Grenzstreifen als Insektenweiden

Der seit 55 Jahren bestehende Tierpark im Bergheimer Stadtteil Quadrath-Ichendorf soll nach zweijähriger Planungszeit in diesem Jahr neu umgestaltet werden.
In das Gesamtkonzept der Neugestaltung integriert sind zwei größere Tiergehege, eine Teichanlage und die umliegenden Grün- und Spielanlagen. In dem Tierpark leben mehr als 10 Hirsche (Damwild) sowie mehrere Ziegen. Enten, Hühner und zugezogene Wildenten haben dort Revier.
Der Tierpark ist eine öffentlich zugängliche Naherholungsoase mitten in einem Wohngebiet. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich eine Grundschule und unsere Gesamtschule der Stadt Bergheim. Der Tierpark wird regelmäßig von zahlreichen Schulklassen im Rahmen des naturwissenschaftlichen Unterrichts besucht.
Seit dem Sommer 2018 beteiligt sich die Klasse 6.2 unser Schule an den Planungen und verfolgt dabei die Realisierung eigener Gestaltungsideen, die einen Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten sollen. Eines der Projektvorhaben der Schülerinnen und Schüler ist das Anlegen von Insektenweiden für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Wespen und andere Insekten. Die "Bestäuberweiden" werden an den Grenzflächen des Tierparkgeländes angelegt. In Planung ist darüber hinaus ein Kräutergarten mit Pflanzen, die für Bestäuberinsekten attraktiv sind. Mit dem Bau einer Insekten-WG wollen wir für Insekten Unterschlupf, Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten schaffen.

Seit dem Schuljahr 2018/19 beteiligen sich die heute 11-12-jährigen Schülerinnen und Schüler der Klasse 6.2 an der Neugestaltung des Tierparks in Quadrath-Ichendorf mit Projektideen zur Förderung der biologischen Vielfalt. Mit verschiedenen langfristigen Vorhaben wollen sie für die Besucher des Tierparks und für die Kinder der umliegenden Schulen Beiträge zum besseren Verständnis für ökologische Zusammenhänge leisten.

Projekt: Tierparkbeschilderung
Der Tierpark wird besonders in den Sommermonaten von vielen Schulklassen besucht. Erkundungsgänge in den Gehegen ermöglichen den hautnahen Kontakt zu den Tieren und bereichern die Kinder aller Altersklassen mit intensiven Tiererlebnissen. Thematisiert werden dabei verschiedene Aspekte der Lebens- und Haltungsbedingungen der im Tierpark lebenden Tiere. Da in dem Tierpark kindgerechte Informationsschilder zu den Tieren fehlen, die auch die natürliche Lebensweise und die natürlichen Lebensräume beschreiben, wollen wir mit einer neuen haptisch erfahrbaren Beschilderung die dort lebende Fauna und Flora für Kinder als Erfahrungs- und Lernort attraktiver machen.
Dazu gab es bereits mehrere Workshops mit professioneller Unterstützung durch die Entwicklungsgesellschaft Bergheim.

Projekt: Insektenweiden
Da den Bestäuberinsekten in weiten Teilen des Tierparkareals geschützte Lebensräume und Nahrungsangebote fehlen, sollen Bienen- und Schmetterlingsweiden mit Unterschlupf und Nistmöglichkeiten geschaffen werden.
Die Insektenweiden werden als Blumen- und Wiesenstreifen auf den Grenzflächen des Tierparkareals angelegt. Bereits im Sommer 2019 wurde von den Schülerinnen und Schülern auf einem Grenzstreifen mit einer Fläche von ca. 80 qm² eine erste Weide für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Bestäuber angelegt. Bei dem Vorhaben wurde unsere Schülerschaft von Mitarbeitern des ASH-Sprungbretts (regionaler, gemeinnütziger Verein im Rhein-Erft-Kreis) bei der Vorbereitung des Bodens für die Samenmischungen unterstützt. Die beigefügten Bilder dokumentieren die Aussaat des Saatgutes im Mai und den Pflanzenbestand im August 2019. Die Insektenweide konnte trotz der Hitze in den Sommermonaten gut gedeihen, da die Anwohner des Tierparks unser Projekt durch regelmäßiges Wässern unterstützt haben. Dabei wurde den Schülerinnen und Schüler klar, wir wichtig Pflanzen sind, welche die sommerlichen Dürreperioden besser überstehen. Wildpflanzen wie Hahnenfuß, Löwenzahn und Schafgarbe sollten sich daher dauerhaft in der Tierparkvegetation wiederfinden.
Für das Frühjahr 2020 ist geplant, neues Saatgut in weitere Randzonen einzuarbeiten. Mit einer Nachsaat in einem Abstand von drei bis vier Wochen wollen wir die Blütezeit verlängern. Kleinstlebensräume fördern die biologische Vielfalt. Daher sollen zwischen den Insektenweiden Bereiche mit offenem, sandigem Boden Nisthilfe der im Erdboden nistenden Wildbienen sein. Zwischen den Insektenweiden wollen wir zusätzlich kleinere Stapel Holz auslegen. Das gemeinschaftliche Gärtnern wird in den Zeiten der Mittagspausen oder in Arbeitsgemeinschaften jahrgangsübergreifend stattfinden.

