Sonderwettbewerb Soziale Natur

Netzwerk Biosphärenschulen

„Unsere Welt entdecken, verstehen, gestalten“ ist das Motto des Netzwerks Biosphärenschulen. Im Netzwerk Biosphärenschulen entsteht eine intensive und langfristige Zusammenarbeit zwischen Schulen und dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb sowie weiteren außerschulischen Partnerinnen und Partnern, mit dem Ziel, Themen des Biosphärengebiets im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Schulen zu verankern.
Biosphärenschulen ermöglichen ihren Schülerinnen und Schülern, Natur und Kultur des Biosphärengebiets vor der eigenen Haus- bzw. Schultür zu entdecken und zu erleben. Ökologische, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge werden im Unterricht und auch bei Lerngängen mit außerschulischen Partnerinnen und Partnern verständlich gemacht und es wird verdeutlicht, wie Mensch und Natur im Einklang miteinander leben können. Biosphärenschulen zeigen Kindern Möglichkeiten auf, ihre Welt im Rahmen ihres Verantwortungsbereichs selbst mitzugestalten und geben diesem Handeln bei gemeinsamen Aktivitäten und Projekten Raum im Schulalltag.
Gestartet wurde das Netzwerk durch ein Pilotprojekt. Sieben Grundschulen machten sich gemeinsam mit der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb und vielen Partnerinnen und Partnern auf den Weg und wurden Anfang 2020 erfolgreich als Biosphärenschulen ausgezeichnet. Weitere Grundschulen haben bereits Interesse an einer Auszeichnung bekundet, eine Weiterführung bzw. Übertragung des Konzepts auf Schulen der Sekundarstufe I ist geplant.


Im Netzwerk Biosphärenschulen entsteht eine intensive und langfriste Kooperation zwischen dem Biosphärengebiet, Schulen und außerschulischen Akteuren. Schulen, die ihren Schülerinnen und Schülerinnen das Biosphärengebiet näher bringen wollen haben die Möglichkeit, sich als Biosphärenschule auszeichnen zu lassen. Das Netzwerk besteht momentan aus sieben Grundschulen mit 715 Schülerinnen und Schülern, 70 Lehrkräften und ihren zugehörigen Schulämtern (3) und Schulträgern (7), 30 außerschulischen Partnerinnen und Partner, die weitere Schulgemeinschaft (Betreuungskräfte, Hausmeister etc.) sowie natürlich die rund 500 Familien der Biosphärenschulenkinder.

Ganzheitlicher Ansatz – gemeinsam lernen und bewahren

Die Schule verpflichtet sich mit der Auszeichnung zu einem ganzheitlichen, institutionellen Ansatz. Die Idee Biosphärenschule wird von Beginn an von der gesamten Schulgemeinschaft mitgetragen und langfristig im Leitbild, Schulcurriculum sowie im Schulalltag verankert und gelebt. Jedes Schulkind durchläuft in seiner vierjährigen Grundschulzeit verschiedene Unterrichtsmodule und hat so nicht nur die Möglichkeit, das Biosphärengebiet zu entdecken und Zusammenhänge besser zu verstehen, sondern vor allem auch nachhaltiges Handeln im Schulalltag und zuhause einzuüben. Biosphärenschulen gestalten ihre Schule als Lern-, Lebens- und Erfahrungsort und befähigen ihre Schülerinnen und Schüler zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft beizutragen. Das Projekt erreicht über die Grundschulen und die damit verbundene Schulpflicht alle Kinder des Einzugsgebietes. So werden auch Kinder integriert, die im Alltag weniger Zugang zu Natur und Nachhaltigkeit haben.

Unsere Welt entdecken – Naturerlebnisse vor der eigenen Schultür

Auch die Schulen im Biosphärengebiet nehmen eine Entfremdung der Kinder von ihrer direkten Lebensumgebung war. „Draußenzeit“ gehört nicht mehr zum Alltag und es gibt immer weniger Kontaktpunkte mit der Natur. Biosphärenschulen fühlen sich dem Biosphärengebiet und seinen Themen eng verbunden und sensibilisieren und begeistern ihre Schülerinnen und Schüler für verschiedene Lebensräume und Lebenswelten. Der Unterricht findet regelmäßig außerhalb der Schule, auf der Streuobstwiese, der Wacholderheide, auf dem Acker oder im Wald, kurzum in der Natur- und Kulturlandschaft rund um die Schule statt. Die Kinder haben so die Möglichkeit, mit allen Sinnen und gemeinsam im Klassenverband das Biosphärengebiet vor ihrer Schultür zu entdecken. Die Natur wird als etwas Schönes und Erhaltenswertes erfahren. Die Kinder entwickeln eine wertschätzende Haltung, identifizieren sich wieder stärker mit ihrer direkten Lebensumgebung und haben in Folge eine höhere Bereitschaft, sich für die Natur einzusetzen.

