Die Kölner GartenClubs

Im Rahmen der Kölner GartenClubs findet ganzjährig wöchentlich ein offenes und kostenfreies gärtnerisches Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche in Ihrem direkten Wohnumfeld innerhalb einer GAG-Wohnsiedlung statt.
Im Sinne einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) werden ökologisch-ökonomische als auch soziale Aspekte bei der Gartenarbeit behandelt. Die GartenClubs ermöglichen den Teilnehmenden in einem natürlichen Umfeld unmittelbare Lern- und Selbstwirksamkeitserfahrungen, sowie nachhaltig wirkende Handlungskompetenzen zu erwerben.

Durch eine biologisch orientierte Bewirtschaftung der Gärten wird insbesondere im städtischen Raum die Biodiversität gefördert und ein wichtiger Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit geleistet.

Die Umsetzung
In den bisher eher strukturschwachen Stadtquartieren werden Gemeinschaftsbeete mit einer Größe von bis zu 250qm zur Verfügung gestellt. Die Beetgestaltung sowie die auf dem Gelände stattfindenden Aktionen werden von Anfang an gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen vor Ort und den begleitenden Referenten des Querwaldein e.V. geplant, umgesetzt und weiterentwickelt.
Bei der Beetbepflanzung werden bio-zertifiziertes Saatgut und Pflanzen verwendet. Durch den Erwerb seltener einheimischer Gemüsesorten (lokale Samentauschbörsen) kann eine Bewirtschaftung mit regionalen Produkten stattfinden. Der Mutterboden stammt von einem regionalen Bioerde-Zulieferer. Die biologische Artenvielfalt in der Stadt wird durch selbstgebaute Insektenstationen, kleine Kräuterberge oder die „Obstwiese“ gefördert. Die bis dato ungenutzten Flächen werden so durch die GartenClubs nachhaltig ökologisch genutzt und liefern ihren Beitrag zur Biodiversität in der Stadt.
Je nach Jahreszeit wird in den Gartenclubs gepflanzt, gesät und gejätet, aber auch gebastelt und gebaut (z.B. Nistkästen & Insekten-hotels). Vor allem in den Sommer- und Herbstmonaten werden Gartenerzeugnisse wie Tomaten, Mangold, Zucchini, Gurken, verschiedene Blattsalate u.v.m. im Kreise aller Teilnehmer vor Ort frisch verarbeitet und gemeinsam gegessen. Einen Teil der Ernte können die Kinder oft auch noch mit nach Hause nehmen.

Zur Didaktik
Positive, sinn-volle und nachhaltig wirkende Freizeitbeschäftigungen anzubieten ist eine große gesellschaftliche Aufgabe. Gartenarbeit besitzt einen hohen Freizeitwert (frische Luft, Bewegung, Spiel & Spaß) inklusive ökonomischem Nutzen (z.B. durch Selbstversorgung mit Gemüse) und ökologischer Bedeutung (ein „Garten der biologischen Vielfalt“ als grüne Insel für Pflanze, Tier und Mensch). Zugleich wird spielerisch und niedrigschwellig Wissen zu Gartenarbeit, ökologischen Zusammenhängen und Artenschutz (z.B. zu Wildbienen & Insekten-hotels) vermittelt.
Das Konzept der “Bildung für nachhaltige Entwicklung” ist für uns Orientierung in der Förderung sozialer und fachlicher Kompetenzen. Durch aktive Einbindung in Gestaltungsprozesse vermitteln wir den Kindern, entlang ihrer individuellen Fähigkeiten, Verantwortung für sich selbst und ihre Umwelt zu übernehmen.
Mit unserem pädagogischen Engagement setzen wir uns für eine respektvolle und dankbare Haltung gegenüber der Natur und Umwelt ein und geben dies an die Teilnehmenden weiter. Den Kindern und Jugendlichen aus urbanen Verhältnissen wird so ein positives Verhältnis zu selbstangebautem Obst und Gemüse näher gebracht. Sie erweitern ihre Wissens- und Erfahrungsbereiche hinsichtlich ihrer natürlichen Umgebung und stärken dadurch auch ihr Selbstwirksamkeitserleben. So schmeckt z.B. der von den Kids selbst erfundene „Apfel- Döner“ (mit der Apfelschälmaschine hergestellt) am besten, wenn er frisch aus dem eigenen Beet -selbst zubereitet- draußen unter freiem Himmel gemeinschaftlich verspeist wird!
Die Gartenarbeit fördert so soziales und ökologisches Lernen, welches sich an dem seitens des Querwaldein e.V. angewandten naturerlebnispädagogischen Konzept orientiert. Der Erwerb handwerklich-praktischer Fähigkeiten steht im Garten gleichberechtigt neben kognitiven, emotionalen und senso-motorischen Erfahrungen. Der GartenClub bietet darüber hinaus eine Vielfalt an weiteren Möglichkeiten, wie u.a. den Ausgleichen von (sozialen) Benachteiligungen, das Ausleben der eigenen Kreativität, das Sich-Zurückziehen zur stillen Besinnung.
Wir sehen den Gartenclub als einen Ort der Begegnung und des Austausches, an dem sich die pädagogischen Betreuer für eine offene, wertschätzende, achtsame und geschützte Atmosphäre einsetzen. Unser Team besteht aus engagierten Menschen unterschiedlichster beruflicher Herkunft, so betreuen z.B. Geographen, Sozialpädagogen und Sportwissenschaftler, begleitet und unterstützt von PraktikantInnen und Ehrenamtlern unsere Gartenclubs.

Der Ausblick
Mittelfristig ist die noch stärkere Einbindung von Erwachsenen in den GartenClubs anvisiert. Neue Ausrichtungen wie z.B. interkulturelles und inklusives Gärtnern sind Teil einer zukünftigen Agenda. Wir freuen uns, wenn nicht nicht nur Köln-weit noch weitere GartenClubs entstehen!


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Dokumente

Unsere aktuelle Gartenzeitung, die wir zusammen mit den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen jedes Quartal erstellen.

 

Besuchen Sie uns

GartenClub Bilderstöckchen

Am Bilderstöckchen 87
50739 Köln

Öffnungszeiten: Jeden Montag zwischen 15.00 und 17.30 Uhr

Herr Peter Locher
Tel.:0178-6767423
info@querwaldein.de
http://www.querwaldein.de/gartenclubs

 

Weitere Infos

Bei den Kölner GartenClubs handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der GAG Immobilien AG Köln und dem gemeinnützigen Querwaldein e.V.
Köln

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