Lernort Appelbongert: Gemeinsam die Vielfalt unserer Natur entdecken, erkennen und bewahren.

Weiterentwicklung:

Rund um den "Lernort Appelbongert: Gemeinsam die Vielfalt unserer Natur entdecken, erkennen und bewahren" konnten konkrete Maßnahmen die Biodiversität erhöhen. Die Hofstelle umfasst insgesamt gute 4 Hektar. Über 3 Hektar werden seit 2012 /13 nicht mehr konventionell, sondern nach Bioland Richtlinien bewirtschaftet. In diesem Jahr wurde ein Blühstreifen angelegt. Auf den Flächen und an den Säumen ist eine deutlich höhere Artenvielfalt zu erkennen. Ein Teichgelände wurde teilweise in eine Feuchtzone umgewandelt, um den großen Energieaufwand zur Wasserbeförderung erheblich zu reduzieren. Insekten, Frösche, Vögel, Fledermäuse, Hornissen fühlen sich sehr wohl. Schwanen-, Sumpfdotter-, Schlüsselblume, Weideriche, Calmus etc. wachsen u. gedeihen. In den letzten Jahren konnten jährlich mehr Menschen mit den Angeboten des Lernort Appelbongert erreicht werden (2013 waren es über 900 Teilnehmer). Darunter auch Schulungen für LehrerInnen und ErzieherInnen. Durch eine Weiterbildung zum PilzCoach werden nun auch Pilzführungen angeboten. Hierbei steht nicht die Artenkenntnis im Vordergrund sondern ökologische Aspekte und Zusammenhänge. Kooperationen bestehen mit: Naturforum Bislicher Insel, Kneipp-Verein, Sevengardens-Färbergärten, Stadt Dinslaken, Naturpark Hohe Mark, EntwicklungsAgenturWirtschaft Kreis Wesel, Schule der Zukunft - NUA, NRW. Im März erhielt der Lernort Appelbongert zum zweiten Mal die Auszeichnung zum offiziellen Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Ursprüngliche Bewerbung:

Der Lernort Appelbongert geht aus einem über 100jährigen, landwirtschaftlich geprägten, Betrieb hervor.
„Appelbongert“ ist die Bezeichnung unserer Streuobstwiese mit über 50 Obstbäumen. Auf einem guten halben Hektar pflanzte in den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts mein Urgroßvater Hochstamm-Obstsorten an. Über Generationen hinweg wurde diese Streuobstwiese gepflegt und genutzt.

Rheinische Schafsnase, Winterrambour, Sternrenette, Rheinischer Bohnapfel, Klarapfel, Apfelquitte, Emma Leppermann und andere alte Sorten gedeihen prächtig und werden bei Bedarf nachgepflanzt. Mehrere Bienenvölker leisten einen wertvollen Beitrag zur biologischen Vielfalt.
Heckenabschnitte mit Brombeere, Schlehdorn, Holunder, Kornelkirsche, Heckenrose säumen die Wiese.
Da sie über Jahre nicht beweidet und gedüngt wurde, haben sich Flora und Fauna gut erholt. Es besteht Vertragsnaturschutz und die Äpfel werden zu einer regionalen Mosterei geliefert, die u.a. auch sortenreine Säfte presst.
Um einer Sukzession vorzubeugen, sind ab diesem Jahr „Bioland“ Schafe zur Beweidung eingesetzt. Die Hofstelle umfasst alles in allem ca. 4 ha. Bisher an einen konventionellen landwirtschaftlichen Betrieb verpachtete Flächen, werden in diesem bzw. nächsten Jahr von einen Bioland-Betrieb übernommen. Es werden Blühstreifen und Hecken angelegt. Auf dem Betriebsgelände befinden sich zwei Feuchtbiotope.

