Natur- und Artenschutz im Klosterforst

Der nahe der unterfränkischen Stadt Kitzingen gelegene mehr als 1.000 Hektar umfassende Klosterforst verdankt seinen Namen dem einst dort ansässigen Benediktinerkloster. Durch die weitreichende und vielfältige Nutzungsgeschichte entwickelte sich über die Zeit ein „Naturschutzjuwel“ mit einem eng verbundenen Netz von Wald- und Ofenlandbereichen. Eine Besonderheit ist das entstandene Wechselspiel von Feucht- und Trockenflächen. In diesen Biotopen siedelten sich speziell in die dortigen Habitatbedingungen eingenischte Tier und Pflanzenarten an. Der Forstbetrieb Arnstein der Bayerischen Staatsforsten hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese wertvolle Fläche zu schützen und zu erhalten.

Geschichte des Klosterforstes:
Der nahe der unterfränkischen Stadt Kitzingen gelegene mehr als 1.000 Hektar umfassende Klosterforst verdankt seinen Namen dem einst dort ansässigen Benediktinerkloster. Adelige überließen die Waldungen Ende des 15. Jahrhunderts dem Kloster. Seine Nutzungsgeschichte reicht weit bis ins 2. Jahrhundert zurück. Wurden zu dieser Zeit noch Waldflächen zugunsten von Siedlungen entlang des Mains gerodet, so diente der Forst dem Kloster ab dem 15. Jahrhundert hauptsächlich der Gewinnung von forstlichen Erzeugnissen. Während der NS-Zeit wurden größere Waldflächen zugunsten von Ackerland gerodet.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts ist der größte Teil des Klosterforstes im Besitz des Freistaates Bayern. Bis 2007 wurden Teile des Klosterforstes militärisch von US-amerikanischen Streitkräften als Truppenübungsplatz genutzt. Seit 2005 ist der Klosterforst Teil des Forstbetriebs Arnstein der Bayerischen Staatsforsten (BaySF).

Natur- und Artenschutz am Forstbetrieb Arnstein:
Durch die weitreichende und vielfältige Nutzungsgeschichte entwickelte sich über die Zeit ein „Naturschutzjuwel“ mit einem eng verbundenen Netz von Wald- und Offenlandbereichen. Eine Besonderheit ist das entstandene Wechselspiel von Feucht- und Trockenflächen. In diesen Biotopen siedelten sich speziell in die dortigen Habitatbedingungen eingenischte Tier und Pflanzenarten an. Der Forstbetrieb Arnstein der Bayerischen Staatsforsten hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese wertvolle Fläche zu schützen und zu erhalten.
Der Klosterforst ist mit seinen Flächen Teil des FFH-Gebiets „Sandgebiete bei Schwarzach,
Klein- und Großlangheim“ sowie des Vogelschutzgebiets „Südliches Steigerwaldvorland“ und so als Natura 2000-Gebiet besonders geschützt. Neben seltenen Insektenarten wie der Blauflügeligen Ödlandschrecke finden sich auf den Flächen viele weitere wertvolle Arten wie Bechtsteinfledermaus, Spanische Flagge, Heidelerche und Halsbandschnäpper. Als bedeutsame Lebensraumtypen kommen neben mitteleuropäischen Eichen-Hainbuchenwäldern, Dünen mit Besenheide und Ginster sowie Stillgewässer vor.
Für die Pflege der Pfeifengraswiesen und anderer Offenlandflächen sorgen seit 2014 Dexter Rinder. Durch die ganzjährige Beweidung mit Europas kleinster Rinderrasse wird die Offenhaltung der Flächen und damit der Schutz dieser Lebensräume und der darin vorkommenden Arten nachhaltig gesichert. Schützenswerte Lebensräume und darin vorkommende Arten werden so erhalten.
Neben dieser Biotoppflege sorgt der Forstbetrieb Arnstein gezielt für die Lebensraumverbesserung der streng geschützten Kreuzkröte. Gemeinsam mit der Naturschutzverwaltung und in Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung werden seit Jahren Gewässer angelegt, erhalten und gepflegt. Zudem werden offene Rohbodenstellen als Lebensraum geschaffen. Aus vor Ort entnommenem Laich kleine Kröten aufgezogen und als Hüpferlinge wieder in die Freiheit entlassen. So gelingt es, den natürlichen Fortbestand der Art zu sichern.

Der Klosterforst ist Teil des vom Freistaat Bayern gefördert Programms „Der Wald blüht auf“ der Bayerischen Staatsforsten. Dabei wurden auf 10.000 m² Blühflächen mit standörtlich angepasstem so genannten Regio-Saatgut angelegt. Diese bieten mit ihrem Blütenreichtum Nahrung für Bienen, Hummeln und anderen Insekten.
In enger Zusammenarbeit mit der Forst- und Naturschutzverwaltung pflegt der Forstbetrieb Arnstein zudem wertvolle Waldrandstrukturen.
Die verschiedenen Naturschutzmaßnahmen schaffen für eine Vielzahl von Arten Lebensräume und Trittsteine zur Vernetzung mit anderen Lebensstätten und Populationen.

Auszeichnung als Projekt der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“:
Im Jahr 2020 wurde der Einsatz des Forstbetriebs Arnstein für den Natur- und Artenschutz im Klosterforst als offizielles Projekt der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet und darf für zwei Jahre den Titel "Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt" führen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Ansprüche an den Bayerischen Staatswald sind vielfältig. Neben der klassischen Nutzfunktion als
Lieferant von Holz, Wildfleisch und sonstigen Erzeugnissen dienen die Flächen, gerade in Stadtnähe,
auch der Erholung für die Bevölkerung. Das Ziel der Bayerischen Staatsforsten ist dabei immer den
Wald vorbildlich, naturnah und zum Wohle der Gesellschaft zu bewirtschaften. Der Ausbau und
Erhalt der Schutzfunktionen des Waldes – und damit auch der Natur- und Artenschutz – spielt als
Säule des Nachhaltigkeitsgedankens eine bedeutsame Rolle. Alle Vorhaben im Bereich des
Naturschutzes zielen auf die Sicherung der Biodiversität in den Wäldern ab.

Um diese Ziele zu erreichen gibt es neben allgemeinen Naturschutzgrundsätzen des Unternehmens auch regionale Naturschutzkonzepte der einzelnen Forstbetriebe. Darin werden die speziellen, regionalen Gegebenheiten analysiert und entsprechende Planungen abgeleitet. So finden sich auch die Maßnahmen für den Klosterforst im regionalen Naturschutzkonzept des Forstbetriebs Arnstein.

Der Klosterforst ist in seiner Ausprägung gerade für die waldärmere Fränkische Platte von großer Bedeutung für die biologische Vielfalt. Durch seine naturräumliche Ausprägung mit seiner speziellen Nutzungsgeschichte leistet dieses Mosaik aus Wald- und Offenlandflächen des Forstbetriebs Arnstein einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität der Region.


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Dokumente

Regionales Naturschutzkonzept des Forstbetriebes Arnstein

 

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Forstbetrieb Arnstein

Kirchberg 33
97450 Arnstein

Öffnungszeiten: Mo. - Fr.: 08.00 - 16.00

Herr Christoph Riegert
Tel.:09363 90650
info-arnstein@baysf.de
https://www.baysf.de/arnstein.html

 

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Forstbetrieb Arnstein, Bayerische Staatsforsten AöR
Arnstein

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