Sonderwettbewerb Soziale Natur

Zoo Landau für alle

Neun neue bauliche und sonstige Maßnahmen erleichtern Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen bzw. Einschränkungen einen Besuch im Zoo Landau erheblich bzw. machen einen Besuch z.T. überhaupt erst ermögliche und besonders lohnend. Der Erlebniswert der mit bis zu 200.000 Besuchern jährlich bereits sehr populären Kultur-, Bildungs- und Freizeiteinrichtung in der Region Südpfalz wird wesentlich gesteigert. Die Maßnahmen wurden im Rahmen eines Konzepts zum „Ausbau des Landauer Zoos zum inklusiveren Zoo“ vorgeschlagen, welches im Zuge einer Projektgruppe des Führungskräfteentwicklungsprogramms „ProFil“ der Stadtverwaltung Landau erarbeitet wurde. Zudem gab es zusätzliche Begehungen mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt Landau sowie mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Nutzergruppierungen, die ebenfalls einzelne Maßnahmen vorschlugen. Diese umfassen bauliche Verbesserungen, von denen insbesondere Menschen mit Gehbehinderungen und die auf Rollstühle angewiesen sind profitieren. Andere Initiativen steigern bzw. ermöglichen den Erlebniswert für Menschen mit Sehbehinderungen und Einschränkungen kognitiver Fähigkeiten. Insgesamt profitieren darüber hinaus jedoch nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern z.T. auch Eltern mit Kleinkindern, Senioren, Menschen mit Migrationshintergrund oder Gästen aus dem Ausland mit begrenzten Sprach- bzw. Deutschkenntnissen.

