MoorFutures. Klimaschutz trifft Biodiversität.

2. Weiterentwicklung:

Seit 2015 werden die MoorFutures somit in drei Bundesländern angeboten: - in M-V über das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt sowie die Akademie für Nachhaltige Entwicklung - ANE, - in BB über die Flächenagentur GmbH sowie - in S-H über die Ausgleichsagentur GmbH. Deshalb werden Stand und Weiterentwicklung der MoorFutures nun in einer länderübergreifenden Projektarbeitsgruppe vorangetrieben. Seit 2016 begleitet darüber hinaus ein Wissenschaftlicher Beirat mit Fachleuten der Universitäten Greifswald und Kiel sowie der Hochschule Eberswalde die MoorFutures. Mit dem Monitoringbericht zum "Polder Kieve" konnte 2015 auch der Ansatz der Treibhausgasbemessung bestätigt werden. Außerdem ist durch zurückhaltende Vorgehen bei der Ermittlung der CO2-Emissionsminderungen ein noch größerer Beitrag für den Klimaschutz erbracht worden als angenommen. Neben den in MoorFutures-Zertifikate umgewandelten Emissionsminderungen werden mehr als doppelt so viele Kohlendioxidäquivalente durch die Wiedervernässung des Polder Kieve nicht in die Atmosphäre freigesetzt. Seit 2016 beschäftigt sich ein Vorhaben im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative – NKI mit der Weiterentwicklung der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit der MoorFutures. Im Ergebnis sollen ein Netz von Moor-Info-Punkten entstehen sowie weitere Unternehmen für die MoorFutures gewonnen werden. Das Wissen über Moorschutz als Klimaschutz soll genauso gestärkt werden wie das allgemeine Verständnis für Nachhaltigkeitsthemen.

Weiterentwicklung:

Am 25.7.2012 erfolgte der erste Spatenstich im Polder Kieve (65ha) in Mecklenburg-Vorpommern, dem weltweit ersten Moor, das vollständig durch eine Finanzierung über freiwillige Kohlenstoffzertifikate wiedervernässt wird. Neben der Emissionsreduzierung wird durch die Wiedervernässung ein wertvoller Beitrag zur Erhöhung der moortypischen Biodiversität geleistet und damit dem weltweiten Verlust der Biodiversität entgegengewirkt. In den unterschiedlich vernässten Bereichen entstehen neue artenreiche Moor- und Feuchtbiotope, wichtige Lebensräume zahlreicher gefährdeter Pflanzen- und Tierarten. Weitere positive Effekte sind Wasserqualitätsverbesserung, Hochwasserrückhalt, Grundwasseranreicherung, Verdunstungskühlung sowie Aufwertung des Landschaftsbildes. Die MoorFutures in der Version 2.0 sind eine Erweiterung des existierenden MoorFuture-Standards für Kohlenstoffzertifikate. Der vielfältige Zusatznutzen wird nun als ökologischer Mehrwert mit abgebildet. Mit dem Erwerb von MoorFutures 2.0 kann man sich also gleichzeitig für Klima-, Umwelt- und Naturschutz engagieren. Die Methoden zur Darstellung dieser Ökosystemleistungen wurden im wiedervernässten Polder Kieve entwickelt und getestet. Für die Etablierung des weiterentwickelten MoorFutures-Standards in anderen Regionen müssen die für Polder Kieve entwickelten Ansätze dort geprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Ursprüngliche Bewerbung:

Intakte Moore speichern doppelt so viel Kohlenstoff in ihren Torfen wie in den Wäldern weltweit enthalten ist. Wird ein Torf entwässert, wird aus dem Kohlenstoffspeicher eine Treibhausgasquelle. Mit den MoorFutures wurde deshalb ein ökologisches Wertpapier geschaffen, welches es erlaubt, die Klimaschutzleistungen wiedervernässter Moore zu ermitteln und zu monetarisieren. MoorFutures liefern im Bereich klimaschonender Landnutzungskonzepte und deren Finanzierung einen wichtigen Beitrag zum Erreichen ambitionierter Ziele wie sie u.a. im Pariser Klimaschutzabkommen festgehalten sind.


