Lebensräume virtuell und real erkunden - die Lernsoftware PRONAS

Werden wir auch in 50 Jahren noch den Zitronenfalter sehen? Wird es dann noch Fichten in den Mittelgebirgen geben? Die Lernsoftware PRONAS zeigt, wie Umweltforscher an solche Fragen herangehen. Naturwissenschaftler, Lehrer, Umweltpädagogen und Hochschuldidaktiker haben sich an einen Tisch gesetzt und hochkomplexe Ergebnisse internationaler Forschungsprojekte in didaktische Konzepte überführt.

Ziel des Projekts ist es, bei Schülerinnen und Schülern das Grundverständnis dafür zu fördern, dass die biologische Vielfalt Grundlage für das menschliche Leben ist. Sie sollten als Bürger, Konsumenten und auch als künftige Entscheidungsträger über die grundlegenden Prozesse Bescheid wissen, sich ihrer eigenen Verantwortung sowie möglicher Handlungsstrategien bewusst werden.

Die Lernsoftware PRONAS (PROjektionen der NAtur für Schulen) basiert auf den Ergebnissen des von der EU geförderten Forschungsprojekts ALARM (Assessing LArge scale Risk for biodiversity with tested Methods) - dem bisher größten europäischen Forschungsprojekt zur terrestrischen Biodiversität. Mehr als 250 Wissenschaftler aus 36 Ländern hatten in diesem Projekt den Einfluss des Klimawandels auf die Tiere und Pflanzen Europas untersucht und anhand von Zukunftsszenarien Aussagen über Zeiträume bis zum Jahr 2100 getroffen. Diese Szenarien beschreiben "mögliche künftige Welten" und sind gut geeignet, kritisches und dynamisches Denken über nachhaltige Entwicklungen anzuregen.

Mit mehr als 30 Übungen und Simulationen, einer Rahmenhandlung, Artengalerie und virtuellen Exkursionen werden Kenntnisse vermittelt, Lebensräume am Computer "entdeckt". Das Kapitel „Wissenschaft“ bietet aktuelle Forschungsergebnisse an – unter anderem zu Bestäubung, Landnutzung, Modellierung. Für zahlreiche Arten werden die jetzigen Lebensräume schon in wenigen Jahrzehnten zu heiß, zu trocken oder im Winter zu feucht sein. Für viele Arten werden sich die klimatisch geeigneten Areale geographisch verschieben. Das wird in PRONAS am Beispiel von konkreten Arten und Artengruppen gezeigt. Reale Exkursionen könnten die virtuellen Exkursionen unmittelbar nachvollziehen. Dazu haben die Projektpartner anschauliche und konstruktive Beiträge eingebracht: Partner sind das Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern, die Ökoschule Halle, Historisch-die Ökologische Bildungsstätte Emsland in Papenburg, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das Nationalparkhaus Torfhaus im Nationalpark Harz und das Georg-Cantor-Gymnasium Halle.
Unter dem Titel "Sei aktiv" werden Anregungen für eigene Aktivitäten gegeben. Die Palette reicht vom Baum-Monitoring über Wildbienenschutz bis zu Citizen-Science-Projekten wie das Tagfalter-Monitoring.

PRONAS richtet sich an Schülerinnen und Schüler von 12 bis 19 Jahren. Die Software ist frei verfügbar auf www.pronas.ufz.de. Das Handbuch für Lehrerinnen und Lehrer wird zum freien Download angeboten. Es enthält mehr als 30 konkrete Lernmodule, besonders für die Fächer Biologie und Geographie, aber auch für Ethik, Informatik und den fächerübergreifenden Unterricht. Damit ist PRONAS ein Baustein für die schulische und außerschulische Bildung.



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Dokumente

Handreichungen zur Lernsoftware PRONAS

 

Besuchen Sie uns

Umweltzentrum Halle-Franzigmark

Franzigmark 6
06193 Morl

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10:00 bis 16:00 Uhr

Frau Karin Ulbrich
Karin.Ulbrich@ufz.de
http://www.oekoschule.franzigmark.de/

 

Weitere Infos

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ ZUK Benediktbeuern, Ökoschule Halle, Historisch-Ökologische Bildungsstätte Papenburg, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Nationalparkhaus Torfhaus, Georg-Cantor-Gymnasium Halle
Morl

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