Sonderwettbewerb Soziale Natur

Waldkinder unterwegs

Wenn an vielen kleinen Orten, viele kleine Menschen viele kleine Dinge tun, wird sich das Angesicht unserer Welt ändern
-Afrikanisches Sprichwort-
Wir sind 41 Kinder und acht Erzieherinnen des Waldkindergartens "Waldkinder Knechtsteden e.V." Die Kinder sind jeweils im Altern von zwei bis sechs Jahren. Die meiste Kita Zeit verbringen wir draußen im Knechtstedener Busch. Dort haben wir 10 unterschiedliche Waldplätze.
Die Kinder verbringen ihren Kita-Tag in der Natur, durch das tägliche Spiel im Freien erleben sie ein enges Verbunden sein mit ihr. Sie entdecken und erkennen die Natur/den Wald als Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Insekten. Sie erfahren ihn mit allen ihren Sinnen. Sie haben Zeit die Natur und den Wald selbst zu erspüren und zu erfahren und dabei eigene Antworten zu finden. Sie erleben die unterschiedlichen Jahreszeiten und damit die Veränderungen in der Natur. Die Kinder erleben, wie etwas entsteht. Das ganz plötzlich, wenn die Sonne die Erde erwärmt, die Natur zu „explodieren“ scheint. Durch das tägliche Erleben entsteht fast automatisch Achtsamkeit für andere, die Natur und sich selbst. Dies prägt sie auch für ihr weiteres Leben, über die Natur zu staunen, auf sie zu achten, mit ihr zu leben und zu helfen, sie zu erhalten.
Ebenso wichtig ist es uns im täglichen Umgang miteinander, das wir untereinander fair und gerecht miteinander umgehen. Den andern achten und schätzen, so wie er ist.

So fing alles im Frühjahr 2019 an...
An einem sonnigen Frühlingsmorgen entdeckten die Kinder an einem großen Weidenbaum die ersten Weidenkätzchen und die ersten Hummeln und Bienen wurden entdeckt. So gingen wir jeden Tag an diesem Baum vorbei und die ersten Fragen der Kinder kamen auf: „Was machen die Bienen da? Wo wohnen sie…?
Durch das starke Interesse der Kinder entstanden Gespräche und immer mehr Fragen. So beschäftigten wir uns mit dem Thema Bienen, warum sind sie so wichtig für uns und unsere Umwelt sind. Es kam die Idee auf, dass wir in unser Hochbeet, welches wir gebaut hatten, ja Pflanzen, die Bienen besonders mögen, säen und pflanzen können. Zusätzlich rodeten wir einen Bereich unseres Platzes auf dem Klostergelände und säten eine Bienenwiese mit einheimischen Blühpflanzen.
Wir sägten, bohrten und schmirgelten und stellten ein Insektenhotel her. Wir sammelten Äste und bauten einen Todholzhaufen und damit die Insekten auch etwas zu trinken haben, bekamen sie eine Insektentränke.
Wir besuchten einen Imker und erlebten den Unterschied einer Honigbiene und einer Wildbiene, schauten uns einen Bienenstock an und naschten Honig direkt aus der Wabe.
Wichtig war und ist für uns das lebensnahe und entdeckende Lernen. Besonders um den Kindern die Welt mit seiner biologischen Vielfalt erfahrbar zu machen und näher zu bringen.
Für unser Sommerfest haben wir überlegt, wie können wir unser Thema den Eltern und der Öffentlichkeit zugänglich machen. So stellten wir gemeinsam mit den Kindern Samenbomben her und verteilten diese an alle Besucher des Sommerfestes und jeder konnte unsere Blumenbeete, das Bienenhotel usw. anschauen. So schafften wir für alle, spannende und angstfreie Berührungspunkte und kamen so der besonderen Welt der Bienen etwas näher.

