Die politische Pflanze

In dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Projekt (2019-2022) kooperieren drei Partner: die Universität Kassel mit der Didaktik der politischen Bildung und dem Tropengewächshaus Witzenhausen, die Arbeitsgruppe Bildung im Verband Botanischer Gärten e.V. (VBG) und der Bundesweite Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz (BANU).
Die Projektpartner verbinden Biodiversitätsbildung mit politischer Bildung und entwickeln hierzu 16 Veranstaltungsformate mit einer mehrperspektivischen Betrachtungsweise von pflanzlicher Biodiversität. Die Wortmarke „Die Politische Pflanze“ soll dabei unterstützen, sinnstiftende Erzählungen und Handlungsoptionen für Individuen und Gruppen zu entwickeln. Sie steht exemplarisch für die Tatsache, dass Ökosysteme, Wild-und Kulturpflanzen gleichermaßen Gegenstand politischer Erwägungen, Konflikte und Gesetzgebungen sind.
In 9 Bundesländern konzipieren 8 Naturschutzakademien gemeinsam mit jeweils 1-2 Botanischen Gärten Angebote und Formate für unterschiedliche Zielgruppen und führen diese in den Jahren 2020 und 2021 durch. Die politische Bildung bringt hierzu ihre Expertise ein. Diese Herangehensweise eröffnet das Erkennen systemischer Zusammenhänge, zeigt Optionen zur demokratischen Mitgestaltung von Nachhaltigkeitsprozessen und lässt sowohl im Projektteam als auch im Kreis der Veranstaltungsteilnehmer*innen Diskussionen über das Mind-Behaviour-Gap zu.

Alle beteiligten Akteure: die Fachgebiete der Universität Kassel, die im VBG organisierten Botanischen Gärten und die dem BANU angehörenden Natur- und Umweltbildungsakademien agieren im Kontext Biodiversitätsschutz und Bildung. Sie besitzen eine große Expertise in der Bearbeitung und Kommunikation der einschlägigen Themen und sie sind vertreten in der öffentlichen Diskussion zu Fragen des Natur-und Artenschutzes. In ihren Veranstaltungen geht der Blick über die Vermittlung und den Erwerb von Artenkenntnis, die Pflanze und ihre Dienstleistungen und Produkte hinaus und richtet sich auch auf politische und menschenrechtliche Lösungsansätze weltweiter Ungleichheit. Dabei geht es auch um politische Urteils- und Handlungsfähigkeit, womit zentrale Ziele der politischen Bildung angesprochen sind. Zu mündigen politischen Entscheidungen in einer sich globalisierenden Welt gehört ein Bewusstsein über die Strategien nachhaltiger Entwicklung als Voraussetzung dazu. Das Vorhaben bündelt die Expertise der beteiligten Partner und stärkt bzw. initiiert eine Zusammenarbeit auf Landesebene zwischen den Botanischen Gärten und den Naturschutzakademien im Kontext Schutz und gerechter Nutzung pflanzlicher Vielfalt. An der praktischen Umsetzung sind in neun Bundesländern insgesamt 22 Einrichtungen beteiligt. Dies sind acht Akademien, elf Botanische Gärten, zwei Didaktiken der Biologie und ein Eine Welt Netzwerk. Hinzu kommt die Didaktik der Politikwissenschaften der Universität Kassel als Antragsteller und Projektleitung. Jedes Länderteam, bestehend aus einer Akademie und ein bis zwei Botanischen Gärten und weiteren Partnern, entwickelt und führt gemeinsam ein Bildungsformat pro Jahr durch. Dies können praktische Kurse, Ausstellungen, Science-Cafés und vieles mehr sein. Diesen mindestens 16 bundesweit stattfindenden jeweils mehrstündigen bis mehrtägigen Veranstaltungen liegen fachlich fundierte, didaktisch aufbereitete Konzepte auf Grundlage einer Bildung für nachhaltige Entwicklung zugrunde. Die Angebote sollen explizit ökologische Nachhaltigkeit mit ökonomischer Leistungsfähigkeit und sozialer Gerechtigkeit mit lokalen und globalen Dimensionen verbinden und so die politische Seite der pflanzlichen Vielfalt kommunizieren und diskutieren.
Die Reflexion der jeweiligen Bildungsverständnisse sowie die Entwicklung neuer Formate in den informellen, non-formalen und außerschulischen Lernorten geschieht auf gemeinsamen Sitzungen der Länderteams und der Gesamtgruppe. Dies soll das Generieren neuer Herangehensweisen und neuen Expertinnenwissens ermöglichen, aber ebenso die Akteure „Botanische Gärten“ und „Naturschutzakademien“ weiter vernetzen. Beiträge auf den Jahrestagungen des jeweils anderen Partners, eine Handreichung sowie eine öffentliche Abschlusstagung kommunizieren die Ergebnisse in die Breite.
Das Projekt soll einen Beitrag leisten zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs), der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt und des Nationalen Aktionsplanes zur Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Die Projektleitung obliegt Marina Hethke, Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen, Witzenhausen und Prof. Andreas Eis, Didaktik der politischen Bildung, beide Universität Kassel. Projektkoordinatorin ist Eva-Maria Kohlmann.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Das Projekt soll einen Beitrag leisten zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs), der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt und des Nationalen Aktionsplanes zur Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Warum muss und wie kann biologische Vielfalt erhalten werden? Diese naturwissenschaftlichen, aber auch global-politischen Fragen befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen Wissen und Handeln. Das Fachgebiet Didaktik der politischen Bildung arbeitet innerhalb verschiedener Forschungsansätze zu den damit verbundenen Themenfeldern. Zusammen mit den Partnern aus Botanischen Gärten gelang es dem Fachgebiet im Rahmen verschiedener Projekte, Publikationen und Tagungsbeiträge, den Lernort Botanischer Garten auch in das Bewusstsein politischer Bildner zu heben.
Die deutschen Botanischen Gärten haben bereits früh das Übereinkommen zur Biologischen Vielfalt als bindendes Dokument anerkannt und sind intensiv an den nationalen und internationalen politischen Diskussionen darüber beteiligt – so zum Beispiel über den Beitrag zu Nationalen Strategien, die Global Strategy on Plant Conservation (BfN 1999) und über das Nagoya Protokoll zu Access und Benefit Sharing. Als Zentren der Artenvielfalt beherbergen sie etwa 1/5 der weltweit beschriebenen Pflanzenarten und zählen mehr als 14 Millionen Gäste pro Jahr. Es existieren derzeit bundesweit mehr als 60 so genannte „Grüne Klassenzimmer“ oder „Grüne Schulen“, die sich der Kommunikation und dem Wissenstransfer widmen.



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Weitere Infos

Tropengewächshaus Witzenhausen und Didaktik der politischen Bildung der Universität Kassel
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