Artenreiche Feldflur in Münster - Artenvielfalt hat ihren Preis

In Zusammenarbeit mit heimischen Betrieben hat die NABU-Naturschutzstation Münsterland eine außergewöhnliche Produktpalette zu Gunsten des Artenschutzes entwickelt, die den Verbrauchern zugleich ein exklusives Geschmackserlebnis ermöglicht.
Mit dem Kauf eines Produktes aus der Reihe „Artenreiche Feldflur in Münster“ ist jeweils ein kleiner Aufpreis von 50 Cent verbunden. Die damit erzielten Erlöse setzt der NABU zu 100% zur Erhaltung des Artenreichtums auf Münsters Äckern ein, durch die Anpachtung von Ackerstreifen, die Entschädigung von Landwirten oder die Einsaat von Wildkräuter-Samen.

Angeboten werden verschiedene Produkte, die jeweils einen eindeutigen Zusammenhang mit „Äckern“ haben. Bislang sind das "NABU-Brot" der Vollkornbäckerei Cibaria, die Nuss-Trockenfrucht-Mischung "Vielfalt macht SINNlich" von Jalall d´or und die Mohn-Schokolade "NABU-Glück" erhältlich.

Die Kampagne soll in den nächsten Jahren fortgeführt und ausgebaut werden. Sie ist von vornherein, z.B. bei der Gestaltung des Logos und des Titels, so konzipiert, dass sie sich ohne Weiteres auf anderes Regionen übertragen lässt (z.B. "Artenreiche Feldflur in Bayern")

Mit der Aktion soll dem Verbraucher insbesondere der Zusammenhang zwischen seinem Kaufverhalten und der Artenvielfalt in seiner unmittelbaren Umgebung bewusst gemacht werden. Mit den Produkten hat der Verbraucher die Möglichkeit, sich aktiv für eine Alternative zu entscheiden, die zur Steigerung der Artenvielfalt beiträgt. Die mit dem Projekt eingeworbenen Mittel werden wiederum in der unmittelbaren Umgebung (hier: in Münster) der Verbraucher eingesetzt, so dass der Verbraucher auch selber von dem Mehrwert (Artenvielfalt, Blütenpracht) profitiert.

Das Projekt wird begleitet durch Bestandserfassungen charakteristischer Pflanzen- und Tierarten der Äcker, Exkursionen und Vorträgen.

Hintergrund

Die Farbenpracht und Artenvielfalt auf unseren Feldern hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Durch die intensivierte landwirtschaftliche Nutzung wie den Einsatz immer effektiverer Pestizide drohen Ackerwildkräuter wie die Kornblume und der Mohn, die früher blaue und rote Farbakzente in der Feldflur setzten, aus unserer Landschaft zu verschwinden. Mit dem Rückgang von „Un“-Kräutern und „Schädlingen“ geht auch der Verlust der Lebensräume und Nahrungsgrundlagen von Tierarten einher, die lange Zeit typisch für die Kulturlandschaft im Münsterland waren. So bekommt man das scheue Rebhuhn oder singende Feldlerchen heute kaum noch zu Gesicht. Statt dessen machen sich im landwirtschaftlich genutzten Raum Monotonie und der „Stumme Frühling“ breit.

Es wäre aber sehr kurzsichtig, die Schuld für diese Entwicklung unseren Landwirten zuzuschreiben. Wer in der Landwirtschaft tätig ist, steht heute unter einem hohen wirtschaftlichen Druck. Ein möglichst ertragreicher Anbau wird daher zur Notwendigkeit und lässt keinen Raum für unerwünschte Konkurrenz auf dem Acker.
Wer heute eine artenfreundliche Landwirtschaft betreiben möchte, kann seine Produkte nicht zum Discountpreis anbieten und ist daher auf Verbraucher angewiesen, die bereit sind, bewusst ein paar Cent mehr zu Gunsten der Natur auszugeben.
Mit dem Projekt „Artenreiche Feldflur in Münster“ bietet der NABU die Möglichkeit, den Erhalt typischer Pflanzen- und Tierarten in Münster und gesunden Genuss mit gutem Gewissen miteinander zu verbinden.


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