Sonderwettbewerb Soziale Natur

NaturSchauSpiel!

Ein spannender Ort zur Begegnung von Mensch und Natur – das ist der Baumwipfelpfad in Fischbach bei Dahn. Der Pfad verläuft 270 Meter durch die Baumkronen des Biosphärenreservats Pfälzerwald/Nordvogesen und erschließt damit eine Welt, die durch ihre biologische Vielfalt und ihre Bedeutung für Klima und Mensch einen elementaren Baustein für das Leben auf der Erde darstellt.
Mit dem Pfad werden mehrere Aspekte des nachhaltigen Miteinanders von Mensch und Natur aufgegriffen. So ermöglicht er einen sanften Zugang zum Lebensraum Baumkronen, ohne die Natur dabei nachhaltig zu zerstören oder zu beeinträchtigen. Durch den weitgehend barrierefreien Verlauf des Pfades wird das Naturerlebnis auch Menschen zugänglich, die aufgrund von Beeinträchtigungen normalerweise nicht in der Lage sind die Höhe aktiv zu erleben. Der Pfad mit seinen Stegen, Türmen, Infostationen und Veranstaltungen hilft dabei die Besucher des Biosphärenreservats für die ökologischen Netzwerke der umgebenden Natur zu sensibilisieren und die Bedeutung von Artenvielfalt und Strukturreichtum zu vermitteln.
Mit seiner Kombination aus Naturerlebnis und Wissensvermittlung stellt der Wipfelpfad ein ideales Werkzeug dar, den Fokus der Besucher spielerisch auf die Aspekte der biologischen Artenvielfalt im Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen zu lenken.

