Kiesgrubenlandschaft Weilbach

Die Weilbacher Kiesgruben mit ihrem über 150 Hektar großen Gelände mit Naturschutzgebiet, Naturlehrgebiet und Freizeitgelände am Regionalpark Portal ziehen rund 50.000 Besucher jährlich an und tragen dauerhaft zum Verständnis von Natur und ihrer Bedeutung inmitten des Ballungsraums Rhein-Main bei. Das Naturschutzhaus, das in Kooperation mit dem Main-Taunus-Kreis betrieben wird, bietet das ganze Jahr über ein vielfältiges Natur-Bildungsprogramm. Das Naturschutzgebiet ist durch die Renaturierung des Geländes aus einer Landschaft mit ungenehmigten Kiesgruben und wilden Hausmülldeponien in den letzten 40 Jahren entstanden. Die heutigen 58 Hektar des ehemaligen Kiesgrubengeländes stehen unter strengem Naturschutz. Seltene Pflanzen und Tiere haben sich hier die Natur zurückerobert. Der sogenannte ‚Silbersee‘ ist zusammen mit weiteren, kleineren Gewässern und den angrenzenden Feuchtgebieten ein wichtiger Lebensraum für Zugvögel, Amphibien und Insekten. Leben auf engstem Raum zwischen Sumpf und Trockenheit – das ist das Geheimnis der enormen Artenvielfalt im Naturschutzgebiet der Weilbacher Kiesgruben. Naturschutzgebiet und Naturlehrgebiet der Weilbacher Kiesgruben grenzen an weitläufige Streuobst- und Blühwiesen, welche wesentlich zum Erhalt der charakteristischen Kulturlandschaft beitragen und der Biodiversität, besonders unter den Insekten, zuträglich sind.

