Ehrensache Natur - Freiwillige in Parks

2. Weiterentwicklung:

Mit dem Ziel der Fortbildung, Anerkennung und Vernetzung wurden Freiwillige aus den Nationalen Naturlandschaften im März 2017 von EUROPARC Deutschland erstmalig zum bundesweiten Dialogforum „Ehrensache Natur“, gefördert durch das BfN mit Mitteln des BMUB, eingeladen. In der Nationalpark-/Naturparkregion Hainich konnten sich 60 Freiwillige, vom Studenten bis zur Rentnerin, ein Wochenende lang kennenlernen, Erfahrungen und Ideen austauschen und ein gebietsübergreifendes, motivierendes Gemeinschaftsgefühl entwickeln. Die Veranstaltung wurde gezielt inklusiv ausgerichtet, sodass aus mehreren Parks Freiwillige mit geistiger oder körperlicher Behinderung teilnehmen konnten – ein besonderer Erfolg. „Citizen Science“ spielt eine immer bedeutendere Rolle. Als Handlungshilfe für Nationale Naturlandschaften zur Förderung von Bürgerwissenschaften hat EUROPARC Deutschland in Kooperation mit dem Biosphärenreservat Rhön/Hessen und dem Projekt „Bürger schaffen Wissen“ die Publikation „Citizen Science in den Nationalen Naturlandschaften – Anleitung zur Entwicklung von Bürgerwissenschafts-Projekten“ in 2016 veröffentlicht. Im Frühjahr 2017 bildete EUROPARC Deutschland in Zusammenarbeit mit der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland 13 neue FreiwilligenkoordinatorInnen aus. Die hauptamtlichen MItarbeiterInnen aus Nationalen Naturlandschaften lernten während der fünftägigen Fortbildung die Grundlagen professionellen Freiwilligenmanagements und sind nun vor Ort Ansprechperson für Freiwillige.

Weiterentwicklung:

EUROPARC Deutschland e.V. hat im Freiwilligenprogramm „Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“ u.a. den Bereich „Corporate Volunteering“ (Freiwilligeneinsätze von Unternehmen) ausgebaut. Ziel der Corporate Volunteering-Angebote ist es, MitarbeiterInnen von Unternehmen durch praktische Naturschutzeinsätze, die dem Schutz und der Förderung der biologischen Vielfalt dienen, persönliche und direkte Erfahrungen in der Natur zu ermöglichen. Durch das eigene Anpacken wird gleichzeitig eine starke Identifikation mit dem Einsatzprojekt, der Landschaft, dem Schutzgebiet etc. entwickelt. In 2014/15 ist es gelungen, mehrere namhafte Unternehmen und Konzerne für Corporate Volunteering in den Nationalen Naturlandschaften zu gewinnen. Die Rückmeldungen der TeilnehmerInnen und Verantwortlichen in den Unternehmen waren ausnahmslos positiv, so dass EUROPARC Deutschland weitere Angebote entwickeln wird. Für die professionelle Planung und Betreuung der Unternehmenseinsätze wurden im Programm „Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“ u.a. folgende Materialien entwickelt: - Mustervereinbarungen zwischen EUROPARC Deutschland und den engagierten Unternehmen sowie zwischen EUROPARC Deutschland und den Nationalen Naturlandschaften, in denen ein Einsatz stattfindet - Checklisten zur Ausgabe an die angemeldeten UnternehmensmitarbeiterInnen im Vorfeld des Einsatzes mit Hinweisen zum Ablauf, zur notwendigen Bekleidung etc. - Muster-Urkunden zur Aushändigung an die Unternehmen zum Abschluss eines Einsatze

Ursprüngliche Bewerbung:

"Ehrensache Natur - Freiwillige in Parks" ist das Freiwilligenprogramm in den Nationalen Naturlandschaften. Das bundesweite, einmalige Programm wurde 2003 nach dem Vorbild des US-amerikanischen "Volunteers in Parks-Program" in Deutschland gestartet. Inzwischen sind mehr als 40 Nationalparks, Naturparks, Biosphärenreservate und Infozentren der Schutzgebiete beteiligt und damit Einsatzort von ehrenamtlich Engagierten. Die Parks sind in vielerlei Hinsicht Modellgebiete für den Schutz, die Erforschung und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt - inzwischen ebenso wie für Freiwilligenmanagement.

„Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“ verfolgt das Ziel, Freiwilligenmanagement in den Nationalen Naturlandschaften systematisch auf- und auszubauen – zum Nutzen der Nationalen Naturlandschaften, der hauptamtlichen Schutzgebietsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie der freiwillig Engagierten.

