Effiziente Förderung der Artenvielfalt in ackerbaulich genutzten Landschaften

In dem Projekt soll aufgezeigt werden, dass auf wenigen verfügbaren Freiflächen („Eh-da-Flächen“) durch die intelligente Planung und Umsetzung von sehr speziellen, aber gleichzeitig
kostengünstig zu realisierenden Maßnahmen der Biotopaufwertung und Biotopvernetzung ein deutlich messbarer Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten geleistet werden kann.

Auf „Eh-da-Flächen“ sollen im Untersuchungsgebiet artengruppenspezifische Aufwertungsmaßnahmen u. a. für Vögel, Wildbienen, Spinnen, Laufkäfer Amphibien, Reptilien, Tagfalter durchgeführt werden. Durch gezieltes Monitoring soll ermittelt werden, wie gut die Maßnahmen greifen, sowohl im Hinblick auf das jeweilige Maßnahmen-Biotop, als auch im Hinblick auf die Artenvielfalt des gesamten Gebietes.

Das Untersuchungsbiet umfasst eine Fläche von ca. 350 ha und befindet sich nördlich von Herxheim in der Pfalz auf der Herxheim-Offenbacher Lössplatte. Hier findet großflächig Ackerbau und angrenzend Weinbau statt. Es gibt nur wenige Freiflächen, die nicht ackerbaulich genutzt werden, vor allem Graswege und schmale Böschungskanten. Weiterhin befinden sich Windkraftanlagen im Gebiet, wie sie inzwischen für viele Ackerbaugebiete in Rheinland-Pfalz typisch sind.

Das Projekt ist auf zehn Jahre ausgelegt, der erste Projektabschnitt beträgt vier Jahre.

Ziel des Projektes ist es, aufzuzeigen, dass auf wenigen verfügbaren Freiflächen ("Eh-da-Flächen") durch die intelligente Planung und Umsetzung von sehr speziellen, aber gleichzeitig kostengünstig zu realisierenden Maßnahmen der Biotopaufwertung und -vernetzung ein deutlich messbarer Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten geleistet werden kann.

Auf "Eh-da-Flächen" sollen im Untersuchungsgebiet artengruppenspezifische Aufwertungsmaßnahmen u. a. für Vögel, Wildbienen, Spinnen, Laufkäfer Amphibien, Reptilien, Tagfalter durchgeführt werden. Durch gezieltes Monitoring soll ermittelt werden, wie gut die Maßnahmen greifen, sowohl im Hinblick auf das jeweilige Maßnahmen-Biotop, als auch im Hinblick auf die Artenvielfalt des gesamten Gebietes. Hierzu wurden bereits vernetzende Blühstreifen angelegt und ein intelligentes gestaffeltes Mahdmanagement für einen Grünstreifen im westlichen Untersuchungsgebiet sowie Graswege entwickelt. Des Weiteren wurden an einer südexponierten Geländekante abschnittsweise Rohbodenanteile freigelegt, um sowohl Nist- als auch Nahrungshabitate vor allem für Wildbienen zu schaffen.

Die Projekt-Partner Bauern- und Winzerverband e. V. und die BASF pflegen enge Kontakte zu vielen Landwirten in der Südpfalz, die sie in den vergangenen Jahren bei Biodiversitätsmaßnahmen beraten und unterstützt haben. Zum Projektziel gehört daher auch diese vertrauensvolle Zusammenarbeit auszubauen und weitere wichtige Akteure einzubinden. Zu folgenden Akteuren soll ein regelmäßiger Kontakt aufzubauen:

1.Landwirte aus der Region Südpfalz, Landkreis Germersheim, Stadt Landau, Landkreis Südliche Weinstraße
2.Naturschutzverbände (Naturschutzverband Südpfalz + POLLICHIA
3.Untere Naturschutzbehörde des LK SÜW
4.Jägerschaft (ortsansässige Jäger + Landesjagdverband RLP)

Wichtig ist insbesondere auch die Abstimmung mit Aktion-Grün-Aktivitäten im Bereich Herxheim. Mit den Verantwortlichen vor Ort bestehen bereits enge Kontakte. Von daher ist die Abstimmung und ggf. die Kooperation mit heutigen sowie zukünftigen Aktion Grün-Aktivitäten in und um Herxheim sichergestellt. Weitere einbezogene Akteure sind das DLR Neustadt (Landwirtschaft), der Maschinenring RLP Süd und die Firma Agroscience.

Für die Einbindung dieser Akteure soll es eine Auftaktveranstaltung (07.07.2020) sowie regelmäßige Infoveranstaltungen geben, sowie Einzelgespräche mit den Vertretern der verschiedenen Gruppen (ggf. auch mit Feldbegehung) stattfinden. Weitere angedachte Veranstaltungsformen sind zum Beispiel Informationsveranstaltungen, Netzwerkveranstaltungen, Seminare, Vortragsabende, Exkursionen und Workshops.