In der Region, in der vorrangig konventionelle Landwirtschaft betrieben wird, nimmt sich der Appelbongert als nachhaltiger, in der Natur verwurzelter, Betrieb aus. Es entstanden in Teilen der ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäuden Ferienwohnungen, eine Un-Kraut Küche und ein Seminarraum. Gewachsene Strukturen schaffen einen authentischen Ort des Lernens. Die ureigenen Werte der Nachhaltigkeit werden durch ein bodenständiges, umfassendes Seminar- und Vortragsangebot weiter gegeben.
Als Lehrmaterial wird in erster Linie die Natur genutzt: Durch kräuterpädagogische Seminare, das Wissen über unsere natürlichen Nahrungsmittel und die intensive Wahrnehmung verschiedener Lebensräume findet eine wertvolle Verknüpfung zwischen Mensch und Umwelt statt. Ziel ist es, durch Einbindung von ökologischen, ökonomischen, sozialen und globalen Themen, die Sensibilität für den Erhalt bzw. die Verbesserung unserer Lebensräume zu stärken.

Durch die Verknüpfung mit anderen Akteuren, Bildungsträgen und wirtschaftsfördernden Maßnahmen kann der Lernort Appelbongert zu einem attraktiven Projekt in der Region werden. Die seit einem Jahrhundert bestehende, landwirtschaftlich geprägte Hofstelle wird sinnvoll genutzt und erhalten und trägt dazu bei, neue Bildungswege zu beschreiten.

Gemeinsam wird die biologische Vielfalt entdeckt: Wildkräuter Spaziergänge werden unternommen, Un-Kraut gesammelt und “Delikatessen aus der Natur” zubereitet. Ökologische Zusammenhänge werden anschaulich vermittelt. Durch die Praxisnähe erleben die Teilnehmer Natur und Bildung in ungewohnter Form. Spannende Naturerlebnisse, deren Wahrnehmung mit allen Sinnen erfolgt, und die dadurch resultierende Entdeckung der biologischen Vielfalt führen zu "Aha-Erlebnissen", die lange nachwirken. Sätze wie: "Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. So habe ich das ja noch gar nicht gesehen!" sind keine Seltenheit. Diese Erkenntnisse verankern sich bei den Teilnehmern. Nur das was man kennt, kann man schützen.

Es haben sich bereits zahlreiche Kooperationen mit anderen Akteuren und Einrichtungen ergeben: Entwicklungsagentur Wirtschaft Kreis Wesel, Gemeinde Schermbeck, Aktionsbündnisse (z.B. Genussregion Niederrhein, Feines vom Land, Gästeführungen am Niederrhein), Kneippverein, VHS, Naturpark Hohe Mark Westmünsterland, LEADER Region: Lippe-Issel-Niederrhein, Naturforum Bislicher Insel (Regionalverband Ruhr), NaBu, Landfrauenverband, Landwirtschaftskammer, Gundermann-Akademie, Slow Food, Bett & Bike, Winterakademie, Bundesamt für Naturschutz: Wandertag - biologische Vielfalt.
Wie im vergangenen Jahr fanden im Rahmen des “Wandertag-biologische Vielfalt erleben” zusätzliche kräuterpädagogische Veranstaltungen statt. Aufgrund des zunehmenden Interesses an einer nachhaltigen Entwicklung steigen die Anfragen nach Veranstaltungen. Externe Referenten bereichern das Seminarangebot. Durch persönliche Weiterbildungsmaßnahmen wird die fachliche Kompetenz gesteigert.

Ein Modellcharakter ergibt sich für landwirtschaftliche Nebenerwerbsbetriebe, die nach Konzepten zur Hofstellenerhaltung suchen. Hier können wir als "Pionier" die eigenen Erfahrungen weitergeben bzw. Schulungen im Lernort Appelbongert anbieten.

Als offizielles Projekt der UNESCO-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung steht im "Lernort Appelbongert, Bildung an den Wurzeln gepackt" das gemeinsame Entdecken, Erkennen und Bewahren der Vielfalt unserer Natur an vorrangiger Stelle.


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Besuchen Sie uns

Appelbongert

Dämmerwalder Straße 44
46514 Schermbeck-Dämmerwald

Öffnungszeiten: nach Absprache

Frau Jutta Becker-Ufermann
Tel.:02865.10457
willkommen@appelbongert.de
http://www.appelbongert.de

 

Weitere Infos

Jutta Becker-Ufermann Joachim Becker
Schermbeck-Dämmerwald

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