Im Zoo Landau sind wir darum bemüht, Menschen mit Behinderungen ihren Aufenthalt bei uns so inklusiv und barrierefrei wie möglich zu gestalten.
Der Zoo Landau versteht sich in seiner Funktion als Kultur-, Bildungs- und Freizeiteinrichtung in der Region Südpfalz u.a. als eine Einrichtung für Bildung für nachhaltige Entwicklung für alle Menschen mit Strahlwirkung bis in das Elsass, nach Baden und in die Kurpfalz. Gemäß unserer Leitsätze unterstützen wird aktiv die Bildung für nachhaltige Entwicklung und schließen dabei den dringend notwendigen Schutz der biologischen Vielfalt immer mit ein. Weitere Schwerpunkte unserer Arbeit sind der aktive Natur-, Umwelt-, Arten- und Tierschutz. Das breite Freizeit und Bildungsangebot richtet sich in inklusiver Weise an Menschen aus allen Altersgruppen, Kulturkreisen und Bildungsschichten. Unsere Einrichtung ist dabei Teil vielfältiger Kooperationen und Vernetzungen. Wir möchten Menschen dazu befähigen, gemeinsam mit anderen Menschen Entwicklungsprozesse nachhaltig (d.h. gegenwarts- und zukunftsorientiert) und verantwortlich zu gestalten. Eine Grundlage dafür ist das Wissen über die Schlüsselprobleme „Verlust der Biologischen Vielfalt“, „Zerstörung der Ökosysteme“ und „vom Menschen verursachter Klimawandel“. An verschiedene Besuchergruppen angepasst ermöglichen wir eine mehrperspektivische (ökologische, soziale, ökonomische und politische) Betrachtung globaler Probleme und betonen die Werte „Gerechtigkeit“ und „Verantwortung“. Die „Erd-Charta“ ist Bestandteil des ethischen Rahmens unserer Arbeit. Eine offene Grundhaltung, Empathiefähigkeit und Respekt allen Menschen und Kulturen gegenüber ist dabei auch wichtiger Teil des Projekts „Barrierefreierer Zoo Landau“.
Im Bereich des Haupteingangs, vor dem Nebeneingang des Zoos sowie auf einem gegenüber gelegenen Parkplatz befinden sich je ein reservierter, behindertengerechter Parkplatz. Am Haupteingang des Zoos halten wir zwei Leih-Rollstühle bereit, die gerne kostenlos von uns bereitgestellt werden. Innerhalb des Zoorestaurantgebäudes findet sich ein behindertengerechtes WC. Auch in der Zooschule befindet sich ein während Veranstaltungen im Zoo nutzbares behindertengerechtes WC.
Grundsätzlich sind wir im Rahmen unserer Gehege- und Wegegestaltungen stets darauf bedacht, auch für Rollstuhl- und Rollifahrer möglichst ungehinderte Zugänglichkeit und Einsehbarkeit zu schaffen. Im Rahmen des Projekts „Barrierefreierer Zoo Landau“ wurden an verschiedenen Gehegen in Sichthöhe von Rollstuhlfahrenden bzw. von Kinderwagen Gitter durch Glasscheiben ersetzt. Es gibt allerdings einige Wege und Bereiche im Zoo, die auf Grund der Steigungssituationen, des Wegebelags oder anderer Belange nicht uneingeschränkt für Rollstühle befahrbar sind. In den Übersichtsplänen unseres Zoos sind jedoch solche Wegstrecken mit mehr als 6% Steigung sowie Treppen gesondert gekennzeichnet. Nun wurden jüngst einige wichtige Wegstrecken befestigt und Steigungen an 6%-Steigungen angepasst und sind dadurch mit Rollstühlen, Rollis oder Kinderwagen wesentlich besser befahrbar.
Mehrmals im Jahr bieten wir gesonderte Veranstaltungstermine, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet sind. An diesen Tagen stehen eingewiesene Zoopädagoginnen und -pädagogen für die Betreuung bereit. Sogenannte „Übernachtungscamps im Zoo“, die als Bildungsveranstaltungen auch immer Aspekte der Bewahrung der biologischen Vielfalt umfassen, sind nach Möglichkeit inklusiv gestaltet. Mehrfach wurden bereits Führungen für gehörlose Menschen in Begleitung einer Gebärdensprachlerin durchgeführt. Durch die jüngste Erweiterung der Palette an sogenannten „Tastspuren verschiedenster Zootiere“ jeweils am Gehege und die Erweiterung der Tierschädelsammlung können wir nun, in Verbindung mit einzelnen Tierkontakten, ein attraktives Angebot für blinde oder stark sehbehinderte Menschen bieten.
Ein besonderes Angebot für Kinder mit Behinderungen oder chronisch kranke Kinder sowie deren Familien oder Betreuer stellt auch die sogenannte "Traumnacht im Zoo" (immer Anfang Juni) dar. An diesem Tag ist der Zoo mit einem speziellen Programm nach Kassenschluss exklusiv und kostenlos für diese Gäste geöffnet. Seit mehreren Jahren gibt es in Kooperation mit einem Diakoniezentrum zusätzlich ein Angebot für "Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz und ihre Begleiter im Zoo".
An der Zookasse ist ein aktualisierter „Zooführer in leichter Sprache“ auszuleihen. Der mehrfarbig gestaltete Zooführer trägt dazu bei, dass sprachliche Barrieren abgebaut und so die Möglichkeiten der Partizipation von Menschen u.a. mit Lernschwierigkeiten an gesellschaftlichen Einrichtungen erweitert werden.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Zoo Landau sieht sich als Partner des weltweiten Natur- und Artenschutzes. Die von der Weltvereinigung der Zoos und Aquarien (WAZA) und der Internationalen Vereinigung zum Schutz der Natur (IUCN) entwickelte "Welt-Zoo- und Aquarien-Naturschutzstrategie, WZANS", bewährt sich dabei als Leitfaden für die Entwicklung unseres Zoos zu einem modernen "Arten- und Naturschutzzentrum".
Viele Tierarten sind bereits von Ausrottung bedroht und damit auch die biologische Vielfalt gefährdet. In Zoos dienen koordinierte Zuchtprogramme dem Aufbau sich selbst erhaltender Populationen bzw. der Erhaltung seltener Tierarten. Internationale Zusammenarbeit ist dabei unerlässlich. Zu diesem Zweck wurden u.a. Europäische Ex-situ Programme (EEP) gegründet. Der Landauer Zoo beteiligt sich u.a. auch an knapp 30 EEPs. Das Internationale Zuchtbuch und das Europäische Zuchtbuch für den raren Prinz-Alfred-Hirsch wird durch unseren Zoo koordiniert.
Zur Erhaltung der biologischen Vielfalt ist es darüber hinaus unabdingbar, dass die Vernichtung der natürlichen Lebensräume aufgehalten oder vermindert wird. Alle vom Landauer Zoo geförderten internationalen Freilandschutz-Projekte befinden sich in Regionen, in denen der Artenreichtum und die Einzigartigkeit der Tier- und Pflanzenwelt überdurchschnittlich hoch sind, da gerade hier unser finanzieller Einsatz besonders effektiv ist. Besonderes Augenmerk liegt auf internationalen Projekten, die alle ausnahmslos anerkannte Naturschutzprojekte der WAZA sind.


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Dokumente

PPP zum Projekt ´Barrierefreierer Zoo Landau´

 

Besuchen Sie uns

Zoo Landau in der Pfalz

Hindenburgstr. 12
76829 Landau in der Pfalz

Öffnungszeiten: April - September (Sommermonate): 9 Uhr bis 18 Uhr; März & Oktober (Übergangsmonate): 9 Uhr bis 17 Uhr; November - Februar (Wintermonate): 10 Uhr bis 16 Uhr

Herr Dr Jens-Ove Heckel
Tel.:06341-137010
jens-ove.heckel@landau.de
http://www.zoo-landau.de

 

Weitere Infos

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