Das allgemein formulierte Ziel der Förderung der Biodiversität durch effiziente landespflegerische Maßnahmen in einem landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebiet wird qualitativ bemessen durch die Entwicklung der Artenvielfalt, d.h. dass bei einer Artengruppe sich neue Arten ansiedeln und quantitativ durch die statistisch signifikante positive Bestandsentwicklung zu den ausgewählten Zielarten für die über einen längeren Zeitraum ein Monitoring durchgeführt wird. Die Zielarten des Naturschutzes in Ackerbaugebieten sind z.T. auch bereits in der Literatur beschrieben. Bei unterschiedlichen Gruppen gibt es diesbezüglich in verschiedenen Regionen teilweise Abweichungen, die zu berücksichtigen sind. Eine aggregierte Prognose für die Bestandsentwicklung ist nicht sinnvoll, da sie von zu vielen Parametern abhängt und wenn überhaupt nur für einzelne ausgewählte Arten möglich wäre. Die qualitative und quantitative Entwicklung der Artenvielfalt wird in den jährlichen Berichten zum Monitoring detailliert dokumentiert und bewertet.

Zusätzlich zu den Maßnahmen zur Biotopaufwertung soll durch begleitende Einbindung der Landwirte die Nachhaltigkeit der Maßnahmen gewährleistet werden. Mit einer solchen Kooperation soll ein übertragbares Modell für eine konstruktive und faktenbasierte Zusammenarbeit zwischen Naturschutzverbänden und Landwirtschaftsvertretern aus der Region entstehen und sie ist damit ein ergänzendes Projektziel.

Ob die Einbeziehung weiterer Flächen erforderlich wird, hängt von den Monitoringergebnissen ab und ist im Laufe des Projektes zu erwägen.

Das Projekt mit seinen Erfolgen soll entsprechend präsentiert werden, so dass es Strahlkraft entwickelt und Vorbild für andere Regionen sein kann, wo ähnliche Kooperationen zwischen Naturschutz und Landwirtschaft entstehen können. Zudem sollen Infotafeln den Bürgern das Projekt näher bringen und vor Augen führen, wie Artenvielfalt gefördert werden kann. Hierzu gibt es eine Homepage (http://dev.efa-suedpfalz.de/).

Im laufenden Jahr werden erste Maßnahmen umgesetzt, begleitet von fortlaufendem Monitoring. Seitens der Projektleitung wird künftig auch eine eigene Homepage für dieses Projekt eingerichtet.

Die Ziele der Biodiversitätsstrategien des Landes Rheinland-Pfalz im Handlungsfeld Landwirtschaft werden damit unterstützt.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

In modern konventionell ackerbaulich genutzten Landschaften gibt es nur wenige Freiflächen ("Eh­ da-Flächen) auf denen sich wildwachsende Pflanzen und mit ihnen wildlebende Tiere ansiedeln können. Die wenigen Freiflächen sind zudem meistens in einem ungünstigen Biotopzustand und bieten deshalb nur für einen Teil der hier potenziell vorkommenden Tiere und Pflanzen günstige Voraussetzungen. Meist fehlt es auch an der funktionalen Vernetzung der im Gebiet vorhandenen Freiflächen. Durch eine gezielte Pflege, Entwicklung und Vernetzung lässt sich die Bedeutung der Freiflächen für die Artenvielfalt in den jeweiligen Gebieten deutlich steigern. In Anbetracht des fortschreitenden Verlusts von wildlebenden Arten ist es dringend geboten, die Schutzmaßnahmen weiter zu optimieren. Dies gilt ganz besonders für ackerbaulich intensiv genutzte Gebiete, wo die Artenvielfalt in den letzten Jahrzehnten auffallend rückläufig ist.
Die Aufwertung der Freiflächen gelingt am ehesten, wenn die geplanten Maßnahmen mit den Landwirten und den Eigentümern der Freiflächen abgestimmt entwickelt werden und damit zu einer breiten Akzeptanz führen. Dementsprechend sollten im Projektgebiet zunächst diejenigen optimierenden Maßnahmen durchgeführt werden, die weitestgehend unabhängig von der Bewirtschaftung der umliegenden Flächen realisierbar sind.


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Dokumente

Das Untersuchungsbiet umfasst eine Fläche von ca. 350 ha und befindet sich nördlich von Herxheim in der Pfalz auf der Herxheim-Offenbacher Lössplatte.

 

Weitere Infos

Projektträger: Georg von Neumayer Stiftung; Projektleitung: RLP AgroScience GmbH; Projektpartner: 1) Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. 2) BASF SE

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