Bestandserhalt und Weiterentwicklung des Gagelstrauch-Heidemoorbiotopes im Siegburger Staatsforst

Bestandserhalt und Weiterentwicklung des Gagelstrauch-Heidemoorbiotopes im Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft, Forstbetriebsbezirk Aulgasse

Das Heidemoor im Naturschutzgebiet „Gagelbestand/Stallberger Teiche“ nahe der Kreisstadt Siegburg repräsentiert den südlichsten Vertreter der wenigen, noch erhaltenen Heidemoore entlang der rheinischen Mittelterrasse (KREMER & CASPARS, 1982).

Dort haben sich auf nährstoffarmen und staunassen Böden typische Pflanzengesellschaften entwickelt, von denen heute im Bereich des Forstbetriebsbezirkes Aulgasse noch isolierte Vorkommen des Gagelstrauches (Myrica gale) auf ausgedehnten Pfeifengras-Heidemooren erhalten sind. Hier liegt die südlichste Verbreitungsgrenze des Gagelstrauches in Deutschland. Der insgesamt stark gefährdete Bestand an seltenen und schützenswerten Arten und Assoziationen der Heidemoore sind durch verschiedene Biotopkartierungen in jüngerer Zeit hinreichend dokumentiert worden (GORISSEN, 1986; VIEHOF, 1991). Die empfindliche Heidemoorvegetation konkurriert mit Birken-, Erlen- und Faulbaumaufkommen und ist neben der Birkenwaldsukzession durch Entwässerung und Nährstoffeintrag bedroht. In der Literatur herrscht Konsens dahingehend, dass die floristische Artenvielfalt der Gagelstrauch-Heidemoore ohne langfristige, energische Pflegemaßnahmen nicht zu erhalten oder gar weiter zu entwickeln ist. Ein praxistaugliches Naturschutzkonzept für die Heidemoorvegetation der Aulgasse auf vegetationsökologischer Grundlage wurde von VIEHOF(1991) entwickelt.

Hier setzen die Biotoppflegemaßnahmen der Jägerschaft an. Seit März 1990, also seit über 20 Jahren, engagiert sich der Hegering Agger-Sieg (vormals Siegburg-St. Augustin) in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW sowie der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises für die Biotoppflege des Gagelstrauch-Heidemoores in der Aulgasse. Aktuell werden drei Pflegeflächen in den Abteilungen 508, 509 und 527 auf einer Gesamtfläche von ca. 2 ha betreut. Die drohende Verbuschung der Flächen wird durch regelmäßigen Rückschnitt schattengebener Weichhölzer und des Stockausschlages verhindert. In der 508-er Fläche, die ein starkes Relief aufweist, wird durch die Errichtung von Dämmen und die Drainageüberwachung der zahlreichen Moorbäche eine dauerhafte Vernässung der Fläche gewährleistet. Die 527-er Fläche wird seit 2011 betreut. Nachdem die Birkensukzession der ehemaligen Windwurffläche mühsam entfernt wurde, weist die neue Fläche aufgrund ihrer kleinräumigen Wechselfolge von trockenen Bereichen, Feuchtheiden und Heidemoorrelikten ein vielversprechendes Entwicklungspotenzial auf, erfordert aber auch einen erhöhten Pflegeaufwand.

Der Entwicklungsstand der Pflegeflächen wird regelmäßig durch unseren biologischen Fachberater, Herrn Dr. W. Viehof kontrolliert. Ziel der Pflegearbeiten ist der Erhalt des Gagelstrauches und der Heidemoorvegetation in der Aulgasse sowie die Schaffung eines Biotopverbundes unter Einbeziehung aller Pflegeflächen. Insofern leistet die Jägerschaft einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Ballungsraum NRW.

Literatur
Kremer, B. P. & Caspers, N. (1982):
Die Heideterrasse am Randes des Bergischen Landes, Rheinische Landschaften, Schriftenreihe für Naturschutz und Landschaftspflege, Heft 21
Gorissen, I. (1986):
Über die Flora des Naturschutzgebietes „Stallberger Teiche“ und seiner Umgebung (Siegburg, Nordrhein-Westfalen), Decheniana (Bonn) 139, 193-198
Viehof, W. (1991) :
Die Pflanzengesellschaften der Lohmarer Sandterrassen und angrenzender Gebiete im Forstrevier „Aulgasse“ (Rheinland), Inaugural-Disseration, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn


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Dokumente

Beschreibung des Projektes (Geographische Einordnung, Methodik, Zielsetzung)

 

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Parkplatz Schlangensiefen, B56/Zeithstr., Siegburg

Am Struch 24
53757 St. Augustin

Öffnungszeiten: Die Pflegeflächen sind von diesem Parkplatz aus zu Fuß erreichbar.

Herr Wolfgang Braue
Tel.:02241-333203, 0174-1485 590
wbraue@netcologne.de

 

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