Sonderwettbewerb Soziale Natur

Essbare Stadt Waldkirch: Gesunde Ökosysteme erzeugen ein gesundes Klima

Das Motto verweist auf die Komplexität des Systems. Inmitten dieses Spiels der gegenseitigen Bedingtheiten stehen wir Menschen als Mitgestaltende und Mitgestaltete. Darum ist die Schnittstelle zwischen Natur und Mensch für unsere Überlebensfähigkeit auf der Erde so wichtig. Wir haben einen Einfluss!
Biodiversität ist ein wichtiger Aspekt dieses Spiels. Im Mitmach-Garten (ca. 1000 m²) und auf dem Elzbeet (ca. 60 m²) der BI Essbare Stadt Waldkirch geben wir daher der Natur immer mehr den Raum, ihre Vielfalt zu entwickeln, und bieten den Menschen vom Kindergarten- über das Schulkind bis zum Erwachsenen an, diese Vielfalt in unmittelbarer Erfahrung zu entdecken, beim gemeinsamen Gärtnern zu erleben, in Workshops intellektuell zu vertiefen und in den Alltag zu integrieren.

Wir wollen ansteckend wirken:
• Lebensraum für Insekten wie Wildbienen und Hummeln schaffen: Wildbienen-Erdhügel, Wildbienenblühbereiche, unterschiedlichste Insektenhotels, Hummelwohnung im Terra Cotta-Topf etc. und am wichtigsten: einen vielgestaltigen naturbelassenen Lebensraum (Anlocken z.B. von Igeln, Eidechsen, Kröten ...)
• Astholzbereich, Totholz, Benjeshecken: für Insekten, Kleinsäuger, Vögel und jede Menge Kleinlebewesen von der Mikrobe bis zum Pilz.
• Umfangreicher Wild-/Küchen- und Heilkräuterbereich zum Selberernten, Seminare
• Anbau seltener und alter Gemüsesorten (u.a. ProSpecieRara) aus Biosamen
• Seltene und alte Strauchobstbäumchen (auf unserem Elzbeet)
• Klassische Hügelbeete mit organischem Kern
• Hügellandschaft mit Sonnenfallen und unterschiedlichsten Mikroklimazonen für Biodiversität
• Demonstrationsbeete für Demeter-Anbau nach der Biologisch-Dynamischen Landwirtschaft (Mondkalender Maria Thun plus Anwendung von Präparaten) zusammen mit Elementen aus der Permakultur sind in Vorbereitung
• Naturnahes Gärtnern; der „unaufgeräumte“ Garten



Thema Boden

Seit zwei Jahren begeistert uns das Thema Humusaufbau und Terra Preta. Wir fördern die biologische Vielfalt der Bodenlebewesen, indem wir

• mulchen
• den Boden so wenig wie möglich bearbeiten
• die Besucher dafür sensibilisieren, den Boden nicht zu verdichten
• regelmäßig mit effektiven Mikroorganismen (EMa) sprühen
• im Boden Bokashi vererden
• mit Pflanzenkohle, zum Teil aus eigener Pyrolyse, Terra Preta herstellen
• Methoden der Flächenkompostierung demonstrieren
• Gründüngung säen und z.T. als Mulchdecke abmähen, z.T. zum Blühen bringen für Insekten
• traditionellen Kompost pflegen


2020 werden wir das Thema Komposterzeugung im Mitmach-Garten weiter ausbauen, um unseren Besuchern immer mehr reizvolle Möglichkeiten zu geben zum Verstehen und Nachahmen.
Unsere allerkleinsten Helfer im Erdreich sehen wir ja nicht, aber wir versuchen, ihnen beste Bedingungen zu schaffen! Unseren Erfolg können wir sehen an der großen Anzahl der Regenwürmer, an der lockeren Erde, am wunderbar erdigen Geruch der eigenen, gelungenen Terra Preta, an den Igeln, die hier zeitweise ein Zuhause gefunden haben, an den gesunden Pflanzen und nicht zuletzt an der Vielfalt der unterschiedlichen Menschen, die unseren Garten besuchen und sich von ihm begeistern und bezaubern lassen!