MoorFutures® sind Kohlenstoffzertifikate für den freiwilligen Markt, die die Eigenschaft intakter Moore, Kohlenstoff zu speichern, quantitativ beschreiben und Inwertsetzen. MoorFutures können hierbei einen relevanten Beitrag zum Ausgleich klimaschädlicher Aktivitäten leisten. 1 MoorFutures steht für die Vermeidung 1 Tonne Kohlendioxid (CO2e).

Mit den eingenommenen Geldern von Unternehmen wie Privatpersonen werden trockengelegte Moore wiedervernässt und damit regionale Klimaschutzprojekte in Deutschland realisiert. Projektplanung, wasserrechtliche Genehmigungsverfahren, mögliche Entschädigungsleistungen der Flächennutzer, bauliche Umsetzungsschritte sowie das Monitoring der Klimawirkung werden auf diesem Weg finanziert. Die MoorFutures-Projekte werden über einen Zeitraum von 50 Jahren intensiv betreut. Nach dem Kauf werden die erworbenen MoorFutures und damit die vermiedenen Tonnen CO2 in einem Register „stillgelegt“. Der Käufer erhält ein entsprechendes Zertifikat.

Intakte Moore speichern jedoch nicht nur klimaschädliche Treibhausgase - sie leisten noch weitaus mehr:
- Moore sind hocheffiziente Wasserfilter, z.B. für Nitrate, und verbessern deshalb die Wasserqualität messbar,
- Moore können schnell große Mengen Wasser speichern, z.B. bei Überschwemmungen, und langsam wieder abgeben,
- Moore wirken im Sommer als kühlende Klimaanlagen ganzer Landstriche und
- Moore sind für viele Tier- und Pflanzenarten eine der wenigen, verbliebenen Rückzugs- und Lebensräume.

Dieser Beitrag zum Erhalt ganz unterschiedlicher Ökosystemleistungen macht MoorFutures zu einem einzigartigen Klimaschutzvorhaben, das „on top“ noch ein Artenvielfalts-, ein Grundwasser-, ein Meeresschutz und ein Klimawandelprojekt beinhaltet.

Die MoorFutures-Projekte leistet somit ganz praktische Beiträge zur Umsetzung der FFH/Natura 2000-Ziele, der Europäische Wasserrahmenrichtlinie oder auch des 2°- Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurden die MoorFutures in der Naturkapital Deutschland | TEEB DE - Studie aufgenommen und als eines der herausragenden Beispiele Europas dargestellt.

Weitere Informationen erhalten Sie bei den MoorFutures-Ländern persönlich:

Rehwiese – Brandenburg
Anne Schöps | Flächenagentur Brandenburg GmbH
Tel. 0 33 81 – 2 11 02 10
www.flaechenagentur.de

Polder Kieve – Mecklenburg-Vorpommern
Dr. Thorsten Permien | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV
Tel. 03 85 – 5 88 62 30
www.lm.mv-regierung.de

Königsmoor – Schleswig-Holstein
Ute Ojowski | Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein GmbH
Tel. 04 31 – 21 09 07 01
www.ausgleichsagentur.de

Bezug zur biologischen Vielfalt:


Durch die Moorwiedernässung erlangt die moortypische Flora und Fauna die Möglichkeit sich wieder zu etablieren. Bspw. ist das MoorFutures-Projekt "Polder Kieve" in MV ein beliebtes Ziel rastender und brütender Vögel geworden - darunter Kormorane, Kraniche und Silberreiher. Auch unterschiedliche, moortypische Schilfe und Röhrichte haben sich nach der Wiedervernässung re-etabliert, im Frühling liefern die blühen Wollgräser ein beeindruckendes Schauspiel. Dann zeigen sich auch Libellen wie Azurjungfer oder Vierfleck den geduldigen Beobachtern.

Video:


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Dokumente

MoorFutures Standard

MoorFutures MV: Polder Kieve - Projektsteckbrief

MoorFutures BB: Rehwiese - Projektsteckbrief

MoorFutures SH: Königsmoor - Projektsteckbrief

 

Besuchen Sie uns

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV

Paulshöher Weg 1
19053 Schwerin

Öffnungszeiten: standortabhängig

Herr Dr Thorsten Permien
Tel.:0385 588 6230
t.permien@lm.mv-regierung.de
http://www.moorfutures.de/

 

Weitere Infos

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV
Schwerin

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