Sonderwettbewerb Soziale Natur

Green Care- Bauernhöfe für Menschen mit Betreuungsbedarf

Der Bauernhof ist ein idealer Ort, um Menschen emotional zu berühren und zu ihren Wurzeln zu führen. Gerade auch für Menschen mit Behinderung, Senioren, Menschen mit Demenz, oder psychisch erkrankte Menschen sind positive Erlebnisse und berührende Momente auf dem Bauernhof möglich.
Ziel des Projektes ist, BäuerInnen darin zu unterstützen, soziale Angebote auf ihren Höfen anzubieten.
Menschen mit Betreuungsbedarf haben so die Möglichkeit das Hofleben zu erkunden, zu erleben und Teil davon zu werden. Naturerlebnisse mit allen Sinnen, der Geruch von frischgemähtem Gras, der Geschmack des Apfels von der Streuobstwiese oder das Küken in der Hand sind Balsam für die Seele und tragen so zum Wohlbefinden bei.

Der Bauernhof ist ein idealer Ort, um Menschen emotional zu berühren und zu ihren Wurzeln zu führen. Gerade auch für Senioren, Menschen mit Demenz, Menschen mit Behinderung oder psychisch erkrankte Menschen sind positive Erlebnisse und berührende Momente auf dem Bauernhof möglich. Der Bedarf an entsprechenden Angeboten wächst stetig.

Ziel des Projektes ist, Landwirte und Landwirtinnen in ganz Schleswig-Holstein darin zu unterstützen, soziale Angebote auf ihren Höfen anzubieten und durchzuführen.
Folgendes wird mit diesen Angeboten erreicht:
1. Menschen mit Betreuungsbedarf haben so die Möglichkeit das Hofleben zu erkunden, zu erleben und Teil davon zu werden. Gerade in den ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins fehlen häufig passende Betreuungs- und auch Wohnangebote für Menschen mit Einschränkungen. So trägt dieses Projekt dazu bei, dem Betreuungsnotstand im ländlichen Raum entgegenzuwirken.

2. In diesem Projekt wird speziell die bäuerliche Landwirtschaft angesprochen und unterstützt. Diese Höfe fördern durch die Haltung von seltenen Nutztierrassen einen wichtigen Teil der Arterhaltung und tragen damit zur biologischen Vielfalt bei. Außerdem können diese Betriebe ihr hofnahes Umfeld mit einbeziehen, wie Knicks, Streuobstwiesen, Bachläufe, und Biotope. Viele Betriebe bewirtschaften auch naturnahe Gemüse-, Kräuter- und Duftgärten mit seltenen Pflanzen.

3. Durch den zusätzlicher Einkommensbeitrag gerade für landwirtschaftliche Betriebe, trägt das Projekt zum Erhalt kleinerer Betriebe bei und wirkt somit strukturfördernd und belebend für den ländlichen Raum. Die Biologische Vielfalt auf dem Hof ist so nicht nur ein Kostenfaktor, sondern ist durch die Nutzung für soziale Angebote eine wichtige Grundlage um ein zusätzliches Einkommen zu erzielen.

