Sonderwettbewerb Soziale Natur

Habichtwiese - Vielfalt fördern, Gemeinschaft stärken, Natur erleben

Die Habichtwiese ist eine 6000 qm Wildwiese mit Feuerstelle, Bauwagen, Beeten, Ökotoilette, Streuobstwiese am Rande eine großen Neubaugebietes in Potsdam. Viele unterschiedliche Menschen sind dort aktiv: Von zwei Kitagruppen, die dort regelmäßig Projekttage gestalten über ein selbstverwaltetes Jugendprojekt in einem Wohnwagen, einer großen Gruppe Pfadfinder, mehreren Familien, die gemeinsam Beete bewirtschaften, dem bundesweiten Verein für Erlebnispädagogik "Waldritter e.V." und zwei Imkern, die mit der örtlichen Grundschule eine Imker-AG anbieten bis hin zu Nachbarinnen und Nachbarn, die das Projekt mit Material und Manpower unterstützen, sind unterschiedlichste Menschen mit dem Projekt verbunden. Unser Ansatz ist, Natur und Vielfalt für alle und mit allen zu ermöglichen, und das mitten in der Nachbarschaft.

Der StadtrandELFen e.V. hat sich 2014 gegründet und arbeitet vollständig ehrenamtlich. Unsere Ziele und Angebote: Umweltbildung, Erlebnispädagogik, Stadtteilarbeit, Citizen Science. Unser Schwerpunkt der Arbeit ist der Potsdamer Stadtteil Bornstedt, der die Verbindung zwischen der Innenstadt und dem Stadtrand darstellt. Dort wurde eine ehemals militärisch genutzte Fläche zum Entwicklungsgebiet, mittlerweile leben dort inkl. des näheren Umfeldes ca. 15.000 Menschen. Bis auf den durch uns mitgegründeten Stadtteilladen mit 65qm gibt es im Moment keine offenen, niedrigschwelligen Orte für Nachbarschaftsarbeit oder für Naturbegegnung. Über die Habichtwiese hinaus sind wir Träger der Stadtteilarbeit in Bornstedt (gemeinsam mit zwei anderen Vereinen), veranstalten einmal im Jahr die "Potsdamer Mädchentage" und sind seit 09/2019 Träger des Projektes "Wendeschleife - Klimagarten im Quartier" im Stadtteil Drewitz.
Die Habichtwiese liegt am Rand des Stadtteils und hat sich aus einer ursprünglichen Idee als "Abenteuerspielplatz" zu einer Einrichtung der Gemeinwesenarbeit und der Umweltbildung entwickelt. Der Wunsch im Stadtteil nach Naturerfahrung und naturnaher Freizeitgestaltung ist groß, gleichzeitig werden immer mehr Flächen versiegelt, so dass durch diesen Kontrast auf der Habichtwiese besonders die biologische Vielfalt der Fläche von allen Besucherinnen und Besuchern als wichtig, erholsam und lehrreich empfunden wird.
Der Verein versteht sich als "Ermöglicher". Mit vielen Gruppen, Familien, Jugendlichen und Kindern wird die Fläche gemeinsam genutzt, wir als Verein "halten die Fäden zusammen" und kümmern uns, gemeinsam mit den Gruppen, ehrenamtliche um die Rahmenbedingungen. Wir haben eine Feuerstelle, einen Bauwagen, Kinderhütten aus Holz, eine Ökotoilette, einen Unterstand und Benjeshecken als Abgrenzung gebaut. Pfadfindergruppen treffen sich mehrmals im Monat, eine Gruppe des bundesweiten Vereins Waldritter bietet Abenteuerspiele für Kinder an, zwei Kitagruppen machen regelmäßige (wöchentliche) Ausflüge mit umweltpädagogischem Schwerpunkt, mehrere Familien haben sich gemeinschaftlich Beete mit Kräutern und Gemüse hergerichtet, zwei Imker haben mit den "StadtrandBienen" ein Bildungsangebot für eine Gruppe des naheliegenden Hortes geschaffen, eine Jugendgruppe, die auch in der Klimabewegung aktiv ist, hat sich mit einem Wohnwagen einen Treffpunkt geschaffen. Mit Hilfe von zwei Mitmachwochenenden á 3 Tage im Jahr wird gemeinschaftlich mit allen Nutzerinnen und Nutzern die Infrastruktur erhalten und verbessert, sowie Bäume gepflanzt und die Wildwiese gemäht. Offene Angebote wie das Wiesencafé oder auch gemeinsames Keksebacken und Eier färben bieten Anlässe für Neugierige und Nachbarinnen und Nachbarn, das Projekt und den Verein kennenzulernen.
Wir haben zahlreiche Projektpartner im Stadtteil und darüber hinaus: Kitas und Horte, Freiwillige Feuerwehr, Fachhochschule Potsdam, Kleingartenverein, Gartennetzwerk der Gemeinschaftsgärten, Wohnungsunternehmen usw.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Habichtwiese wurde mehrere Generationen lang landwirtschaftlich genutzt, trotz des extrem schlechten (sandigen und trockenen) Bodens. Seit ca. 2002 lag die Fläche brach. 2014, als wir sie gepachtet haben, war sie vollständig von ca. 1,80 Meter hoher Kanadischer Goldrute überwuchert, einem invasiven Neophyt. Ein Drittel ist Nutz- und Werkfläche zum Zelten, Holzbau und Spielen, zwei Drittel der Fläche werten wir seit 2014 im Sinne der biologischen Vielfalt auf: Wir haben mit der Hilfe des Brandenburger Förderprogramms "Gesunde Umwelt" eine Streuobstwiese mit ca. 50 Bäumen aus einer regionalen Baumschule gepflanzt, Benjeshecken angelegt und ca. 1/3 der Fläche regelmäßig gemäht, zT. mit Sensen. Dort wachsen inzwischen verschiedene Blütenpflanzen und unterschiedliche Gräser. Durch eine Saatgut-Spende des Imkerverbandes werden wir 2020 eine regionale, hochspezialisierte Gräser- und Blütenmischung auf Teilflächen ausbringen können. So soll langsam aus einer praktisch toten Fläche eine artenreiche Wiese mit Obstbäumen, Blütenpflanzen und Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten, Amphibien, Vögel und Säugetiere werden, die gleichzeitig Möglichkeiten zum unmittelbaren Naturerleben bietet.


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Besuchen Sie uns

Habichtwiese

Habichtweg / Amtsstraße
14469 Potsdam

Öffnungszeiten: Nach Vereinbarung

Frau Katrin Binschus-Wiedemann
Tel.:0331-9512196
buero@stadtrandelfen.de
http://www.stadtrandelfen.de

 

Weitere Infos

StadtrandELFen e.V. - Erleben, Lernen, Forschen -
Potsdam

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