Projekt: Insekten-WG (Wohngemeinschaft)
Da der Lebensraum in dem Tierpark für Insekten, Vögel und andere Kleintiere durch die Abholzung zahlreicher Bäume und Sträucher in jüngster Vergangenheit stark dezimiert wurde, setzen sich unsere Schülerinnen und Schüler vor allem für eine Neubesiedlung von Pflanzen ein, die auch die biologische Vielfalt der Insekten auf dem Areal des Tierparks fördern.
Derzeit wird von zwei Technik-Gruppen der Jahrgangsstufe 8 in den Technikräumen unserer Schule ein großräumiges, freistehendes Insektenhaus (ca. 2,5 m x 2 m) gebaut. Die Schülerinnen und Schüler bevorzugen den Begriff „Insekten-WG“ (Wohngemeinschaft), da sie eine Dauerbesiedlung und Überwinterungshilfe für unterschiedliche Insektenarten ermöglichen wollen. Da Insekten ausreichend Platz und Wahlmöglichkeiten benötigen, wo sie leben und sich vermehren können, wollen wir die Insekten-WG mit zahlreichen Röhren, Löchern, markigen Stängeln und Holzritzen ausstatten.

Projekt: Naturnaher Kräutergarten
In einem Teilabschnitt des Tierparks soll ein naturnaher Kräutergarten mit verschiedenen heimischen und auch mediterranen Kräuterkulturen angelegt werden. In den ummauerten Hochbeeten wollen wir Kräuter wie Lavendel, Thymian, Rosmarin, Salbei, Zitronenmelisse und Minze anlegen, die gerne von Insekten angeflogen werden.
Der Bereich des Kräutergartens wird öffentlich zugänglich sein und soll von Besuchern genutzt werden können, z. B. durch die Bewohnerinnen und Bewohner des gegenüberliegenden Seniorenzentrums.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Bestäuberinsekten finden heute weder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen noch im städtischen Raum ausreichende Lebensgrundlagen. Sie sind jedoch – abgesehen vom Nutzen für den Menschen – für den Erhalt unserer Ökosysteme lebenswichtig. Das Anlegen von Insektenweiden ist angesichts des Insektensterbens ein Beitrag zum Erhalt der biologischen Biodiversität, da sämtliche Wild- und Kulturpflanzen von Insekten bestäubt werden.
Mit unseren Schülerinnen und Schülern wollen wir langfristig im Sinne einer Patenschaft für die Pflege der Insektenweiden und des Kräutergartens im Tierpark sorgen. Das gemeinschaftliche Gärtnern wird in den Zeiten der Mittagspausen oder in Arbeitsgemeinschaften jahrgangsübergreifend stattfinden. Unser Ziel ist es, die heimische Vielfalt der Bestäuberinsekten für die Besucher des Tierparks sichtbarer zu machen und das Bewusstsein für den unersetzbaren Wert dieser Tiere für den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts zu schärfen. Dies geschieht bereits seit 2015 im Rahmen von schulformübergreifenden Projekten mit der Grundschule am Tierpark. In diesem Jahr ist für den Thementag zum Schutz der biologischen Artenvielfalt am 22. Mai geplant, einen weiteren Grenzstreifen des Tierparks in eine Insektenweide umzugestalten.

Video:
https://www.unsertierpark.de/images/homepage/medien/Tierpark_640.mp4


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