Luftige Begegnungen

2. Weiterentwicklung:

Mit Hilfe zahlreicher Piloten aus allen Sparten des Luftsports als Citizen Scientist wurde die Datenerfassung im August 2017 für das Projekt Luftige Begegnungen erfolgreich abgeschlossen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Luftsports wurden Begegnungen zwischen Luftsportlern und Vögeln über einen längeren Zeitraum in dieser Form statistisch erfasst. Auf Basis dieser Daten wurden neue Erkenntnisse zum Thema Luftsport und Störungspotential der Vögel gewonnen. Alle Beteiligten haben mit ihrem Einsatz beispielhaft Verantwortung für die biologische Vielfalt gezeigt. Nun befinden wir uns in einer neuen Projektphase: Luftsportler werden neben dem Mitgliedermagazin (DHV-Info) und der Homepage, über den DHV-Newsletter und seit diesem Jahr auch per Social Media (https://www.facebook.com/DeutscherHaengegleiterverbandeV/) konkret über sensible Bereiche und Schutzzonen störungsempfindlicher Vogelarten wie z.B. Steinadler und Uhu informiert. Insbesondere wurde die Zusammenarbeit mit den Fliegervereinen, den Vertretern des Naturschutzes (Gebietsbetreuer) und dem Nationalpark Berchtesgaden intensiviert. So konnte im Winter 2018 ein weiterer Verein an der Kampenwand für die Steinadler-Patenschaft gewonnen werden. Somit kann jetzt ein größeres Gebiet in der Brutsaison 2018 betreut werden. Das Modell ist beispielhaft für das Prinzip des Miteinanders von Natursport und Naturschutz.

Weiterentwicklung:

Dank des großartigen Engagements der Luftsportler wurden bis Ende August 2015 knapp 1.750 Flüge im Meldeportal auf www.luftige-begegnungen.de eingegeben. Damit wurde ein umfangreicher Datenstamm geschaffen, der Aussagen zum Thema Störpotential von Luftsportlern ermöglicht. Die Datenerfassung mit Hilfe der Monitoringpiloten wurde Ende 2014 abgeschlossen und ausgewertet. Erstes Ergebnis: Fast alle gemeinsamen Flüge verliefen friedlich. Aufgrund des Projekterfolgs und des großen Potentials, welches dieses Projekt bietet, haben der DHV und DAeC beschlossen, die Aktion Luftige Begegnungen fortzuführen. So wird in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Nationalpark Berchtesgaden derzeit ein neues Projekt entwickelt: Ein Fliegerverein im Alpenraum möchte eine Patenschaft für „seine Adler“ im Bereich des Fluggebietes übernehmen. Um die Idee zu realisieren, steht der Club in engem Kontakt mit dem Nationalpark-Team sowie Fachleuten vor Ort. Das Modell wäre beispielhaft für das Prinzip des Miteinanders. Angedacht ist eine Implementierung der Aktion in das Projekt Luftige Begegnungen. Darüber hinaus werden Luftsportler auch zukünftig über störungssensible Zeiten und Brutgebiete von Vögeln aufgeklärt und insbesondere die Fluglehrer als wichtige Multiplikatoren auch weiterhin darin geschult, Verhalten und Signale der Vögel richtig beurteilen zu können. Dafür wurden die Erkenntnisse aus dem Projekt in die Ausbildungsunterlagen eingearbeitet.

Ursprüngliche Bewerbung:

Viele Piloten von Segelflugzeugen, Gleitschirmen, Drachen und anderen Luftfahrzeugen berichten immer wieder begeistert von beeindruckenden Begegnungen mit Vögeln. Um mehr über die Gründe für die gemeinsamen Flüge zu erfahren, haben der Deutsche Hängegleiterverband e.V. (DHV) und der Deutsche Aero Club e.V. (DAeC) das Projekt „Luftige Begegnungen“, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wird, ins Leben gerufen.

Im Rahmen des Projektes wurde zur Information der Piloten eine Internetseite aufgebaut (www.luftige-begegnungen.de), auf der die Luftsportler allgemeine Informationen zum Fliegen mit Vögeln und Bestimmungshilfen finden. Nach dem Motto „Fliegen – Beobachten – Dokumentieren“ wurden alle Luftsportler aufgerufen, ihre „Luftige Begegnung“ in einem Meldeportal auf www.luftige-begegnungen.de einzugeben. Die gesammelten Daten werden mit Google-Earth visualisiert und im Anschluss wissenschaftlich ausgewertet. Mit dem Projekt wollen der DAeC und DHV auch versuchen, das Thema „Störpotential von Luftsportlern“ auf einer fachlich fundierten Basis zu untersuchen.