Der Baumwipfelpfad im Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen liegt mitten im größten, zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands, nur ca. 10 km von der französischen Grenze entfernt. Dieses riesige Waldgebiet bietet sich geradezu an um neue Zugänge zu schaffen und ungewöhnliche Perspektiven dieses vielfältigen Lebensraums zu erschließen. Einer dieser Zugänge ist der Baumwipfelpfad in Fischbach bei Dahn.
Auf einer Länge von 270 Metern verläuft der Wipfelpfad in Höhen zwischen 18 und 35 Metern in einem Waldstück der Ortsgemeinde Fischbach. Die Grundkonstruktion des Pfades besteht aus Stahl, die Bodenbeläge und Brüstungen sind aus Holz. Bei Planung und Aufbau des Wipfelpfades wurde darauf geachtet, den vorhandenen Naturraum zu schonen und die Eingriffe in Natur und Landschaft so weit möglich zu reduzieren. So wurde der Verlauf des Bauwerks an den vorhandenen Baumbestand der Fläche angepasst um möglichst viele Bäume zu erhalten. Durch diese Maßnahme konnten ca. 80% des Baumbestands bestehen bleiben. Auch die tragenden Säulen des Pfades wurden punktgenau errichtet, indem die Fundamentarbeiten ohne Zuwegung, mit Hilfe großer Kräne durch das Blätterdach erfolgten. Das Bauwerk integriert sich daher auf sehr harmonische Weise in den vorhandenen Naturraum.
Ebenfalls schon bei der Planung wurde darauf geachtet, dass die spätere Nutzung des Pfades unabhängig von Alter und körperlicher Fitness erfolgen kann. So wird der Zugang in die Höhe der Baumkronen über leicht ansteigende Rampen erreicht, die auch mit Rollstühlen befahren werden können. Die Haupttrasse des Wipfelpfades besteht aus einem breiten Bohlenweg, der durch Geländer und Brüstungen so gesichert ist, dass der gesamte Pfad ohne zusätzliche persönliche Sicherung oder Begleitung genutzt werden kann. Aufgrund dieser Maßnahmen eröffnet der Pfad eine generationenüberschreitende Nutzung für Familien und andere Gruppen. Auch Besucher mit Rollstühle, Kinderwägen und Rollatoren können große Teile des Pfades nutzen. Generell werden mit dem Pfad drei unterschiedliche Ziele verfolgt. Zum einen erschließt er den einmaligen Lebensraum im obersten Stockwerk des Ökosystems Wald, ohne die umgebende Natur nachhaltig zu beeinträchtigen, zum andern erfolgt der Zugang weitgehend barrierefrei und ermöglicht damit Menschen, unabhängig von Alter und Beeinträchtigung den Naturraum und die biologische Vielfalt in einer Höhe von 18-35 Metern zu erleben. Und drittens stellt der Pfad einen spielerisch-pädagogischen Katalysator dar, mit dessen Hilfe die Besucher für Natur, Landschaft und Artenvielfalt in der Region und darüber hinaus sensibilisiert werden. Er ist damit ein Beispiel eines positiven Miteinanders von Mensch und Natur, so wie es in einem Biosphärenreservat auch erprobt und vorgelebt werden soll.
Die Bausteine des Baumwipfelpfades bilden eine Mischung aus Umweltpädagogik und Naturerlebnis. So sind entlang des 270m langen Pfades 10 pädagogische Stationen integriert, die z.T. interaktiv genutzt werden können. Der thematische Schwerpunkt der Stationen bildet dabei die Tier- und Pflanzenwelt des umgebenden Waldareals. So werden z.B. die unterschiedlichen „Nachmieter“ von Spechthöhlen oder die im Nahbereich vorhandenen Baumarten mit ihren ökologischen und morphologischen Besonderheiten vorgestellt. Neben diesen generellen Informationen zum Lebensraum Wald werden auch aktuelle Erfassungen zur biologischen Artenvielfalt am Baumwipfelpfad vermittelt. So werden in jedem Frühjahr, die Vogelarten im Areal des Wipfelpfades kartiert und von Zeit zu Zeit finden wissenschaftliche Untersuchungen von Hochschulen statt, die sich mit faunistischen Aspekten des Pfades beschäftigen. Aktuell werden Daten zur nächtlichen Erfassung von Fledermäusen mit Hilfe automatischer Detektoren an den Türmen des Wipfelpfades für die Besucher aufbereitet.
Um den Zugang zu diesen Themen auch für ein jüngeres Publikum attraktiv zu gestalten, stehen auf dem Pfad darüber hinaus eine Reihe von aktiven Erlebnisstationen bereit.
Der Wipfelpfad wird von April bis Oktober für eine Reihe aktiver umweltpädagogischer Veranstaltungen genutzt. Neben klassischen Angeboten, wie Vogelstimmenwanderungen, die im Frühjahr durchgeführt werden, gibt es für Gruppen die sogenannte „Wipfelforscher-Rallye“, bei der aktiv Aufgaben gelöst, kleine Experimente durchgeführt und im Team Lösungen gefunden werden müssen. Auch hierbei spielt der generationenüberschreitende Aspekt wieder eine wichtige Rolle, da Familien hierbei gemeinsam agieren müssen.
Ein Veranstaltungs-Highlight auf dem Baumwipfelpfad bilden die naturkundlichen Übernachtungen, die in den Sommermonaten an 5 festen Terminen angeboten werden. Hierbei verbringen die Teilnehmer sowohl die Abendstunden, als auch die komplette Nacht und den Morgen, unter entsprechender fachlicher Betreuung, in der Kronenregion der Bäume. Die Vielfalt der nachtaktiven Tiere und die spannende nächtlichen Atmosphäre in der Natur bildet ein sehr eindrückliches Naturerlebnis.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Im größten zusammenhängenden Waldgebiet Westeuropas stellt der Baumwipfelpfad ein „spektakuläres“ Fenster für Informationen zur biologischen Vielfalt und zum Erleben dieses Lebensraumes dar. Was auf dem Boden für viele normal und alltäglich ist, wird auf dem Wipfelpfad in 35 Metern Höhe spannend und außergewöhnlich: Pflanzen, Tiere, Pilze und ihre vielfältigen Anpassungen an den Lebensraum Baumkrone. Die Informationen werden dabei auf mehreren didaktischen Ebenen, wie den interaktiven Erlebnisstationen, „Wipfelforscher-Rallyes“ und verschiedenen naturkundlichen Veranstaltungen vermittelt.
Damit wird den Besuchern das Thema Biodiversität auf spielerische Art nähergebracht, ohne dass Tiere angelockt, oder wie in einem Zoo extra vor Ort gehalten werden. Es geht um die natürliche Artenvielfalt, die Bewohner des Waldes, die auch ohne den Menschen diesen Lebensraum besiedeln. Das Waldstück auf dem der Wipfelpfad steht, ist umzäunt und damit außerhalb der touristischen Besucherbereiche. In diesem Bereich werden im Wald nur Arbeiten durchgeführt, die zur Herstellung der Verkehrssicherheit dienen. Dadurch verbleibt Totholz auf dem Gelände und Lebensraumstrukturen werden geschaffen und befinden sich in einem dynamischen Kreislauf.

Video:
https://youtu.be/ztBD9SJC3Zk http://www.pfalz-bewegt.de/fileadmin/filme_html5/ogv/69Baumwipfelpfad.ogv


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Besuchen Sie uns

Biosphärenhaus Pfälzerwald/Nordvogesen

Am Königsbruch 1
66996 Fischbach

Öffnungszeiten: s. Internet

Herr Ulrich Diehl
Tel.:06393-92100
info@biosphaerenhaus.de
http://www.biosphaerenhaus.de

 

Weitere Infos

Ortsgemeinde Fischbach bei Dahn
Fischbach

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