Das Heckenprogramm im Naturpark Nordeifel

Das Landschaftsbild der Nordeifel ist auf den großflächigen Fluren der lang gezogenen Höhenrücken durch kunstvoll gezogene Hecken geprägt. Aus der Vogelperspektive betrachtet, ergibt sich ein Bild von unterschiedlichen Hecken, Buschreihen, Einzelbäumen und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die besonders eigentümlichen Flurhecken - niedrige Basis mit unterschiedlich starken aufgeasteten Durchwachsern - im Monschauer Heckenland und in verschiedenen Gemeinden im Kreis Euskirchen bestehen fast ausschließlich aus Rotbuche und sind bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückzuführen. Der Bestand an Hecken betrug im gesamten Bearbeitungsgebiet ca. 713 km.

Aus ökologischer Sicht sind die Hecken Lebensraum für viele, zum Teil spezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Die Hecken sind wichtige verbindende Biotopelemente, die die Artenvielfalt stärken und zum Erhalt der Biodiversität beitragen.
Früher dienten die Hecken neben der Abgrenzung der einzelnen Parzellen, Umzäunung von Viehweiden, Treibgassen und Windschutz auch dazu, den Brennholzbedarf zu decken. Durch die Veränderungen der modernen Landwirtschaft wurden die Hecken oft vernachlässigt.
Als Folge davon verwilderten die Hecken immer mehr, wuchsen häufig in die Höhe, wurden unten vom Vieh abgenagt und blieben dadurch sowie durch Lichtmangel triebfrei oder degenerierten zu Baumreihen.
Das diese landschaftliche, kulturelle und ökologische Besonderheit durch den zunehmenden Rückgang der notwendigen Dauerpflegearbeiten höchstgradig gefährdet war, führte zur dem seit über 25 Jahren erfolgreichen Heckenpflegeprogramm des Naturpark Nordeifel.

Das Heckenprogramm:

Der Naturpark Nordeifel erarbeitete mit den Unteren Landschaftsbehörden, den Forstbehörden, der Landwirtschaftskammer und der Landesanstalt für Ökologie NRW eine einfach gefasste ,,Pflegeanleitung" und das ,,Heckenpflegeprogramm“.
Grundgedanke des Programms ist es, die Heckenpflege durch eine Geldprämie zu unterstützen, wobei die Prämien lediglich als „Anerkennungshonorar“ anzusehen sind und keine Erstattung des tatsächlichen Aufwandes bedeuten.
Hierdurch wurde der kontinuierliche Rückgang der Pflegetradition beendet und in den südlichen Teilgebieten erstmals die notwendigen Pflegemaßnahmen initiiert.
Durch die Pflege und teilweise auch Neupflanzung der Hecken wird nicht nur die charakteristische historische Kulturlandschaft der Eifel erhalten, sondern ein wichtiger Beitrag zur biologischen Vielfalt geleistet. Flurhecken sind ein wichtiger Bestandteil der Biotopvernetzung in der Eifel und tragen somit zur Stärkung der Biodiversität bei.

Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit
1. Der Höfener Heckenweg:

Entlang des „Höfener Heckenweges“ können die Besonderheiten des „Monschauer Heckenlandes“ entdeckt und erlebt werden. Der „Heckenweg“ wurde entwickelt, um die Kulturlandschaftspflege durch die Heckenpflege und die ökologische Relevanz der Hecken als Lebensraum anschaulich darzustellen. Besonders wichtig ist der Erhalt des Artenspektrums durch den sogenannten Biotopnetzverbund, den vor allem die Flurhecken sichern.
Die baumhohen Haushecken bieten Schutz vor den kalten Westwinden und kräftigen Schlagregen.
Außerdem bieten sie einer großen Anzahl von Tieren im Siedlungsraum einen lebenswichtigen Rückzugsraum z.B. zum Nisten und Überwintern.
Verschiedene Routen mit Infotafeln, z. T. barrierefrei, laden zur Erkundung der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft ein und sensibilisieren die Besucher für die Bedeutung der Hecken zur biologischen Vielfalt.

2. Herzenssache Natur

Bei diesem Projekt geht es darum, ehrenamtliche Helfer für die Heckenpflege zu gewinnen, um so die Kulturlandschaft und die natürlichen Heckenverbindungen zu erhalten. Der Naturpark Nordeifel ist Partner des VDN im Projekt „Herzenssache Natur“, das mit Unterstützung von Generali Deutschland durchgeführt wird. Zurzeit werden die rund 400 km Hecken ehrenamtlich gegen eine kleine Aufwandsentschädigung vor allem von älteren Menschen gepflegt. Da es aber einen Rückgang des Ehrenamts und der Motivation durch Überalterung und Rückgang des Bewusstseins um die Notwendigkeit der Heckenpflege gibt, sollen durch das Projekt neue Helfer gewonnen werden, die den Erhalt der Hecken durch aktive Arbeit unterstützen. Ohne das Ehrenamt ist der Lebensraum Flur- und Haushecke mit seiner biologischen Vielfalt, ebenso wie das traditionelle Landschaftsbild stark gefährdet.

Bilanz:

In den letzten 25 Jahren wurden insgesamt rund 2 Mio. € aus Fördermitteln des Landes NRW und der EU für Pflegeprämien ausgezahlt. Damit konnten und können etwa 400 km Eifeler Flurhecken dauerhaft, in einem 4-jährigen Turnus, geschnitten werden.
Damit ist das Heckenpflegeprogramm des Naturparks Nordeifel eine der ältesten und erfolgreichsten Naturschutzmaßnahmen in der Eifel, die die Biodiversität großflächig fördert.



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Dokumente

Faltblatt: HerzensSache Natur, Pflege der Eifeler Heckenlandschaft

Faltblatt: Höfener Heckenweg

 

Besuchen Sie uns

Höfener Heckenweg (Start: Nationalpark-Tor Höfen)

Hauptstr. 72
52156 Monschau-Höfen

Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 17 Uhr

Tel.:02472-8025079
nationalparktor@touristik.monschau.de
http://www.nationalpark-eifel.de

 

Weitere Infos

Naturpark Nordeifel e. V. Bahnhofstr. 16 53947 Nettersheim
Monschau-Höfen

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