Um eine Aussage über die Quantität der Begegnungen treffen zu können, wurden Monitoringteams in allen Sparten mit Luftfahrzeugen gebildet. Aufgabe der Monitoring-Piloten war es, jeden Flug mit und ohne einer luftigen Begegnung in die Datenbank einzugeben. Dafür wurden die Piloten durch Ornithologen extra geschult.

Als Projektpartner wurde der Nationalpark Berchtesgaden gewonnen. Als gutes Beispiel für den kooperativen Naturschutz stellten Dr. Michael Vogel, Leiter des Nationalparks Berchtesgaden, und Björn Klaassen, Projektleiter und Umweltreferent des DHV, die Aktion bereits auf dem 4. Nationalen Forum zur Biologischen Vielfalt in Berlin vor. „Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist die Begeisterung und Freude der Piloten an der Entdeckung von Vogelarten. Wir möchten deshalb nicht nur unser Projekt in die Öffentlichkeit bringen, sondern damit auch Werbung für das Prinzip des Miteinanders machen“, so der Projektleiter Klaassen. Der Nationalpark Berchtesgaden verfolgt bereits seit vielen Jahren die Zusammenarbeit mit Natursportlern für einen kooperativen Naturschutz, wie z.B. mit dem Steinadlerprojekt. So unterstützt der Nationalpark auch das Projekt „Luftige Begegnungen“ und bringt sein Know-how ein, vor allem in Form von fachlicher Zusammenarbeit. „Akzeptanz für die Lebensraumansprüche von Tieren schafft man nicht durch Ausgrenzen, sondern durch Handreichungen. Miteinander, statt übereinander reden ist unsere Devise“, äußerte sich Dr. Vogel, Leiter vom Nationalpark Berchtesgaden, zum kooperativen Naturschutz.

Die Teilnehmerzahl im Meldeportal auf luftige-begegnungen.de steigt stetig. Inzwischen wurden über 1.500 Flüge gemeldet. Erste Ergebnisse zeigen, dass ein Großteil der Begegnungen völlig unkritisch verläuft. Nur bei ca. 5% der gemeldeten Begegnungen berichteten Piloten, dass Vögel aggressiv mit Angriff reagiert haben oder geflüchtet sind. Der häufigste Grund war, dass die Piloten – ohne es zu wissen und/oder die Signale zu erkennen - in das Revier der Vögel eingedrungen waren. Um Störungen dieser Art möglichst zu vermeiden, werden die Luftsportler im Rahmen von Veranstaltungen, Vorträgen und Schulungen sowie in den Mitgliedermagazinen der Verbände über die störungssensiblen Zeiten und Brutgebiete von Vögeln verstärkt aufgeklärt. Zudem werden die Piloten darin geschult, Verhalten und die Signale der Vögel, wie z.B. den Girlandenflug des Steinadlers, richtig beurteilen zu können.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Dank des großartigem Engagement der Luftsportler wurde die Datenerfassung im August 2017 für das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Das Besondere an dieser Aktion war die hohe Beteiligung von Piloten aus allen Sparten des Luftsports als Citizen Scientist. Zum ersten Mal in der Geschichte des Luftsports wurden Begegnungen zwischen Segel-, Motor- und Ultraleichtflugzeugen sowie Modellflieger, Ballonfahrer, Drachen- und Gleitschirmfliegern und Vögeln über einen längeren Zeitraum in dieser Form statistisch erfasst. Auf Basis dieser Daten wurden neue Erkenntnisse zum Thema Luftsport und Störungspotential der Vögel gewonnen. Alle Beteiligten haben mit ihrem Einsatz beispielhaft Verantwortung für die biologische Vielfalt gezeigt.
Um Störungen dieser Art möglichst zu vermeiden, werden die Luftsportler im Rahmen von Veranstaltungen, Vorträgen und Schulungen sowie im DHV-Info-Magazin (Mitgliedermagazin der Drachen- und Gleitschirmflieger) über die störungssensiblen Zeiten und Brutgebiete von Vögeln verstärkt aufgeklärt. Zudem werden die Piloten darin geschult, Verhalten und die Signale der Vögel, wie z.B. den Girlandenflug des Steinadlers, richtig beurteilen zu können. So engagieren sich Luftsportler vor Ort für die biologische Vielfalt.


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Dokumente

Projekt-Flyer

 

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