Die Angebote der Höfe richten sich an alle Menschen. Besonderes Augenmerk wird auf die Inklusion von Menschen, die durch Behinderung, psychischer Erkrankung oder Demenzerkrankung einen erhöhten Betreuungsbedarf haben. Um diesen Menschen gerecht zu werden, muss der Landwirt eine sichere, barrierearme Umgebung, qualifiziertes Personal vorhalten und die Aufgaben und Aktivitäten auf die kognitiven und motorischen Möglichkeiten der Gäste anpassen. In einigen Fällen muss eine 1:1 Betreuung möglich sein.
Um dies zu ermöglichen werden die Angebote von geschulten, ehrenamtlichen Helfern unterstützt.
Die Angebotsvielfalt reicht von einer stundenweiser Betreuung auf dem Hof, Besuch von Nutztieren in stationären Einrichtungen bis hin zu Wohnprojekten auf dem Hof. Jede Art von Angebot fördert das soziale Miteinander aller Beteiligten: Betroffene, Angehörige, Pflegekräfte, die Landwirtsfamilie, Ehrenamtler, alle tragen zu einem gemeinsamen Miteinander bei.
Um passende Angebote zu kreieren und leisten zu können, benötigen die Landwirtinnen entsprechendes Fachwissen zu verschiedenen Themen wie beispielsweise zum Umgang mit ihrer besonderen Zielgruppe, Sanitäranlagen, Barrierearmut, Möglichkeiten der Kostenerstattung durch die Pflegekassen, Marketingtipps, Umgang mit den Tieren usw.
Damit Bauern und Bäuerinnen entsprechend geschult werden können, hat die Landwirtschaftskammer den deutschlandweit einzigartigen Lehrgang „Green Care – Betreuung auf dem Bauernhof“ konzipiert. Der Lehrgang ist im Januar 2020 erstmals mit 14 Teilnehmerinnen gestartet und umfasst 125 Unterrichtsstunden. (siehe Anlage)
Des Weiteren bietet die Landwirtschaftskammer für Interessierte Bäuerinnen ein Einzelcoaching auf den Höfen an. Hierbei werden die Bauern und Bäuerinnen vor Ort unterstützt, eigene Konzepte zu entwickeln damit sie sich ihr Angebot für Alltagsentlastende Leistungen anerkennen lassen können.
Im Rahmen der Qualifizierungen arbeitet die Landwirtschaftskammer eng mit dem Sozialministerium zusammen und hat eine zusätzliche Beraterin mit entsprechender Qualifikation eingestellt. – sie ist examinierte Krankenschwester und Agraringeneurin.
Bislang gibt es Schleswig-Holsteinweit 17 Höfe, die im Rahmen des Projektes in die soziale Landwirtschaft eingestiegen sind und Angebote verschiedenster Art auf ihren Höfen durchführen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Früher gab es eine große Vielfalt an Nutztierrassen. Durch die „Industrialisierung der Tierproduktion“ werden nur noch wenige Hochleistungsrassen gehalten. Die Vielfalt der Nutztierrassen verschwindet nach und nach. Gegenwärtig stirbt weltweit jeden zweiten Monat eine Nutztierrasse aus. Die sich beteiligenden Höfe sind bäuerliche Höfe, im Voll- oder Nebenerwerb. Gemeinsam haben sie, unabhängig von biologischer oder konventioneller Bewirtschaftung, dass sie nicht auf einen einzigen Betriebszweig setzen und dadurch verschiedene Rassen halten und Sorten anbauen. Viele haben eine bunte Mischung seltenerNutztierrassen, beispielsweise Sundheimer- und das Bielefelder Kennhuhn, das Skuddenschaf und Angler Sattelschaf. Mehrere Höfe halten Alpakas, die jeden Besucher neugierig beäugen. Die biologische Vielfalt, in unserem Fall die Agrarbiodiversität ist die Grundlage für jegliche Produktion von Nahrungsmitteln. Je reicher die Vielfalt in der Landwirtschaft, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer sprunghaften Ausbreitung von Schädlingen und desto größer ist das Potenzial der Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen. Die Besucher unserer Höfe möchten alles sehen und im Zusammenspiel erleben- verschiedene Tierarten-rassen, unterschiedliche Getreide, Kräuter und Blumen, schöne Landschaften, urige Sitzecken, Insekten, verschiedene Düfte und Tierlaute, auch Wildtiere und -vögel werden gerne entdeckt. Höfe ohne biologische Vielfalt wären nicht interessant und nicht sehenswert.


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Dokumente

Ankündigung des ersten Green-Care-Lehrgangs Januar 2020

Artikel erschienen in der Top Agrar im Oktober 2019 von Melanie Suttarp

Artikel zum Thema Bauernhöfe für Menschen mit Betreuungsbedarf erschienen im März 2019 im Bauernblatt SH von Maria Nielsen

Interview mit Heiderose Schiller erschienen in der WILA-Arbeitsmarkt im Februar 2020

Artikel zum Thema Tagesbetreuung auf dem Bauernhof als Angebot der Sozialen Landwirtschaft/ Greencare erschienen im November 2019 im Bauernblatt SH von Maria Nielsen

 

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