen. Eines dieser Projekte ist die "Woche der Botanischen Gärten" mit der der Verband sich um die Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt "Biologische Vielfalt" bewirbt.

Die Botanischen Gärten in Deutschland kultivieren etwa 50.000 Arten (der ca. bekannten 280.000 Blütenpflanzen) in ihren wissenschaftlich dokumentierten Sammlungen, darunter Erhaltungskulturen bedrohter Arten sowie Schutzsammlungen seltener Pflanzen. Sie sind unverzichtbare Einrichtungen für Forschung und Lehre mit Schwerpunkten auf den Gebieten der Biodiversität, des Natur- sowie Artenschutzes und stellen ideale Schnittstellen zwischen Forschung und Öffentlichkeit dar.
Als besonders schöne und spannende Lern-Orte für Erwachsene, Kinder, Studierende und Schüler bringen sie für mehr als 20 Millionen Besucher in Deutschland jährlich Freude und Schönheit und vermitteln Wissen über die Vielfalt der Pflanzenwelt.

In der Nationalen Strategie für Biologische Vielfalt, die vom Bundeskabinett im November 2007 beschlossen wurde, sind im Aktionsfeld C14 "Bildung und Information" die Botanischen Gärten explizit als Akteure, als "Konzentrationspunkte der Biodiversitäts-Bildung", aufgeführt.

Dieser Aufgabe wollen die Gärten mit der gemeinsamen bundesweiten "Woche der Botanischen Gärten noch besser gerecht werden. Im Jahr 2004 vom Verband Botanischer Gärten ins Leben gerufen, findet sie seitdem jeweils in der Woche vom 2. Samstag bis 3. Sonntag im Juni unter einem ausgesuchten Motto statt. Die Botanischen Gärten beteiligen sich mit einer Vielzahl verschiedenster Veranstaltungen, von botanischen Fachführungen und Vorträgen über gärtnerische Beratungen bis hin zu Veranstaltungen, bei denen die Besucher die Pflanzen von einem ganz ungewohnten Blickwinkel betrachten können, wie z.B. Konzerte, Theateraufführungen oder Kunstausstellungen.
In den Jahren 2009, 2011, 2012, 2013, 2015 und 2016 wurden zusätzlich zu den Aktionen Posterausstellungen konzipiert, die zeitgleich in vielen (bis zu 45) Botanischen Gärten präsentiert wurden und in den meisten Einrichtungen bis zum Herbst hindurch zu sehen waren.


Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgt über Informationsbroschüren (Flyer), die von den beteiligten Gärten verteilt werden, über örtliche und überregionale Presseorgane, sowie über die Homepage des Verbandes.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Themen der gemeinsamen Aktion "Woche der Botanischen Gärten" von nachwachsenden Rohstoffen über Bionik und Wasser bis hin zu gefährdeten Wildpflanzen zeigen in ihren zahlreichen Facetten den Bezug zur biologischen, und im engeren Sinn zur pflanzlichen Vielfalt. Die Ausstellungen und vielen Aktionen in den einzelnen Gärten zeigen den Besuchern und Besucherinnen den Wert der Vielfalt und animieren zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt.



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