Bienen, Bestäubung und Bürgerwissenschaft in Berlins Gärten

In einem bürgerwissenschaftlichen Pilotprojekt untersuchen das Fachgebiet Ökosystemkunde/ Pflanzenökologie der TU Berlin und das Museum für Naturkunde Berlin gemeinsam mit Berliner Gärtner*innen in 18 Gemeinschaftsgärten, wie städtische Gärten zum Schutz von Bestäubern, insbesondere Wildbienen beitragen und welche Garteneigenschaften eine große Vielfalt von Wildbienen fördern können.
Unser Ziel ist es, die Kenntnisse zur Artenvielfalt, Ökologie und dem Schutz von Wildbienen in den Berliner Stadtgärten zu verbessern und zum gesellschaftlichen Verständnis von Wildbienen und dem Schutz der biologischen Vielfalt in Städten beizutragen. Beide Dimensionen – das wissenschaftliche und gesellschaftliche Verständnis - sind entscheidend für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in unseren Städten weltweit.

Städte beherbergen zahlreiche Insektenarten. Viele von diesen Insekten sind spezialisierte Pflanzenbestäuber, wie zum Beispiel die Wildbienen, Schmetterlinge oder auch Schwebfliegen. Berlin beheimatet über 300 Wildbienenarten, von denen die Hälfte auf der Roten Liste und unter Naturschutz steht.
Insbesondere Gärten können sehr zur biologischen Vielfalt in der Stadt beitragen. Sie sind wichtige Lebensräume für Bestäuber und Orte der urbanen Naturerfahrung. Viele Gärtner*innen sind am Bienenschutz interessiert. Es fehlen jedoch oft Kenntnisse zur Ökologie und Vielfalt der Wildbienen und das Wissen, wie sie ihre Gärten für Wildbienen gestalten und gleichzeitig ertragreich bewirtschaften können.
Das Pilotprojekt startete im Frühling 2020 in 18 Gemeinschaftsgärten in Berlin. Wissenschaftler*innen der TU Berlin erfassten in allen Gärten systematisch die Artenvielfalt der Wildbienen und Pflanzen sowie Boden-, Klima- und Landschaftsmerkmale. Die Gärtner*innen dokumentierten die Bestäubungsfunktion an ausgewählten Pflanzen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage zur Entwicklung von Maßnahmen zur Förderung von Bestäubern in Gemeinschaftsgärten.
In Online-Workshops wurden Wissen zu Wildbienen und biologischer Vielfalt vermittelt und Fragen der Gärtner*innen diskutiert. Die Rückmeldungen der Gärtner*innen sollen als Grundlage für die Erstellung von Open Educational Ressourcen zu Bestäubern in urbanen Gemeinschaftsgärten verwendet werden.
Mit einem angeschlossenen Fotoprojekt wollen wir den emotionalen Bezug zu Wildbestäubern unterstützen. Die Teilnehmer*innen werden dazu animiert, über einen längeren Zeitraum das Wachstum der eigenen Pflanzen und den Besuch von bestäubenden Insekten mit Fotos zu dokumentieren.
Das Pilotprojekt zeigt beispielhaft die innovative Verbindung von Biodiversitätsforschung, Citizen Science, Kunst und Umweltbildung und bringt ein interdisziplinäres Team aus Wissenschaftler*innen und Bürger*innen im Engagement für die biologische Vielfalt zusammen. Es wird im November 2020 mit einer Präsentation der Ergebnisse abgeschlossen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Wildbienen sind ein wesentlicher Bestandteil der biologischen Vielfalt und erfüllen wichtige Ökosystemleistungen (z. B. Blütenbestäubung). Da immer mehr Menschen in Städten leben, gewinnt auch das Management von urbanen Lebensräumen für den Erhalt der biologischen Vielfalt zunehmend an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund möchten wir verstehen, wie städtische Gärten zum Wildbienenschutz und der biologischen Vielfalt in der Stadt beitragen können und welche Gartenmerkmale (z.B. Pflanzen, Bodenstruktur, Klima) die Vielfalt von Wildbienen und ihrer Bestäubungsdienste fördern können. Mit diesem Wissen können wir Wildbienen noch besser schützen und die für Wildbienen – heute und zukünftig – so wichtigen Lebensräume schaffen und erhalten.

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Besuchen Sie uns

Berlin

Rothenburgstrasse 12
12165 Berlin

Öffnungszeiten: nach Absprache

Frau Dr Monika Egerer
Gartenbestaeuber@mfn.berlin
https://www.museumfuernaturkunde.berlin/bienenbestaeubung

 

Weitere Infos

Museum für Naturkunde Berlin und Fachgebiet Ökosystemkunde/Pflanzenökologie TU Berlin
Berlin

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