Unsere Welt verstehen – Mensch und Natur im Einklang

Wichtige Themen des Biosphärengebiets wie biologische Vielfalt, Natur und Landschaft, Kultur, Handwerk sowie Land- und Forstwirtschaft werden regelmäßig im Unterricht behandelt. Diese Themen werden in Form von Unterrichtsmodulen und Projekttagen im Jahresplan der Schulen verankert und schaffen einen regionalen Bezug zum Bildungsplan. Außerschulische Partnerinnen und Partner unterstützen die Schulen bei der Erarbeitung und Umsetzung der Unterrichtsmodule und werden mit einbezogen. So begleiten Streuobstpädagoginnen Schülerinnen und Schüler im Jahresverlauf auf die Obstwiese, wird mit Hilfe von Landwirt und Förster der eigene Kartoffelacker bewirtschaftet oder unter fachkundiger Anleitung die schuleigenen Hühner gehegt und gepflegt. Im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung sind die Kinder immer direkt beteiligt und packen aktiv mit an - ob bei der Wacholderheidepflege, der Kartoffelernte oder der Obstbaumpflanzung.

Unsere Welt gestalten – gemeinsam aktiv werden

Der ganzheitliche Ansatz der Biosphärenschulen reicht über eine reine Wissensvermittlung hinaus. Kinder sollen befähigt werden, Zusammenhänge zu verstehen, künftige Entwicklungen zu bewerten und vor allem selbst ins Handeln zu kommen. Im Rahmen einer Putzete wurde zum Beispiel Müll gesammelt und auf Verschmutzung durch Plastikmüll aufmerksam gemacht. Für das Mitbringen von plastikfreiem Vesper oder für zu Fuß zurück gelegte Schulwege bekamen die Kinder Belohnungsstempel. Es wurden eigenhändig Insektenhotels und Nisthilfen gebaut, Hochbeete bepflanzt und die Erträge beim Schulfrühstück oder Erntedankfest verwertet. Durch die gemeinsam durchgeführten Natur- und Umweltschutzmaßnahmen wird die Idee der Biosphärenschule im eigenen Handeln konkret. Der gemeinsame Einsatz für den Erhalt der Artenvielfalt, nachhaltige Lebensweisen und Naturerleben im Klassen- oder Schulverband stärkt den sozialen Zusammenhalt und trägt zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Den Schülerinnen und Schülern wird bewusst, wie und vor allem, dass sie selbst etwas zum Erhalt der Natur und Artenvielfalt beitragen können.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Im Biosphärengebiet Schwäbische Alb finden sich eine Vielzahl von schützenswerten Natur- und Kulturlandschaften, wie die Hang- und Schluchtwälder, Wacholderheiden, Wiesen und Ackerflächen. Biosphärenschulen vermitteln ihren Schülerinnen und Schülern nicht nur den Wert ihrer Lebensumgebung, sondern geben ihnen die Möglichkeit mit, selbst einen Beitrag zu deren Schutz und Nutzung zu leisten. Im Zentrum der Unterrichtsmodule und Projekttage steht die Umsetzung von praktischen Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt vor der eigenen Schultür sowie ein Mitnehmen und Übertragen auf das eigene Zuhause und die eigene Lebenswelt. So wird zum Beispiel eine schuleigene Streuobstwiese von Schülerinnen und Schülern gepflegt, Schulhöfe mit Nisthilfen und artenreichen Blühstreifen naturnah gestaltet, Pflegeaktionen auf Wacholderheiden durchgeführt. Diese Erlebnisse prägen sich bei den Schülerinnen und Schülern ein, machen zugleich neugierig auf die naturwissenschaftlichen oder auch wirtschaftlichen Zusammenhänge. Denn gerade die Nutzung der Kulturlandschaft spielt für den Erhalt der biologischen Vielfalt eine wichtige Rolle. So geht es bei der Pflege einer Streuobstwiese nicht nur um den reinen Naturschutz. Die Nachhaltigkeit dieser Wirtschaftsform wird mit der Ernte und Verwertung des Obstes erkennbar.

Video:
https://www.facebook.com/Biosphaerengebiet/videos/1025181564528877/


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Besuchen Sie uns

Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Biosphärenallee 2 - 4
72525 Münsingen

Öffnungszeiten: diverse

Frau Petra Dippold
petra.dippold@rpt.bwl.de
http://www.biosphaerenschulen-alb.de

 

Weitere Infos

Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Münsingen

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