Zukunft in unseren Händen Artenhilfsprojekt Steinkauz

Wer ist bei diesem Anblick nicht entzückt - eine kleine drollige Minieule, die bei Aufregung auf und ab knickst - das sieht schon ziemlich „kauzig" aus. Nicht verwunderlich, dass der Steinkauz der Lieblingsvogel der Göttin Athene war; ihr verdankt der Steinkauz ja auch seinen wissenschaftlichen Namen „Athene noctua.“ Übrigens ist der Steinkauz auch heute noch auf der griechischen Euro Münze abgebildet. Aber Athene hätte sicher nicht gedacht, dass ihr Schützling einmal des Artenschutzes bedürftig werden könnte.

Deutschlandweit ist es heute schlecht bestellt um den kleinen Eulenvogel. Die Rodung alter Obstbäume im Rahmen von Flurbereinigungsmaßnahmen führten zu Wohnungsnot für unseren kauzigen Freund: Baumhöhlen in alten knorrigen Obstbäumen, die der Steinkauz so dringend als Quartier benötigt, wurden Mangelware. Aber auch die Nutzungsaufgabe der Streuobstwiesen, die Intensivierung der Landwirtschaft und die damit verbundene Verringerung des Nahrungsangebotes verschärfen die Situation zusätzlich
Geradezu ideale Lebensbedingungen findet der Steinkauz jedoch in den östlichen Teilen des Bliesgaus, dort wo traditionell genutzte Streuobstwiesen das Landschaftsbild prägen. In Bezug auf die Artenvielfalt gehören Streuobstwiesen ohnehin zu den vielfältigsten und komplexesten Lebensräumen Mitteleuropas. Über 5000 Tier- und Pflanzenarten finden hier ideale Lebensbedingungen. Der Bliesgau beherbergt rund 80 Prozent des saarländischen Vorkommens des Steinkauzes und trägt deshalb eine ganz besondere Verantwortung. Doch nicht alleine die traditionelle Nutzung der Streuobstwiesen sichert den Lebensraum der Minieule. Die kontinuierliche Betreuung und Pflege der Brutplätze und das Anbringen von speziellen Nisthilfen durch engagierte Naturschützer wie beispielsweise Axel Hagedorn tragen einen wesentlichen Beitrag zur Bestandsicherung.
Die größte natürliche Gefahr für den Steinkauz jedoch stellt der Marder dar, auf Nahrungssuche klettert er geschickt auf Obstbäume und sucht die alten Baumhöhlen und Nistkästen nach Brutgehegen des Steinkäuzen ab. Um diese Verluste durch den Marder zu verhindern hat A. Hagedorn spezielle Brutmöglichkeiten entwickelt, die mit einem speziellen Marderschutz ausgestattet sind. Diese sind sehr kostspielig und aufwendig zu bauen. Der Bruterfolg der letzten Jahre jedoch zeigt deutlich wie effektiv diese Nisthilfen gegen Prädatoren wie den Steinmarder wirken.
Sichtbar wird der Erfolg in jedem Frühsommer durch die Brutkontrolle, bei der die jungen Käuzchen auf gesundheitlichen Zustand geprüft und gleichzeitigt beringt werden. Die Beringung dient dazu die Verbreitung des Steinkauzes deutschlandweit wissenschaftlich zu dokumentieren. Zentral gesteuert über die Vogelschutzwarte in Radolfzell werden alle beringten Vögel in Deutschland erfasst. Somit ist es möglich bei beringten Vögeln die Nummer abzulesen, diese Daten an die Beringungszentrale weiterzuleiten und anschließend zu erfahren woher der Vogel stammt.

Ziel des Projektes:
• Schutz und Entwicklung des natürlichen Lebensraumes
• Schaffung von Nistmöglichkeiten
• Stützung von Steinkauz-Lebensgemeinschaften
• Wiederansiedelung junger Steinkäuze
• Sicherung des Lebensraumes Streuobstwiese für den Steinkauz (und weitere seltene Arten: Schmetterlinge, Reptilien, Kleinsäuger und Vögel)

Maßnahmen:
Biotop- und Artenschutz, Öffentlichkeitsarbeit

• Biotopschutz
• Extensive Nutzung des Lebensraumes Streuobstwiese
• Verbuschte Streuobstwiesen werden wieder freigestellt
• Durchführung regelmäßiger Pflegemaßnahmen in den Streuobstwiesen
• Neupflanzung von Obstbäumen
• Obsternte

• Artenschutz
• Bau von speziellen Nistkästen
• Anbringen der Nistkästen als Ersatz für nicht mehr genügend vorhandene natürliche Baumhöhlen
• Reinigung der Nistkästen
• Aufzucht und anschließende Wiederauswilderung des Steinkauzes in freigestellten Streuobstwiesen zur Entwicklung stabiler Populationen
• Brutkontrolle und Beringung der Steinkäuze

Öffentlichkeitsarbeit:
• Exkursionen zum Thema „Steinkauz“
Aber auch durch den Konsum regionaler Produkte wie beispielsweise dem Bliesgau- Apfelsaft ist es allen Bürger möglich einen Beitrag zum Erhalt des Lebensraumes zu leisten.


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Dokumente

Kurzbeschreibung unseres Steinkauzprojektes

 

Besuchen Sie uns

Hartungshof Kleinblittersdorf


Öffnungszeiten: Naturkundliche Führung am 07. Juni 2013 um 17: OO Uhr

Frau Teresa Feld
Tel.:0171/9562341
teresafeld@gmx.de

 

Weitere Infos

NABU Kreisgruppe Fechingen- Kleinblittersdorf 1. Vorsitzender Axel Hagedorn

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