Fledermaus-Monitoring in der Stadt und im Landkreis Forchheim

Der Mensch hat seit Urzeiten die Umwelt zur Gewinnung seiner Lebensgrundlagen genutzt. Die Art seines Zugriffs auf die Natur hat sich im Zuge der Entwicklung seiner Fähigkeiten und Werkzeuge gewandelt. Während er am Anfang aus einer reichen Vielfalt schöpfen konnte, ohne diese aufgrund seiner Möglichkeiten in Gefahr zu bringen, hat sich das Blatt inzwischen gewendet.

Der Mensch hat eine gewaltige Macht gewonnen, mit der er die vorhandene Vielfalt der Umwelt leicht vernichten kann. Hier setzen viele Aktivitäten zur Erhaltung der Umwelt an, indem sie den restlich noch vorhandenen Reichtum erforschen und kartieren, um auf gefährdete Bestandteile aufmerksam machen zu können. Nur so können geeignete Rücksicht und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen angesetzt werden. Auf diesem Feld ist auch das Projekt „Fledermaus-Monitoring Stadt und Landkreis Forchheim“ angesiedelt.

Dem Projekt gehören 10 Organisationen an, welche auch gemeinsam die Arbeit bestreiten:

Landrat Dr. Hermann Ulm, Forchheim, ist Schirmherr des Projekts.
Organisationen:
Landratsamt Forchheim, Untere Naturschutzbehörde, Johannes Mohr (Dipl.-Biol.),
LBV, Helmut Schmitt (1.Vors.),
Bayer. Staatsforstbetrieb Forchheim, Stephan Keilholz (Betriebsleiter), Erich Daum (Revierleiter),
Stadtförsterei Forchheim, Stefan Distler (Betriebsleiter),
Bayer. Landesjagdverband, Kreisgruppe Forchheim, Dr. Hans-Jürgen Dittmann (1. Vors.),
Bayer. Bauernverband, Forchheim, Hermann Greif (Kreisobmann),
Deutscher Alpenverein, Dr. Ulrich Schürr (Höhlengruppe),
Bund Naturschutz, AG Fledermaus (Leitung Helga Schramm),
Waldbesitzervereinigung Kreuzberg, Bernhard Roppelt (1. Vors.),
Landschaftspflegeverband Forchheim, Gebietsbetreuer A. Niedling (Dipl.-Biol.).

Die Modalitäten des Projekts sind in einem "Regelwerk" niedergelegt, welches ähnlich einer Satzung Zweck, Ablauf, Pflichten usw. darstellt.

Gründung des Projekts: 9.7.2008
1. Laufzeit: 2009-2013
2. Laufzeit: 2015-2019.

Die Projektidee besteht darin, im Landkreis Forchheim an einer Vielzahl von Stellen, welche unterschiedlichen Lebensraumtypen zuzuordnen sind, über zunächst 5 Jahre die Entwicklung der Fledermaus-Populationen zu erfassen. Dies wird mit einem neuartigen Messgerät mit der Bezeichnung „Batcorder“ durchgeführt. Dieses Gerät, welches die Ultraschallrufe der Tiere aufzeichnet und für die Bestimmung der Fledermausart Software bereitstellt, ist erst seit kurzer Zeit erhältlich. Es ist die Weiterentwicklung eines wissenschaftlichen Prototyps, den der Projektleiter in den Jahren 1994/95 gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Begleiter des Projekts, Prof. Dr. Otto von Helversen, leider am 2.3.09 verstorben, an der Universität Erlangen entwickelt hat.

Die Erfassung der Tiere nach Arten im Jagdrevier anhand ihrer Ultraschallrufe stellt eine auf andere Weise nicht erreichbare Informationsgewinnung dar. Die Tiere können in der Nacht nur in Ausnahmefällen durch optische Beobachtung bestimmt werden. Die Tiere werden durch die Aufzeichnung der Rufe nicht gestört.

Das Projekt, mit der Beobachtung einen ganzen Landkreis abzudecken, ist bisher einzigartig. Es ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass die Arbeit zu hohem Anteil ehrenamtlich durchgeführt wird. Aufgrund der neuartigen Beobachtungsmethode sind hochinteressante Aufschlüsse über die Jagdreviere und die vorhandene Artenvielfalt der Fledermäuse zu erwarten. Die Messungen der drei ersten Projektjahre haben bereits für Überraschungen hinsichtlich der Artenvielfalt gesorgt.

Das Projekt ist in seiner Art als Gemeinschaftsprojekt von 10 Organisationen beispielhaft. Waldverbände, Naturschutzbehörden, Naturschutzverbände und Bauernverband haben sich zusammengefunden, um gemeinsam die Untersuchungen zu tragen. Zwei Stiftungen haben neben den spontan eingebrachten Mitteln der Projektteilnehmer die Anschaffung einer Anfangsausstattung im Wert von über 10.000,- Euro ermöglicht. Sie konnte inzwischen verdoppelt werden. Diese außerordentliche Akzeptanz ist nicht zuletzt das Ergebnis überzeugender Argumentation für die Ziele der Umweltforschung.

Jährlich erscheint ein Bericht mit den Ergebnissen. Es existieren die Berichte für 2009, 2010 und 2011 mit umfangreichen Erfassungsdaten. Sie werden für wissenschaftliche Zwecke gerne zur Verfügung gestellt.
Das Projekt ist in der lokalen Presse gut registriert.
Auf der Jahrestagung der Fledermausschützer Nordbayerns am 10.10.2009 wurde es in einem Vortrag vorgestellt.
Im Jahre 2012 gelang der Erstnachweis der Nymphenfledermaus für Bayern.

Am 22.6.2009 wurde dem Projekt der Umweltschutzpreis des Landkreises Forchheim verliehen.
Am 9.12.2009 wurde Dr. Friedrich Oehme der Bürgerpreis der Sparkasse Forchheim “Für mich, für Dich, für alle” in der Kategorie „Alltagshelden“ in Würdigung der ehrenamtlichen Tätigkeit im Rahmen des Projektes “Fledermaus-Monitoring Stadt und Landkreis Forchheim” verliehen.
Am 12.4.2010 erhielt das Projekt die Plakette "Fledermäuse willkommen" des Bayer. Umweltministeriums.



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Bund Naturschutz, Kreisgeschäftsstelle Forchheim

Vogelstrasse 24
91301 Forchheim

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9-12 Uhr

Herr Friedrich Oehme
Tel.:09191/65960
Kreisgruppe@bn-forchheim.de
http://www.forchheim.bund-naturschutz.de/index.php?id=15738

 

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