Unterschiedliche Formen der pädagogischen Vermittlung, u.a.:
• Freitags offenes Gärtnern: Gärtner-Knowhow, Aufbau und Pflege, gemeinsames Ernten und Kochen auf dem Chantico Terrassenofen und dabei gleichzeitig Pyrolysekohle erzeugen für Terra Preta; Begegnungsraum der Nationen (auch eine Art von Biodiversität)
• In Planung: Für die unterschiedlichen Themen können sich die Besucher am Eingang Handzettel nehmen mit Rallyes, um auf eigene Entdeckungsreise zu gehen.
• Garten-Führungen für jedes Alter
• Kooperation mit der Natur-Kindergartengruppe nebenan: Dienstag ist Gartentag!
• Koop-Projekt mit den 4. Klassen der Kastelberg-Grundschule: Terra Preta-Erlebnistag mit Verstetigung der Terra Preta-Herstellung (TP-Bokashi). Die Kinder aufschließen für die Vielfalt der Bodenlebewesen und ihre unendlich wertvolle Hilfe, um einen lebendigen Boden für gesunde Pflanzen zu schaffen.
• Terra Preta Workshops
• Koop mit der WABE (Waldkircher Beschäftigungsinitiative)

Über den Gartenzaun hinaus:
Wir erkennen die Wichtigkeit, die Brücke zu schlagen zwischen Lebensmittelproduzent*in, -verarbeiter*in und Komsument*in und engagieren uns deshalb auch im Klimaschutz AK Waldkirch und in der Ernährungsgruppe Waldkirch und sind aktiver Teil der Biomusterregion Freiburg und Regio.
Geplante Projekte u.a.:
• Klimadinner im Mitmach-Garten
• Bio-Winzer Nopper pflanzt im Mitmach-Garten 4 Rebstöcke und sät dazu die Blühmischung aus seinen Weinbergen aus: Insektennahrung plus Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit
• Durch Humus-Zertifikate konventionelle Bauern zum Umstellen auf Bio motivieren (s.a. Ökoregion Kaindorf)
• Besichtigung bei Bio-Anbauern: Nahrungsmittelschutz = Bodenschutz = Biodiversität

Wir sind:
Die Bürgerinitiative „Essbare Stadt Waldkirch“, gegründet 2013 im Sinne der Urban Gardening-Bewegung, orientiert am Leitbild Permakultur, unterstützt vom Kneipp-Verein Waldkirch und der Stadt Waldkirch. Kerngruppe ca. 1 Dutzend Mitwirkende, dazu zahlreiche frei kommende und gehende Mitmacher*innen und eine Reihe von Kooperationspartnern wie Schulen, Schwarzwaldzoo, Kino Klappe 11, Waldkircher Geschäfte etc.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der naturnahe Garten belohnte uns schon im 1. Jahr mit einer Fülle biologischer Vielfalt, die seither beständig wächst:
Honig- und vielerlei Wildbienen wie die blauglänzende Holzbiene, Hummeln und andere Insekten schwirren durch das Blütenmeer. Borretsch, Phacelia, Sonnenblumen, Königskerzen, Ringelblumen, Mauretanische und andere Malven, Lavendel, Margeriten, Rosen, unterschiedlichste Lippenblütler wie Rosmarin, Salbei und Ysop sind nur einige der blühenden Anlocker. Dazu kommt die bunte Palette der kleinen Wildblüher wie Walderdbeere, Ehrenpreis, Gundermann, Löwenzahn, Gänseblümchen, Taubnesseln, Klee ...
Alte Obstsorten wie die Mispel und die Konstantinopler Apfelquitte ergänzen das Bild der biologischen Vielfalt ebenso wie die selteneren Heilpflanzen Alant, Baldrian und Heilziest.
Neben geläufigen Gemüsen entdeckt man bei uns u.a. den Braunkohl Rote Palme, die mexikanische Tomatillo, die Kardy und überraschende Tomatensorten wie die Reisetomate. Wir unterstützen die Arbeit von ProSpecieRara zum Erhalt der Biodiversität im Gemüsebereich durch Erhaltungsanbau alter Salatsorten, z.B. Forellenschluss.
Wir wissen sehr wohl, dass wir die Gesundheit der Pflanzen einem reichen Bodenleben verdanken. Darum ist die Vielfalt des Bodenlebens unser besonderes Anliegen. Denn der Boden trägt das Leben. Eine nicht zu überschätzende Aufgabe für unsere Zukunftsfähigkeit auf diesem Planeten!




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Besuchen Sie uns

Mit-Mach-Garten; andere Projekte s. Webseite

Parkplatz am Ende der Erwin Sick-Str.
79183 Waldkirch

Öffnungszeiten: immer offen; Führung nach Absprache

Frau Uschi Hollunder
Tel.:07681 25912
info@essbare.stadt-waldkirch.de
http://www.essbare-stadt-waldkirch.de

 

Weitere Infos

Bürgerinitiative "Essbare Stadt Waldkirch"
Waldkirch

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