Sonderwettbewerb Soziale Natur

Bewegt und ausgeglichen durch den Wald – Hilfestellungen für Kinder mit ADHS

Programm für Kinder im Grundschulalter mit diagnostizierter Hyperaktivität
• Bewegungselemente, Entspannungs- und Atemübungen, kombiniert mit Naturvermittlung und Wahrnehmungsübungen sollen die Kinder unterstützen, sich wieder besser konzentrieren zu können und in eine „Normalität“ zurück zu finden.
• Transfer des Wohlgefühls aus dem Wald in den Alltag über Rituale und individuelle Übungen für Zuhause
• Wiederkehrende, wöchentliche Termine über 6 Wochen mit Vor- und Nachbereitung
• Zertifizierte Übungsleiter*innen leiten die Einheiten an (Sport- und Gymnastiklehrerin, die Prävention- und Gesundheitspsychologie studiert hat, sowie eine zert. Waldpädagogin)

Methoden der Erlebnis- und Waldpädagogik, gepaart mit viel Bewegung, sind hervorragend geeignet, den Kindern zu mehr Konzentrationsfähigkeit und Ausgeglichenheit zu verhelfen. Gleichzeitig werden ihre Stärken – Kreativität und Bewegungsfähigkeit – als Stärken genutzt und nicht mehr durch Verbote oder Medikamente „gedeckelt“. Mit unseren Angeboten im Wald wollen wir die Schülerinnen und Schülern auch befähigen, durch eingeübte Rituale im Alltag das „Wald-Gefühl“ wieder herstellen zu können und somit eine Selbstwirksamkeit (ich kann mir selbst helfen) und dadurch eine Ich-Stärkung zu erleben. Der Wald als einerseits reizarmes Umfeld, wirkt durch die grünen Farbschattierungen beruhigend. Gleichzeitig ist er voller Reize, mit denen die Kinder aber gut umgehen können, da sie ihrem ureigenen Drang nach Bewegung und Kreativität im Wald Ausdruck verleihen können. Die biologische Vielfalt, die im Wald und anderen Naturräumen zu finden ist, soll als Vorbild dienen für die vielfältige Andersartigkeit der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen.

Projektziele
• Konzentrationsfähigkeit der Kinder verbessern. Dies wird durch Bewegung aber auch durch Atem- und Wahrnehmungsübungen erreicht.
• Das Gruppenerlebnis im Wald verlangte klare Regeln. Diese helfen den Kindern, durch die Grenzen, die die Regeln schaffen, Sicherheit und Halt zu erleben.
• Beziehungsprobleme untereinander können im Wald, insbesondere durch die Möglichkeit, sich „aus dem Weg zu gehen“ anders bewältigt und gelöst werden als im schulischen oder häuslichen Umfeld.
• Erleben der Selbstwirksamkeit der Kinder stärken. Währen der Waldaktivitäten können die Kinder erleben, bestimmte Dinge besser zu beherrschen, als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Dies stärkt ihre Ich-Stärke im Gegensatz dazu, dass sie sich sonst oft als benachteiligt oder ausgegrenzt erleben.
• Wir wollen das Wir-Bewusstsein der Kinder fördern. Durch das Gruppenerlebnis haben die Kinder das Gefühl „dazu zu gehören“.
• Die im Wald eingeübten Rituale können in die Schul- und Alltagswelt transferiert werden und können dabei helfen, in für das Kind schwierigen Situationen angemessener zu reagieren.

Zielgruppe
• Kinder mit diagnostizierter Hyperaktivität aus dem Förderschulbereich
• 12 Kinder pro Übungszeitraum (10 Jungen, 2 Mädchen) aus Klassenstufe 3-5.

Inhalte der Unterrichtseinheiten (UE)
Zu Beginn jeder UE steht eine ausgiebige Sequenz des Ankommens im Wald durch Bewegung. Jeder Waldnachmittag setzt dazu einen Schwerpunkt in folgenden Bereichen:
1. Auditive Erfahrungen
2. Visuelle Wahrnehmungsfelder
3. Geschmackserfahrungen
4. Riecherfahrungen
5. Taktil-kinästhetische Erfahrungsfelder
6. Gleichgewichtssinn

Jede Einheit hat folgende Struktur:
• Gruppenspiel
• Konzentrationsübung
• Freies Spiel
• Entspannung

Projektumfang
6 Wochen à 2 Stunden pro Woche im Wald
Insgesamt: 18 Unterrichtseinheiten á 60 Minuten = 720 Minuten

Erfolgsmessung
Wissenschaftliche Begleitung: durch die SRH Riedlingen. Evaluation der Programminhalte im Rahmen einer Bachelor-Arbeit im Studienfach „Prävention und Gesundheitspsychologie“. Betreuender Professor: Prof. Dr. Marco Halber

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Bei Wald statt Ritalin spielte der Wald auch als Stärkungs- und Rückzugsort für die Kinder und Jugendlichen in ihrer jeweiligen Andersartigkeit. Deshalb war es uns wichtig, den Wald und die dort stattfindenden Kreisläufe und Beziehungsgeflechte immer wieder deutlich zu machen. Grundlage für die Balance innerhalb dieser Beziehungen ist die biologische Vielfalt, angefangen bei den Mikroorgranismen, über Pflanzen bis hin zu großen Tieren im Wald. Diese Vielfalt haben wir immer wieder als Metapher zur Vielfalt in menschlichen Gruppen aufgegriffen.


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Besuchen Sie uns

Wald am Haus des Waldes Stuttgart

Königsträßle 74
70597 Stuttgart

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag

Frau Tine Kiefl

 

Weitere Infos

SDW Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Stuttgart

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