Sonderwettbewerb Soziale Natur

Gartentherapie

'Es gibt keine richtige Art, die Natur zu sehen. Es gibt hundert.' Kurt Tucholsky

Aus jedem Patientenzimmer kann man in den geschützten Garten schauen und direkt am Haus liegen zur Linken Beete mit Pfingstrosen, Glockenblumen, Phlox, Rosen und Schwertlilien, zur Rechten wachsen Tomaten, Bohnen, Klatschmohn, Ringelblumen und Sonnenblumen. Um dorthin zu gelangen geht’s vorbei an Kübeln auf der Terrasse mit bunten und 'besonderen' Pflanzen - das kann ein starker Duft sein, eine interessante Blattfarbe oder -struktur, wunderschöne Blüten oder ein außergewöhnlicher Wuchs. Wer nicht so gut zu Fuß ist, genießt dort die 'Natur im Kleinen', für alle anderen führt der Weg über eine Treppe oder Rampe in den Garten. Man kann große und kleine Strecken zum Laufen entlang von Wiesenflächen zwischen Blütensträuchern und altem Baumbestand wählen und immer wieder auch in kleinen Nischen oder geselligeren Sitzplätzen verweilen.

In der Gerontopsychiatrie werden ältere Menschen behandelt, die unter psychischen Störungen leiden, wie z.B. Depression, Ängste, Verwirrtheitszustände oder Verhaltensauffälligkeiten im Rahmen einer Demenz. Auf zwei Stationen mit jeweils 20 Betten arbeiten wir in Kleingruppen oder im Einzelsetting in einem multiprofessionellem Team mit den Ressourcen der Patienten, stärken ihr Selbstwertgefühl und trainieren soziale und kognitive Fähigkeiten.

Während der Gartentherapie säen wir, ziehen Stecklinge, gießen, binden auf, entfernen unerwünschtes Beikraut und ernten. Je nach Jahreszeit findet sich für jeden eine sinnvolle Tätigkeit im Einzelsetting oder in kleinen Gruppen. Mein Fokus liegt auf dem, was möglich ist, was die Patienten in Kontakt mit sich, dem Gegenüber und der Natur bringt. Welche Bedingungen, welche Pflege brauchen unsere Pflanzen und was braucht der Mensch, um gut 'wachsen und blühen' zu können? In der Auseinandersetzung mit der Natur kann man seine eigenen Sorgen und Nöte für einen Moment vergessen und sich aktiv oder beobachtend mit allen Sinnen dem Leben zuwenden. Wir 'erforschen' gemeinsam Pflanzenverwandtschaften, teilen besondere Erlebnisse und Erfahrungen aus der eigenen 'grünen Biografie' miteinander und genießen die Früchte unserer Arbeit.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Unsere Patienten hatten in ihrer Kindheit oft einen alltäglichen und positiven Bezug zur Natur. Diese kindliche Verbundenheit und Neugier möchte ich nachhaltig wieder beleben. Daher sind viele heimische und Bauerngarten-Pflanzen in unseren Beeten zu finden an die sich angenehme Erinnerungen knüpfen lassen. Unterschiedlichste Blüten locken Hummeln, Bienen und Schmetterlinge an und eine Vielzahl von Vögeln lebt auf dem parkartigen Klinikgelände. Mir liegt viel daran, eine große biologische Vielfalt als Inspriation für die eigenen vielfältigen Möglichkeiten anzubieten. In jeder Pflanzenfamilie finden sich sehr unterschiedliche Individuen und doch verbinden sie grundlegende Gemeinsamkeiten. Versteht man sich als Teil der Natur, kann man in ihr Geborgenheit und Halt erfahren.


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Öffnungszeiten: variabel

Frau Marlit Bromm
lebensgaerten@gmx.de
http://www.leben-und-garten.de

 

Weitere Infos

Marlit Bromm als freie Mitarbeiterin des Evangelischen Krankenhauses KEH Königin Elisabeth Herzberge
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