Sonderwettbewerb Soziale Natur

Sommerakademie Vielfalt: Vielfalt in Natur und Gesellschaft

28 Stipendiaten*innen der Deutschlandstiftung Integration besuchten vom 13. bis zum 15. August 2019 die Streuobstwiesen Herrengarten im Biosphärenreservat Thüringer Wald, um über das Thema „Vielfalt in Natur und Gesellschaft“ zu diskutieren. In Gruppenarbeit entstanden viele Ideen zum Thema, die als Projekt-Präsentationen vorgestellt wurden. Ein Gewinner unter den Projekten wurde gewählt. Außerdem arbeiteten die Teilnehmer*innen bei einem Arbeitseinsatz gemeinsam auf der Streuobstwiese.
Ziel des Projektes ist es Vielfalt in Natur und Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Die Sommerakademie Vielfalt wird auch im Jahr 2020 und im Jahr 2021 stattfinden, jedes Jahr mit einenm anderen Aufgabenschwerpunkt für die Studierenden. Dabei sollte der Gewinn für Gesellschaft und Natur, den Vielfalt hat, herausgearbeitet werden. Der Corporate Volunteering Einsatz auf der Streuobstwiese vermittelt nicht nur praktische Erfahrung für die Teilnehmer*innen, sondern stärkte auch den Zusammenhalt der Gruppe.

Die 28 Teilnehmer*innen aus 21 Nationen bekamen über einen Zeitraum von drei Tagen, die Aufgabe eine Kampagne zum Thema “Vielfalt als Innovationsmotor“ zu erstellen. Ziel war es, Vielfalt in all seinen Dimensionen zu bedenken, gesellschaftlich als auch biologisch. Die Sommerakademie enthielt neben der 3-tägigen Gruppenaufgabe jeweils auch einen Theorie- und einen Praxisteil. Der Theorieteil enthielt verschiedene Vorträge, sie reichten über politische bis hin zu wirtschaftlichen Themen. Eine Präsentation von Axel Bachmann, Geschäftsleiter Nachhaltigkeit der Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH gab interessante Einblicke in den Nachhaltigkeits-Aktionsplan „Handeln.Verändern“. Hier ging es vor allem darum, das Thema Diversity aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, denn Vielfalt ist in vielfacher Hinsicht beutend für die Zukunft eines Unternehmens, wenn es nachhaltig regional produziert und international agiert.
Dr. Katja Arzt, Nationale Naturlandschaften e.V. erläuterte Hintergründe zur biologischen Vielfalt und veranschaulichte, dass Streuobstwiesen die „kleinen Regenwälder“ Mitteleuropas sind, denn sie sind Hotspots für Biodiversität und entstanden durch jahrhundertealte Traditionen, die Ursprünge unserer heutigen Obst-Kulturformen liegen im Orient. Von dort gelangte das Wissen über Obstanbau und -zucht nach Südeuropa und dann auch zu uns in den Norden. Auf diesen Weg sind viele Innovationen auf Streuobstwiesen entstanden und diese vielfältigen Wiesen prägten nachhaltig unsere Kulturlandschaft. Heute sind diese Hotspots der biologischen Vielfalt jedoch bedroht. In der Sommerakademie war es daher ein Anliegen zu diskutieren, wie der Erhalt biologischer Vielfalt im Zusammenhang mit gesellschaftlicher Vielfalt steht.
Um den Teilnehmer*innen das richtige Handwerk für Ihre 3-täge Aufgabe mit an die Hand zu geben, gab es einen Workshop von Norbert Taubken von „Scholz&Friends“ zum Thema Kampagnenmanagement. Hier lernten die Teilnehmer*innen wie Innovationen durch Vielfalt gezielt gefördert werden können.
Nach einem Gastvortrag von Annett Roswora, der stellvertretenden Beauftragten für Integration, Migration und Flüchtlinge des Freistaats Thüringen, die einen aktuellen Einblick in das Thema gesellschaftliche Vielfalt in Thüringen lieferte, hatten die Teilnehmer*innen Zeit Fragen zu stellen und in den offenen Dialog zu gehen.
Bei einem gemeinsamen Corporate Volunteeringeinsatz auf der Streuobstwiese hatten die Teilnehmer*innen die Gelegenheit auch praktisch zu erleben, was Vielfalt in der Natur bedeutet.
Jörg Voßhage, Leiter des UNESCO-Biosphärenreservats Thüringer Wald gab zudem interessante Einblicke in die „Geheimnisse“ des Weltnetzes der UNESCO-Biosphärenreservate und der lokalen biologischen Vielfalt vor Ort.
Der letzte Teil der Veranstaltung stand ganz im Zeichen der Ergebnispräsentationen der Gruppenarbeiten. Als Ergebnis erarbeiteten die Stipendiaten*innen gelungene Plakatentwürfe, Ideen für eine Sprach-App und entwickelten sogar ein Märchen für Kinder. Dabei stand bei allen Gruppen der bereichernde Aspekt gelebter Vielfalt im Mittelpunkt.
Die Sommerakademie im Herzen Thüringens mit 28 Teilnehmer*innen mit Migrationshintergrund war für alle Beteiligten sowohl inhaltlich als auch persönlich ein voller Erfolg: Insbesondere wurde hervorgehoben, dass man in diesem Kreis ganz nebenbei Vorurteile abbauen könnte: so war es den Thüringer Gastgebern gar nicht klar, dass es hinsichtlich des Besuches in Thüringen bei Studierenden mit Migrationshintergrund Bedenken gab, die Besucher hingegen waren von der landschaftlichen Schönheit und der Gastfreundschaft nachhaltig beeindruckt. So wurde Vielfalt in allen seinen Facetten in der Sommerakademie zum gemeinsamen Motor für Innovation. Das Konzept der „Sommerakademie“ mit den drei Partnern Nationale Naturlandschaften, Deutschlandstiftung Integration und Coca-Cola European Partners kam so gut an, dass auch für die folgenden Jahre Veranstaltungen stattfinden werden und es zum festen Bestandteil wird. Alle drei Partner entscheiden dann wieder gemeinsam, welche Aufgaben die Teilnehmer erhalten und diskutieren in der Jury gemeinsam, wer die Aufgabe am besten gemeistert hat.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Ziel des Projektes „Sommerakademie Vielfalt“ ist es, Vielfalt in Natur und Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Dabei soll der Gewinn, den Vielfalt als Innovationsmotor für Gesellschaft und Natur hat, herausgearbeitet werden. Der Corporate Volunteering Einsatz auf der Streuobstwiese vermittelte sehr praktisch und anschaulich was biologische Vielfalt konkret bedeutet und wie sehr dessen Erhalt auch mit der kulturellen Vielfalt in Zusammenhang gebracht werden kann. Die Teilnehmer*innen tragen mit diesem Arbeitseinsatz auch ganz konkret zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Das Zusammenarbeiten in Gruppen, die in unterschiedlichen Disziplinen ausgebildet sind und aus vielen Kulturkreisen stammen, fördert auch den Zusammenhalt und erweitert den Horizont. Das Thema „biologische Vielfalt“ wird während der Sommerakademie Vielfalt in einen innovativen Kontext transportiert, so wird das Thema nicht nur ökologisch und naturwissenschaftlich reflektiert, sondern auch kulturell und wirtschaftlich. Studierende mit Migrationshintergrund tragen neue Ideen in dieses Handlungsfeld und können vom reichhaltigen Wissen über biologische Vielfalt in UNESCO-Biosphärenreservaten lernen.


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