Sonderwettbewerb Soziale Natur

Artenvielfalt geht uns alle an!

In diesem zweijährigen Projekt werden Jugendliche mit Förderbedarf beim Lernen zu Schützern der Biologischen Vielfalt ausgebildet. Das Projekt erreicht somit eine Zielgruppe, welche noch zu selten in Fragen der biologischen Vielfalt und Nachhaltigkeit einbezogen wird. In fünftägigen Qualifizierungsseminaren mit den Inhalten „Biologische Vielfalt und Landwirtschaft“; „Biologische Vielfalt und Klima“ sowie „Biologische Vielfalt und Konsum“ werden die Jugendlichen ausgebildet. Anschließend werden sie selbst in Gruppen aktiv und setzten Maßnahmen für den Erhalt der biologischen Vielfalt um. So bauen manche Insektenhotels, andere wollen ein Imker AG gründen, wieder andere helfen in der Forstverwaltung bei der Wiederaufforstung von Käferlöchern…
Die besten acht umgesetzten Projekte werden ausgezeichnet und erhalten eine Preisträgerwoche im IBZ, wo die oben genannten Inhalte nochmals vertieft werden, aber auch eine Anerkennung ausgesprochen wird.
Mit dem Projekt ist auch eine Vernetzung mit anderen Trägern zum Wohle der biologischen Vielfalt verbunden.

Das Projekt läuft 24 Monate in den Jahren 2019/20. Jugendliche aus sozial benachteiligten Milieus können sich bewerben, um sich für ihren Bereich (Schule, Elternhaus etc.) als „Artenschutzexperten“ ausbilden zu lassen. Im ersten Projektjahr wurden 112 Jugendliche ausgewählt und erhielten eine fünftägige Schulung zu Hintergründen der biologischen Vielfalt und den praktischen Möglichkeiten, dem Artensterben entgegen zu wirken. Die Teilnahme an dem Projekt erfolgt nach dem Prinzip der Freiwilligkeit und orientiert sich an den Interessen und Fragestellungen der Jugendlichen. Die Jugendlichen werden über die gesamte Projektlaufzeit durch das IBZ begleitet und unterstützt, so dass sie bei evtl. auftretenden Hemmnissen bei der Umsetzung Hilfe erhalten.
Im Sinne der BNE lernen die Jugendlichen durch das Projekt nachhaltiges Denken und Handeln und treffen durch die von ihnen entwickelten Aktivitäten Entscheidungen für sich und die Zukunft der biologischen Vielfalt.
Durch konkrete Praxisprojekte erfahren sich die Jugendlichen als selbstwirksam und entwickeln Engagement für größere Veränderungsschritte. Wenn es ihnen z.B. gelingt, in ihrer Schule Maßnahmen für die biologische Vielfalt umzusetzen, kann sich dies in einer „Kultur der Anerkennung“ als identitätsstiftend erweisen und sie zu weitergehendem nachhaltigen Engagement ermutigen. So ist es ein zentrales Ziel des Projektes, die Jugendlichen in ihrem Engagement zu stärken. Durch diese Aufgabe erfahren sie aktive Teilhabe, übernehmen Verantwortung, entwickeln Selbstbewusstsein und lernen, im Team gemeinsam Vorstellungen und Ziele auszuhandeln und zu kooperieren.
Zu erwartende konkrete Projektergebnisse:
• 225 Jugendliche wurden in Fragen der biologischen Vielfalt geschult und motiviert, die Ideen in ihrem Umfeld weiter zu verbreiten.
• Durch die Maßnahmen der Jugendlichen wird es ganz konkrete Ergebnisse für die biologische Vielfalt geben. An mehreren Schulen und anderen Einrichtungen werden die erarbeiteten Verbesserungsvorschläge der Jugendlichen zumindest teilweise umgesetzt – mit den daraus resultierenden Verbesserungen für die biologische Vielfalt.
• Durch die vom Projektträger organisierte Einbindung der Jugendlichen in Unterstützungssysteme, werden die 225 besonders geschulten Jugendlichen weitere Multiplikationseffekte erzielen, indem sie ihr Wissen an ihr soziales Umfeld weitergeben und dort auch konkrete Projekte umsetzen.
• Projekterfahrungen und Projektergebnisse werden im Fachdiskurs mit anderen Trägern der freien Jugendhilfe und der Umweltbildung ausgetauscht (z.B. im Netzwerk Umweltbildung Sachsen, in der Planungsraumkonferenz im Landkreis Görlitz, in der Landesarbeitsgemeinschaft BNE) und mit Erfahrungen aus anderen Zusammenhängen zusammen¬gebracht, um auch in Fachkreise hinein einen Mehrwert durch das Projekt zu erreichen.

