Erlesene Natur - Naturerleben im Kulturland Kreis Höxter

Im Kulturland Kreis Höxter ist das Netz europaweit geschützter Lebensräume engmaschig geknüpft. Auf insgesamt 8.400 Hektar verteilen sich 44 Schutzgebiete des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000. Das Projekt „Erlesene Natur“ trägt dazu bei, den in der öffentlichen Meinung häufig immer noch mit Einschränkungen, Behinderungen und Verboten assoziierten Naturschutz in ein positives Licht zu rücken.

Dazu wurden zwischen 2009 und 2013 kreisweit 18 der beeindruckendsten FFH-Gebiete als "Erlebnisgebiete" naturverträglich erschlossen - zum Spazierengehen, Wandern, Radfahren oder einfach nur entspannen. Für Einheimische und Gäste gleichermaßen sind die besonders schönen Naturräume erlebbar geworden. Der Wert der natürlichen Vielfalt wird hier direkt vor Ort vermittelt. Im Fokus stehen die für den Kreis Höxter typischen Lebensräume Buchenwald, Kalkmagerrasen, artenreiche Mähwiesen sowie naturnahe Fließgewässer mit ihren Auen. Um die Sinnhaftigkeit von Natur- und Artenschutzmaßnahmen verständlich zu machen, werden die Menschen explizit dazu aufgefordert, Schutzgebiete als Ausflugsziele aufzusuchen.

Leuchtturmgebiete wie z.B. das Weidenpalais im Schloßpark Rheder (Leitthema Auenwälder) oder der Weser-Skywalk bei Würgassen (Leitthema Buchenwälder) wirken als überregionale Besuchermagneten und sorgen für weitergehendes Interesse auch an an den anderen Gebieten. Dazu zählen u. a. blütenreiche Kalk-Magerrasen, die früher die Muschelkalklandschaften des Weserberglandes geprägt haben und heute meist nur noch in Relikten existieren. Beispiele sind der Desenberg, eine auffällige Landmarke in der Warburger Börde, die Kalktriften von Willebadessen, die Ziegenweiden um die Ortschaft Dalhausen oder der „Schwiemelkopf“, eine Felsennase über der Diemel im Grenzbereich von Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Das Projekt hat drei thematische Schwerpunkte:

1) Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Sie erhalten bzw. steigern den naturschutzfachlichen Wert der Schutzgebiete und steigern ihre Attraktivität für Besucher. Beispiele sind Entbuschungen, Freistellung und Neuanlage von Sonderstandorten wie Mauern, Lesesteinhaufen, Hohlwegen; Wiederbelebung alter Waldnutzungsformen.

2) Einrichtung von touristischer Infrastruktur zur Attraktivierung und Besucherlenkung. Dies beinhaltet z. B. die Anlage bzw. barrierearme Umformung von Wanderwegen inkl. Beschilderung, Möblierung mit Picknick- und Ruhegelegenheiten sowie einfach verständliche Informationstafeln zum Gebiet und seiner Geschichte, dem Wert für den Naturschutz und wertbestimmenden Tier- und Pflanzenarten sowie die Einrichtung von GPS-Erlebnisstationen mit Hörgeschichten zu lebensraumrelevanten Themen.

3) Umfassende Öffentlichkeitsarbeit mit klarem Wiederekennungscharakter. Dies umfasst z. B. die Herausgabe von Flyern mit Wanderkarten für jedes Erlebnisgebiet, die Entwicklung griffiger Slogans („Auf Tauchgang im Muschelkalkmeer“, „Erfrischung im Reich der Prachtlibellen“ ), die ausführliche Projekthomepage www.erlesene-natur.de, digitale Info-Points („Tore zum Kreis“) in den Tourist-Infos der Städte und gut frequentierten Museen, die Darstellung der Erlebnisgebiete in Medien Dritter (z. B. www.teuto-navigator.de), die Entwicklung von im Gelände nutzbaren Apps für mobile Endgeräte (Tablets/Smartphones), eine Fotowanderausstellung "Erlesene Natur im Kulturland Kreis Höxter", die Ausbildung von Natur- und Landschaftsführern als Multiplikatoren, Pressearbeit u. v. m.

Das Projekt wurde von Beginn an breit verankert, um möglichst umfassende Akzeptanz zu erreichen. Projektträger ist der Kreis Höxter, zu den Kooperationspartnern gehören u. a. alle Städte des Kreises, die Landschaftsstation im Kreis Höxter sowie die Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Assoziiert sind unterschiedlichste Interessengruppen wie z. B. der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge, regionale Wandervereine, Naturschutzvereine und –verbände, Forst und Jägerschaft u. v. m.

Durch die Kooperation des Kreises mit den Städten ist die Nachhaltigkeit des EFRE-geförderten Projektes gewährleistet, da diese die Instandhaltung der touristischen Infrastruktur übernehmen. Die im Kreis ansässige Landschaftsstation sichert die Pflege der einbezogenen Lebensräume. Die Öffentlichkeitsarbeit wird nach Projektende durch die Überführung in das allgemeine Tourismusmarketing des Kreises fortgesetzt, dass u. a. zusammen mit den Landschaftsführern jährlich ein naturschutzbezogenes Veranstaltungsprogramm aufstellt. Insbesondere der Umweltbildung für Kinder und Jugendliche dient die im Rahmen des Projektes ins Leben gerufene „Walderlebnisschule Modexen“, die als zentrale Räumlichkeit interessierten Multiplikatoren offen steht.

Naturschutzfachlich erfahren die Projektgebiete eine weitere Aufwertung durch die Einbindung ein von 2011-2018 laufendes Anschlußvorhaben (LIFE +: „Vielfalt auf Kalk“).

Video:


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Besuchen Sie uns

Kreisverwaltung Kulturland Kreis Höxter

Moltkestrasse 12
37671 Höxter

Öffnungszeiten: Nach Terminvereinbarung vermitteln wir gerne Führer durch die Erlebnisgebiete

Herr Stefan Krooß
Tel.:05271/965-4218
s.krooss@kreis-hoexter.de
http://www.erlesene-natur.de

 

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