Mit ihrer Gründung vor 40 Jahren hat es sich die Gesellschaft zur Rekultivierung der Weilbacher Kiesgruben mbH (GRKW mbH) zur Aufgabe gemacht, die durch den Kiesabbau zerstörte Landschaft durch Rekultivierungsmaßnahmen wiederherzustellen und der Öffentlichkeit für Bildungsveranstaltungen und als Naherholungsgebiet zur Verfügung zu stellen.
Im Naturlehrgebiet wird durch die Lehrkräfte des Main-Taunus-Kreises Umweltbildung für Kinder und Familien betrieben. Ein umfangreiches Jahresprogramm ermöglicht es Interessierten, aus einem reichhaltigen Kursangebot auszuwählen. Zudem besuchen regelmäßig Schulklassen das Naturschutzhaus und das in fußläufiger Entfernung liegende Naturlehrgebiet. Die dort zu findenden Feucht- und Trockenbiotope sind reich an vielfältigen, schützenswerten Organismen. Das Naturlehrgebiet mit seinem 1,5 Kilometer langen ‚Kiesgrubenpfad‘ gibt den Besuchern Gelegenheit, die besondere Tier- und Pflanzenwelt ganz unmittelbar zu erleben und zu entdecken.
Seit 2010 leben Kulane im Naturschutzgebiet. Zusammen mit einer Ziegenherde beweiden die asiatischen Wildesel die wertvollen Offenland- und Wiesenflächen. Die vom Aussterben bedrohte Esel-Art steht unter strengem Schutz. Die Ansiedlung in Weilbach ist europaweit das erste Beweidungsprojekt mit Kulanen in halbwilder Haltung. Damit hat das Naturschutzhaus an einem internationalen Artenschutzprojekt teilgenommen. Projektpartner: Opel-Zoo Kronberg, Regierungspräsidium Darmstadt – Obere Naturschutzbehörde und das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) des Europäischen Zooverbandes.
Das Naturschutzgebiet in den Weilbacher Kiesgruben kann nicht betreten werden. Aber der Rundweg mit 4 Aussichtstürmen eröffnet großartige Einblicke. Das Naturschutzgebiet ist vom Besucherzentrum aus über den 5,6 km langen ‚Silberseepfad‘ zu erreichen und zu umrunden.
Direkt neben dem Regionalpark-Portal und dem weithin sichtbaren Regionalpark Turm breitet sich heute üppiges Grün aus. Wiesenflächen und ein kleines Wäldchen markieren den Naherholungsbereich der Weilbacher Kiesgruben. Spazierwege, Sitzbänke und ein Spielgelände warten auf kleine und große Besucher. Schon Anfang der 1980iger Jahre wurden an dieser Stelle die ausgedienten Flächen aus dem Kiesabbau wieder aufgefüllt. Die anschließende Aufforstung mit Bäumen und Sträuchern hat eine attraktive Parklandschaft geschaffen.
Darüber hinaus bewirtschaften zwei Bauernhöfe die landwirtschaftlichen Flächen auf dem Gelände. Überwiegend ist das Gelände jedoch geprägt durch zahlreiche Biotope, mit einer großen, schützenswerten Artenvielfalt.
Unterstützt wird die GRKW durch den Main-Taunus-Kreis, die Kommunen Flörsheim am Main, Hochheim am Main und Hattersheim am Main sowie den Regionalverband FrankfurtRheinMain. Außer den bereits beschriebenen Projekten am Standort Weilbacher Kiesgruben betreibt die GRKW als Hauptgesellschafterin der gemeinnützigen Gesellschaft Regionalpark RheinMain PILOT zudem frei zugängliche Kunstobjekte und Landschaftsmarken inmitten der Kiesgrubenlandschaft. Sie dienen vielen Besuchern jährlich als Ausflugsziel. Zu nennen wären hier das ‚Haus des Dichters‘ (Weilbach), der ‚Eisenbaum‘ und die ‚Aussichtsbastion‘ (jeweils in Flörsheim), das Rosarium (Hattersheim), das ‚Vogelnest‘ und der ‚Spielpark‘ (jeweils in Hochheim). Diese Projekte wurden und werden von unterschiedlichen Förderern und Sponsoren unterstützt. Gerne und stark frequentiert wird die vor 25 Jahren restaurierte ‚Flörsheimer Warte‘ in Flörsheim-Weilbach. Dort wird Radfahrern und Wanderern besonders in den Sommermonaten ein Platz zum Verweilen inmitten von Weinbergen angeboten. Eine gesetzliche Verpflichtung aus Ausgleichsflächen für den Kiesabbau besteht nur für 30% des Flächenanteils, d.h. das Engagement der GRKW mbH geht deutlich über diese Verpflichtung hinaus, um der Region einen Erholungsraum und Naturerfahrung zu bieten.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Den Schutz der biologischen Vielfalt haben sich die GRKW mbH, der Regionalpark RheinMain und der Main-Taunus-Kreis seit 40 Jahren zur Aufgabe gemacht und bieten daher mit ihrem rekultivierten Gelände und vielfältigen Bildungs- und Freizeitangeboten das Erlebnis Natur für die breite Öffentlichkeit an. An den Teichen leben zahlreiche Eidechsen, Frösche, Molche, Libellen und viele Wasserinsekten. Am ‚Wildbienenhotel‘ und an den Bienenstöcken sind die heimischen Bienenarten zu Hause. Ganz besonders wird die biologische Vielfalt im angrenzenden Naturschutzgebiet deutlich. Seltene Tiere und Pflanzen haben sich das Gelände zurückerobert. Einige Arten stehen unter gesetzlichem Schutz. Sie werden in den sogenannten ‚Roten Listen‘ geführt. Um den ‚Silbersee‘ können sie sich ungestört entwickeln. Dieser Bereich ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes ‚Natura 2000‘. Als besonders schützenswert für ganz Europa gelten der Kammmolch und die Gemeine Armleuchteralge. Die Gewässer mit den angrenzenden Feuchtgebieten sind ein wichtiger Lebensraum für Zugvögel und Amphibien. Leben auf engstem Raum zwischen Sumpf und Trockenheit – das ist das Geheimnis der enormen Artenvielfalt im Naturschutzgebiet der Weilbacher Kiesgruben. Es wachsen Sandstrohblume und Tausendgüldenkraut, leben Kreuzkröte und Wechselkröte. Hier ist der ideale Lebensraum für Pirol, Nachtigall und Steinschmätzer. Das Gebiet ist zudem ein beliebter Standort für wissenschaftliche Forschungen von Naturschützern.


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Besuchen Sie uns

Weilbacher Kiesgruben

Frankfurter Straße 76
65439 Flörsheim am Main

Öffnungszeiten: Büro: Montag - Freitag 8:30 - 13:30

Herr Dr Mathias Bausback
Tel.:06145 93636 36
info@grkw.de
http://www.grkw.de

 

Weitere Infos

Gesellschaft zur Rekultivierung der Kiesgrubenlandschaft Weilbach mbH
Flörsheim am Main

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