Insektenträume

Im Rahmen eines Modellprojektes sollen auf verschiedenen Teilflächen mit einer Gesamtgröße von ca. 12 ha Lebensräume für Schmetterlinge optimiert und gepflegt werden. Dazu werden in der weitgehend ausgeräumten Agrarlandschaft (Normallandschaft) in exemplarischen Biotoptypen des Mittelgebirgsraumes die für Schmetterlinge erforderlichen Managementpläne umgesetzt. Um diese Arbeit nachhaltig im Bewusstsein einer Vielzahl von Menschen zu verankern wird ein 52-seitiges SympathieMagazin für den Schmetterlingsschutz in der Agrarlandschaft als Broschüre vor allem für pädagogische Multiplikatoren/innen erstellt; im Internet wird es als erweiterte Fassung eingestellt.

Durch das Projekt soll sowohl die Notwendigkeit des Schutzes von Schmetterlingen und ihrer Lebensräume einer breiten Bevölkerung nähergebracht, als auch durch landschaftspflegerische Eingriffe günstige Lebensbedingungen für Schmetterlinge und andere Insektenarten geschaffen werden. In einem 52-seitigem Sympathie Magazin werden verschiedene Schmetterlinge der Agrarlandschaft dargestellt. Die Sensibilisierung für das Thema soll die Wertschätzung der Menschen für diese Insektengruppe erhöhen. Wichtiger Bestandteil ist dabei, die Verbindung zwischen den Schmetterlingen und ihren individuellen Lebensräumen herzustellen. Dies geschieht z.B. durch die Beschreibung der artspezifischen Nahrungspflanzen, die sich oft zusätzlich nach den Entwicklungsstadien (Raupen, Imagines) unterscheiden. Die Lebensräume werden in folgende Biotoptypen gegliedert und behandelt: Kleinbiotope und Agrarlandschaft, Magere Standorte, Wälder und Gehölze, Wiesen und Weiden, Streuobstbestände, Gewässer, Lebensräume der Siedlungen und ihrer Randlagen, sowie Sonderlebensräume.
Mit dem Projekt Insektenträume werden auf verschiedenen Flächen von ca. 12 ha Gesamtgröße durch geeignete Pflegemaßnahmen (Gelenkte Sukzession), für Schmetterlinge erforderliche Lebensräume stabilisiert und verbessert. Der Schwerpunkt liegt dabei in einer insektengerechten Pflege, um die Strukturvielfalt und die Biodiversität auf den Flächen positiv zu beeinflussen. Dazu gehört unter anderem das Zurückschneiden von holzigem Aufwuchs und die Offenhaltung von Flächenteilen, die für unbeschattete warme Habitate sorgen und auf denen noch im Spätherbst für Insekten wichtige Blühhorizonte entstehen können. Eine insektenfreundliche Mahd, bei der im Frühjahr nicht die ersten Blüten gemäht werden, sondern als Nahrungsquelle erhalten bleiben, ist Teil der Pflege. Im Herbst bleiben teilweise Altgras und tote Staudenstängel erhalten, weil sie lebenswichtige Winterquartiere für einige Lepidopteren sind.
Das Institut für allgemeine und angewandte Ökologie verfügt über eine langjährige Praxis in der Förderung der faunistischen und floristischen Biodiversität auf extensiv bewirtschafteten Flächen in der Normallandschaft die aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen wurden. Es handelt sich hauptsächlich um Streuobstwiesen, -reste und mesophiles Grünland feuchter bis magerer Ausprägung.
Das auf dieser Grundlage erstellte SymphathieMagazin erscheint als gedruckte Broschüre und als Online Version im Internet. Es dient als Anregung für persönliche Naturerkundungen, aber auch für die pädagogische Arbeit besonders mit Kindern.
Das Modellprojekt ist auf lange Sicht angelegt. Die zielgerichteten Pflegemaßnahmen auf den Flächen werden unter Berücksichtigung der im Laufe des Projekts gewonnenen Erkenntnisse weitergeführt.
Auch ein weiteres vom Institut durchgeführtes Projekt dient dazu, speziell Kinder und Jugendliche an das Thema Insektenschutz heranzuführen. Dabei steht das eigenständige Untersuchen, Erkennen und Erleben im Vordergrund. Der direkte Kontakt und die Beschäftigung mit den Tieren führen dazu, dass Insekten als wichtiger Bestandteil des Ökosystems wahrgenommen und wertgeschätzt werden. Mit Keschern und Lupengläsern ausgerüstet begeben sich die Kinder und Jugendlichen auf die Suche nach den Bewohnern verschiedener Lebensräume der Agrarlandschaft. Ihre selbst gefangenen Insekten können sie unter einem Binokular, unter einem Durchlichtmikroskop mit Digitalkamera- und PC-Anschluss oder einem Auflichtmikroskop betrachten. Die dabei sichtbar werdenden filigranen Strukturen ermöglichen den Teilnehmer*innen einen Einblick in eine faszinierende unbekannte Welt.
Zusätzlich engagiert sich das Institut mit einem Projekt für den Erhalt des Schwalbenschwanzes, indem es gezielte Maßnahmen durchführt, durch die vielfältige Nahrungspflanzen für die Raupen zur Verfügung stehen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Mit dem SympathieMagazin wird den Lesern am Beispiel der Schmetterlinge die Wichtigkeit biologischer Vielfalt deutlich gemacht.
Das Nebeneinander von unterschiedlichen Lebensräumen bildet die Grundlage für das Überleben vieler verschiedener Tier- und Pflanzenarten. So kommen die speziell auf die Schmetterlinge ausgerichteten Pflegemaßnahmen ebenfalls zahlreichen anderen Insektenarten zu Gute. Dies ist gerade vor dem Hintergrund des anhaltenden Rückgang der Häufigkeit und Verbreitung der Insektenarten in der ausgeräumten Agrarlandschaft besonders wichtig.


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