Teilziele sind:
* Freiwilligenmanagementstrukturen in den Nationalen Naturlandschaften und Parkeinrichtungen stabilisieren, weiterentwickeln und gebietsübergreifend vernetzen,
* die Wirkung der Nationalen Naturlandschaften zum Schutz der biologischen Vielfalt verstärken, indem die Arbeit der Hauptamtlichen durch Freiwillige unterstützt und ergänzt wird,
* die Möglichkeiten für die Bevölkerung, sich aktiv gesellschaftlich zu beteiligen, ihr Umfeld mitzugestalten und Verantwortung für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt zu übernehmen, ausweiten,
* neue Aktive und Fürsprecherinnen bzw. Fürsprecher für die Nationalen Naturlandschaften gewinnen,
* durch praktisches Erleben und emotionale Bindung an den Einsatzpark das Bewusstsein für den Wert und den Nutzen der biologischen Vielfalt wie auch für nachhaltige Entwicklung bei den Ehrenamtlichen fördern,
* Kooperationen in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von Schutzgebieten auf- und ausbauen und die Nationalen Naturlandschaften gegenüber internationalen Freiwilligenprogrammen öffnen,
* weitere Partner bspw. aus dem Bereich Bildung, Wirtschaft, Soziales und Politik im Rahmen von regionalen und/oder bundesweiten Kooperationen in das Programm einbinden,
* die öffentliche Wahrnehmung des Freiwilligenmanagements in den Nationalen Naturlandschaften fördern und die Rolle des “Naturschutz-Ehrenamtes” in der gesamtdeutschen “Ehrenamtsbewegung” stärken.

Das Freiwilligenprogramm besteht neben der Engagementförderung für klassische Einzelfreiwillige aus weiteren Bausteinen:
* Ehrensache Natur - Ohne Barrieren (Engagement von Menschen mit Behinderungen)
* Ehrensache Natur - Corporate Volunteering (Firmeneinsätze)
* Freiwillige in Parks international (internationale Kooperationen, Freiwilligenaustausche)

Pro Jahr sind bundesweit ca. 3.000 - meist aus der jeweiligen Region stammende - Freiwillige in den Nationalen Naturlandschaften während mehr als 100.000 Std. im Einsatz.
Das Programm ist altersoffen und setzt kein spezifisches Bildungsniveau voraus. Die Freiwilligen unterstützen das hauptamtliche Parkpersonal je nach individuellem Zeitbudget sporadisch oder regelmäßig in einer Vielzahl von Naturschutz- und Umweltbildungsprojekten. Dazu gehören Arten- und Biotopschutz (z.B. Bau von Amphibienzäunen, Baumpflanzungen und -pflege), Instandhaltung von Lehrpfadstationen und Wanderrastplätzen, naturkundliche Beobachtungen und Mitarbeit in Forschungsprojekten, Führung von Parkgästen, Betreuung von Informationszentren und Wanderwegepatenschaften, Programmplanung und -durchführung für Kinder- und Jugendgruppen aber auch Bürotätigkeiten wie Datenauswertung und Öffentlichkeitsarbeit.

Schlüsselfiguren des Freiwilligenprogramms sind rund 40 qualifizierte FreiwilligenkoordinatorInnen in den beteiligten Schutzgebieten. Diese gehören zum hauptamtlichen Parkpersonal, sind - neben anderen Aufgaben - für das Freiwilligenmanagement vor Ort zuständig und garantieren durch ihre Qualifikation ein hohes Maß an Kompetenz im Umgang mit Freiwilligen. Sie wurden durch die Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland in einer fünftägigen Basisqualifizierung "Freiwilligenmanagement" fortgebildet und nehmen jährlich an einer zweitägigen Weiterbildung teil.

Durch zielgruppenspezifische Ansprache und Kooperationsformen konnten Unternehmen (z.B. Bionade, Fjällräven), soziale Organisationen (z.B. Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung), Parks und Naturschutzorganisationen im europäischen Ausland gewonnen werden, sowie auf regionaler Ebene zusätzlich Schulen, Ausbildungsbetriebe, Naturschutzakademien etc. Insbesondere die Kooperation mit der Lebenshilfe, die Freiwilligen mit geistiger Behinderung ehrenamtliche Einsätze in den Nationalen Naturlandschaften ermöglicht, gilt als Musterprojekt in Deutschland. Aber auch das Gesamtprojekt "Ehrensache Natur" hat bereits zur Nachahmung angeregt - Bsp. "Herzenssache Natur" (VDN) und Fortbildung von FreiwilligenkoordinatorInnen (DNR, NABU, BUND) - und u.a. Arbeitshilfen, Praxisbeispiele für weitere Nachahmer veröffentlicht.



Bezug zur biologischen Vielfalt:

Ein direkter Bezug zur biologischen Vielfalt ist durch die Einsatzbereiche der Freiwilligen gegeben. Sie setzen sich z.B. durch die Mitarbeit in Landschaftspflegemaßnahmen dafür ein, seltene Biotope mit ihren Pflanzen und Tieren zu erhalten, sensibilisieren Gäste und Anwohner der Schutzgebiete für das Thema "biologische Vielfalt" durch ihre Mitarbeit in Umweltbildungsmaßnahmen der Parks und werden durch ihre Einblicke in die Arbeit der Nationalen Naturlandschaften selbst zu überzeugten Fürsprechern für biologische Vielfalt in ihrem privaten und beruflichen Umfeld.



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