Gibt es überall auf der Welt genug Wasser?
Diese und noch mehr Fragen haben wir uns die letzten Wochen zu dem Thema Wasser gestellt. Wir haben überlegt, und erarbeitet, wo überall Wasser ist. Wofür braucht man Wasser, wofür ist Wasser wichtig, was würde passieren, wenn es kein Wasser mehr gibt? Gibt es überall auf der Welt genügend Wasser? Wie können wir Wasser für unsere Pflanzen auffangen?
Zu diesem Thema haben wir Bücher gelesen, auf Bildern haben die Kinder dokumentiert, wo es überall Wasser gibt. Wir haben auf unterschiedlichen Untergründen, wie z.B. Sand, Kies, Asphalt, Waldboden und… Wasser geschüttet und beobachtet, was damit passiert und erfahren, dass das Wasser nicht überall gleich versickert. Wo geht es dann hin? Das mit dem Grundwasser war gar nicht so einfach…
Bei der Überlegung, ob es überall auf der Welt genug Wasser gibt, haben wir uns mit dem Buch „Der Weg zum Wasserloch“ beschäftigt und erfahren, dass nicht überall auf der Welt Wasser aus der Leitung kommt und, dass manche Menschen ganz schön weit laufen müssen, um sauberes Wasser zu bekommen und dieses einen weiten Weg tragen müssen. Dies haben wir dann auch auf einer kleinen Strecke ausprobiert und festgestellt, dass es ganz schön anstrengend ist.
Auch, dass es für die Tiere nicht immer genügend Wasser gibt, haben wir in dem afrikanischen Märchen: „Das Wasser gehört allen“ erfahren und überlegt, wie könnte es denn bei uns im Wald gewesen sein, als es in den letzten Sommern so heiß war und kaum geregnet hat. So hatten wir die Idee das Märchen so umzuschreiben, wie es im Knechtstedener Busch und die Tiere gewesen sein könnte und so haben die Kinder dies als Theaterstück auf unserer Adventsfeier vorgeführt.

Auch gingen wir den Weg zur „Nachhaltigen Kita“
Im Jahr 2019 nahmen die Waldkinder Knechtsteden e.V. am Projekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ erfolgreich teil.
Leitlinien zur BNE

1. Wir schützen und bewahren die Natur und entnehmen ihr nur so viel wie wir benötigen und der Natur nicht schaden, nach unserem Kita Grundsatz „Sein-Erfahren-Achten - Mit allen Sinnen“.
2. Wir vermeiden Müll und wo er entsteht entsorgen wir ihn fachgerecht.
3. Wir achten bei Neuanschaffungen darauf, ob sie grundsätzlich nötig, sie gebraucht zu haben oder möglichst umweltverträglich sind.
4. Wenn wir für die Gruppen oder das Team einkaufen achten wir auf regional/bio/fair.
5. Wir achten auf Ressourcenschonung (Regenwasser sammeln für den Garten; Heizung aus, wenn Fenster auf; Licht aus).


Beispiele der Umsetzung

1. Beet:
Beim Gärtnern lernen die Kinder pflanzen zu hegen und pflegen und zu genießen.
2. Holunderblütensirup:
Sirup aus den Blüten herzustellen macht Spaß und ist lecker.
3. Insekten:
Beim Insektenzählen lernen die Kinder die kleineren Lebewesen kennen, auf sie zu achten und zu schützen.
4. Toilettenpapier:
Im Wald nutzen wir 1-lagiges Recycling-Toiletten-Papier, das sich im Boden zersetzt.
5. Tauschtisch:
Das Tauschen spart Ressourcen ein und macht Spaß.
6. Regenwasser auffangen:
Wir fangen unser Regenwasser auf und bewässern damit unseren Garten.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Aufgrund des täglichen Draußensein erleben die Kinder die biologische Vielfalt der Natur. Sie erfahren das Zusammenleben des Ökosystems Wald mit seinen Bewohnern, wie Insekten und Tieren, Bäumen, Pilzen... Auf der Obstwiese, in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Knechtsteden, erleben die Kinder wieder einen ganz anderen Bereich mit seinen Bewohnern, wie alte Apfelsorten, Schlafsäcke der Ringelnattern, Schafe, die auf der Wiese leben und…der Teich mit seinen Fröschen und Lurchen… Auf unserem Forscherplatz, ein großes Naturgrundstück mit unseren Beeten und vielen naturbelassenen Spielmöglichkeiten, können die Kinder beobachten, wie Wildbienen in unser selbstgebautes Bienenhotel eingezogen sind, die Blaumeise in unseren selbstgebauten Nistkasten brüten und es auf der selbstgesäten Blumenwiese mit einheimischen Blühpflanzen summt, brummt und krabbelt.
Durch das eigene Erleben, nehmen die Kinder Veränderungen in der Natur wahr. Sie können sich Zusammenhänge erklären und sind so in der Lage Verantwortung für Natur und Umwelt zu übernehmen. Die Kinder entwickeln Empathie für ihre Umwelt und Ehrfurcht vor dem Leben, verantwortliches Handeln mit der Natur und auch Solidarität mit Schwächeren.


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Besuchen Sie uns

Waldkindergarten Waldkinder Knechtsteden e.V.

Knechtsteden 13a
41540 Dormagen

Öffnungszeiten: 7:15 bis 16:15 Uhr

Frau Andrea Hermann-Hoffmann

http://waldkinder-knechtsteden.de

 

Weitere Infos

Waldkinder Knechtsteden e.V.
Dormagen

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