Folgende Inhalte werden in den insgesamt 14 fünftägigen Workshops vermittelt:
Themenkomplex: „Biologische Vielfalt und Landwirtschaft“
Die moderne Landwirtschaft hat einen enormen Einfluss auf die biologische Vielfalt. Bei diesem Themenfeld geht es um Aufklärung der Zusammenhänge und nicht um einfache Schuldzuweisungen. Die Jugendlichen werden erfahren, wie die moderne Landwirtschaft arbeitet und wo es Berührungspunkte zum Erhalt der biologischen Vielfalt gibt. Sie werden auch darüber nachdenken, ob es Lösungsansätze gibt, die Nahrungs¬mittelproduktion und den Erhalt der biologischen Vielfalt miteinander in Einklang zu bringen.
Themenfeld: „Biologische Vielfalt und Klima“
Neben der Landwirtschaft spielt das Klima eine sehr wichtige Rolle beim Thema „biologische Vielfalt“. Gleichzeitig ist das ein Bereich wo alle - also auch die hier angesprochene Zielgruppe und ihr soziales Umfeld – besonders aktiv werden können.
Themenfeld: „Biologische Vielfalt und Konsum“
Der persönliche Konsum ist ein Thema, welches v.a. bei dieser Zielgruppe nicht fehlen darf. Hier können die Jugendlichen am effektivsten direkt aktiv werden. Dabei werden so naheliegende Dinge wie regionaler und saisonaler Konsum den Schwerpunkt bilden.
Nach der Qualifizierung gehen die jungen „Experten“ für biologische Vielfalt zurück in ihr soziales Umfeld (Schule, Verein etc.). Dort werden sie in Gruppen Defizite im Bereich der biologischen Vielfalt ermitteln, bei denen sie Verbesserungsvorschläge machen können. Anschließend formulieren die Jugendlichen konkrete Projektziele, notwendige Maßnahmen, Mittel und Verantwortlichkeiten und bereiten die Realisierung vor.
Motiviert und unterstützt werden sie dabei durch die begleitenden Lehrenden und die pädagogische und fachliche Begleitung von Mitarbeitern des IBZ St. Marienthal, an die sie sich wenden können, wenn sie Fragen und Probleme haben.
Die besten acht Projekte zur Verbesserung der biologischen Vielfalt werden ausgezeichnet und erhalten eine Preisträgerwoche im IBZ St. Marienthal.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Durch das Projekt wird eine neue Zielgruppe für den Artenschutz, also die biologische Vielfalt erreicht: Sozial Benachteiligte und Jugendliche mit dem Förderbedarf „Lernen“ werden durch die Umweltbildung bzw. die Bildung für nachhaltige Entwicklung immer noch viel zu wenig erreicht. Dabei besteht gerade bei dieser Personengruppe noch sehr großer Aufklärungsbedarf. Ohne Einbeziehung dieser Zielgruppe werden die Ziele für eine biologische Vielfalt aber nicht erreicht werden. Im Projekt werden unmittelbar etwa 225 sozial benachteiligte Jugendliche aus Förderschulen erreicht. Durch diese Jugendlichen wiederum wird eine Multiplikation ihrer gemachten Erfahrungen bei über 1.000 Menschen in ihrem Umfeld erreicht, indem weitere Menschen (Mit¬schü¬ler/innen, Familienmitglieder, Vereinsangehörige etc.) in die Projekte der Experten für die biologischen Vielfalt einbezogen werden.
Projektziel ist es, den Sinn und die Möglichkeiten für ein Handeln zur Unterstützung der biologischen Vielfalt im Alltag und im Berufsleben in diese Bevölkerungsgruppe zu tragen. Damit leistet dieses Vorhaben einen Beitrag für das Umweltbewusstsein mit allen daraus herzuleitenden positiven Belangen für die biologische Vielfalt.


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IBZ St. Marienthal

St. Marienthal 10
02899 Ostritz

Öffnungszeiten: Montag - Sonntag 08.00-18.00

Herr Georg Salditt
Tel.:035823 77 232
Salditt@ibz-marienthal.de
http://www.marienthal.de

 

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Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ)
Ostritz

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