Entwicklung, Konstruktion und Bau eines insekten- und amphibienfreundlichen Mähwerks

Wir, die NABU Gruppe Gärtringen-Nufringen-Rohrau haben ca. 15 Hektar Feuchtwiesen in unserer Obhut. In ein- bzw. zweischüriger Mahd werden diese Wiesen gepflegt. Die Abfuhr des Schnittgutes erfolgt als Heu und kann teilweise auch als Heu zu günstigen Konditionen verkauft werden. Um dem Artenschutz gerecht zu werden, haben wir hier ein Doppelmessermähwerk im Einsatz. Dies ist sehr anfällig. Die Reparaturen sind sehr zeit- und kostenintensiv. Aus diesem Grund möchten wir ein amphibien- und insektenfreundliches Mähwerk auf Basis eines herkömmlichen Scheibenmähwerks entwickeln. Das Mähwerk wird auf Hochschnittkufen laufen und einen „Insektenaufscheucher“ bekommen – mit diesen Enhancements erwarten wir genauso gute Ergebnisse wie bei Doppelmessermähwerken.

Was wollen wir erreichen? - unsere Ziele

• Unser Ziel ist, hier eine amphibien- und insektenfreundliches Mähwerk zu entwicken, das auf unseren NABU betreuten Flächen zum Einsatz kommt. Desweiteren soll ein Produkt entstehen, das eine große Akzeptanz in der Landwirtschaft hat und somit flächendeckender zum Einsatz kommen kann.
• In Zusammenarbeit mit dem Hersteller, der das Mähwerk liefert, an das die Erweiterungen angebaut werden, wollen wir mit Veröffentlichungen (Top Agrar u. a.), Produktdatenblättern und Produktpräsentationen (Road Shows) den Markt über das neue Produkt informieren. Referenzbesuche sollen ermöglicht werden und so das Produkt der Kundschaft im Einsatz präsentiert werden.
• Wir werden einen positive Entwicklung der biologischen Vielfalt haben und für ein positives Naturbewusstsein in Deutschland werben können
• Neben den von uns derzeit bewirtschafteten Flächen sind wir in der Lage zusätzliche Flächen (z.B. Krebsbachauen Projekt der Gemeinde Gärtringen und des Landratsamtes Böblingen) absolut artenschonend zu pflegen.

Wie wollen wir das Projekt umsetzen? – unsere Arbeitsplanung

• Die NABU Gruppe Gärtringen-Nufringen-Rohrau (eingetragener Verein) ist der Kopf der Idee. Als Verantwortlicher für die Feuchtwiesenpflege habe ich (Michael Suhm) jahrelang mit dem Doppelmessermähwerk gekämpft und war immer auf der Suche nach einer anderen Lösung. Nach vielen Gesprächen und Diskussionen wurde ein Partner gefunden, der die Projektierung durchführen kann (beginnend mit dieser Ideenskizze)
• Ein auf dem Markt eingeführtes und akzeptiertes Produkt bekommt eine Artenschutzfunktionalität. Das Exoten-Dasein der Artenschützer mit ihren Doppelmessermähwerken hat ein Ende und der Artenschutz kann auf eine breite Basis im Grünland gestellt werden.
• Folgende Projektschritte sind geplant:
 Erstellen Ideenskizze
 Erstellen eines artenschutzrechtlichen Gutachtens
 Auswahl eines Scheibenmähwerks mit Hochschnittkufen auf Basis der Ideenskizze
 Entwurf und Design des „Aufscheuch-Rechens“
 Konstruktion des „Aufscheuch-Rechens“
 Bau eines ersten Prototypen / Modell
 Entwurf und Design Anbaukonstruktion
 Fertigung und Montage des „Aufscheuchrechens“
 Test und Endabnahme
 Echtbetrieb

Wie sorgen wir dafür, dass unser Projekt weitere Kreise zieht? – unsere Öffentlichkeitsarbeit

• Wie werden Projekt und Projektergebnisse öffentlich kommuniziert? Welche Zielgruppen sollen angesprochen werden?
 Örtliche und überörtliche Presse
 Newsletter der Naturschutzverbände
 Infoschreiben an Landschaftspfleger (Verbände)
 Agrarzeitschriften
 Marketingkanal des Framework Lieferanten
• Welche Wege der Kommunikation werden beschritten und welche Materialien sollen im Verlauf des Projektes erstellt werden?
 Mailings und Anschreiben
 Artenschutzrechtliches Gutachten
 Produktdatenblatt


Das Projekt wurde mittlerweile umgesetzt und ist erfolgreich im Einsatz. In den Wintermonaten haben wir die konstruktiv, planerischen Arbeiten durchgeführt und im Zeitraum April / Mai den Anbau gebaut, so dass dann Mitte Mai eine preevaluation gemacht werden konnte.

Am 22. Juni wurde dann das Projekt von Hr. Dr. Rainer Oppermann, (ifab Institut - www.ifab-mannheim.de ) begutachtet, das Ergebnis der Mähversuche ist als Anlage beigefügt. In seinem Fazit schreibt Dr. Oppermann u.a.:

Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen

Aus den Untersuchungen lässt sich auf Grundlage dieser sondierenden Untersuchung folgendes ableiten:

 Die Gestängevorrichtung reduziert in erheblichem Maß die Anzahl der Insekten, die in das Mähwerk geraten, - entweder durch „Aufscheuchen“ (schnellfliegende Insekten) oder durch Abstreifen / Fallenlassen (meist träge Insekten, z.B. auch bestimmte Heuschreckenarten).

Er empfiehlt an dieser Stelle auch weitere Untersuchungen um das Zahlenwerk auf eine breitere Basis zu stellen. Unsere finanziellen Mittel sind leider erschöpft, aktuell versuche ich die Mähwerkerweiterung mehreren Landmaschinenherstellern vorzustellen. Mein Ziel ist es diese Erweiterung in die Breite zu bringen, sprich zu erreichen, dass der Aufscheuchrechen und die Hochschnittkufen zum Standard werden.


Bild 1
Bild 2

Bild 3
Bild 4

Dokumente

Gutachten ifab Institut, Dr. Rainer Oppermann

Bilder

Ideenskizze

Hochschnittkufen - diese sind unter den Mähbalken montiert, so wird eine Schnitthöhe von 13 cm erreicht, die den Amphibien das Überleben gewährleistet

 

Besuchen Sie uns

Michael Suhm

Römerstr. 3
71116 Gärtringen

Herr Michael Suhm
Tel.:0172 62 38 469
m.suhm@t-online.de

 

Weitere Infos

Michael Suhm, NABU Gärtringen-Nufringen-Rohrau
Gärtringen

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