Sonderwettbewerb Soziale Natur

Blindengarten Bremen e.V. zum Durchwandern, Erfühlen, Erriechen, Erleben

Der Blindengarten Bremen ist ein wahres Kleinod im Herzen von St. Magnus am Rande des Knoops Park gelegen. Der Garten für Blinde ist ca. 1600 Quadratmeter groß. Der Garten ist barrierefrei mit unterschiedlichen Erlebnisbereichen angelegt, die unterschiedliche Ausgestaltung der Wege ist als Orientierungshilfe für die blinden Nutzer des Gartens gedacht.
Der Garten steht natürlich auch der erholungsuchenden Bevölkerung zur Verfügung - er berücksichtigt aber besonders die ganz speziellen Belange der Blinden. Die Pflanzen sind zum Beriechen, Erfühlen und Ertasten in Hochbeeten angelegt. Es handelt sich um einen beispielhaften Garten, der täglich in den Monaten März bis Oktober durchwandert, erfühlt, errochen und erlebt werden kann. Durch die richtige Auswahl an Pflanzen kann die Welt von Blinden und Sehbehinderten, aber natürlich auch die der Sehenden um ein Vielfaches bunter und freundlicher werden.
Relieftafeln am Eingang und im Innenteil des Gartens informieren den Besucher über die Gestaltung des Blindengartens mit seinen verschiedenen Erlebnisbereichen. Die Pflanzenbeete sind von 60-80 cm hohen Holzpalisaden eingefasst, dadurch haben die Besucher des Gartens die Pflanzen in einer bequemen Höhe, um sie beriechen, erfühlen und ertasten zu können.
Auch für Kinder bietet es die einzigartige Gelegenheit, Pflanzen mit allen Sinnen erforschen zu können.

Der Blindengarten Bremen wurde in diesem Jahr 30 Jahre alt. Gegründet wurde er 1989, aber die Idee dazu ist wesentlich älter. Sie stammt aus England. Ab 1938 entstanden zuerst in England, dann weltweit, Blindengärten. Seit 1959 gibt es Blindengärten in verschiedenen Orten in Deutschland. Dort können von blinden Menschen Pflanzen, Blüten und Bäume ertastet und gerochen werden. Aber die Idee geht darüber hinaus: den Sehenden wird die Chance gegeben, ihre übrigen Sinne verstärkt zu nutzen. So soll der Blindengarten eine Bereicherung für alle sein, für die Blinden und die Sehenden gleichermaßen. Der Blindengarten war mit seiner Gestaltung seiner Zeit voraus, und sie ist bis heute aktuell. Schon seit 1973 gab es Bestrebungen, in Bremen einen „Duft- und Tastgarten“ einzurichten. Die Initialzündung für den heutigen Blindengarten war ein Ausstellungsbeitrag zur Blumenschau in der Bremer Stadthalle 1983. Die Resonanz war damals so groß, dass die Planung für einen Blindengarten in Bremen-Nord neu aufgenommen wurde. Das heutige Gelände in St. Magnus, am Rand von Knoops Park, wurde dem Blindengarten vom Liegenschaftsamt überlassen. Der Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen e. V. wurde einbezogen und ist es bis heute. 1989 wurde der Garten angelegt mit Hilfe von Spenden und unbezahlten Arbeitseinsätzen von Privatpersonen und Firmen. Die Gründer/innen hatten Wert darauf gelegt, den Blindengarten unabhängig von staatlichen Zuwendungen entstehen zu lassen. Das ihnen das gelang, ist eine besondere Leistung. 300 „Bettelbriefe“ wurden im ersten Anlauf verschickt und schon nach einem Viertel Jahr stand die Finanzierung. Wesentlich für die Gründung des Vereins Blindengarten e.V. und die Einrichtung der Anlage waren die beharrlichen Aktivitäten des Ehepaars Lothar und Edith Kranz. Lothar Kranz ist leider 2005 verstorben, seine Frau Edith ist bis heute für den Garten ehrenamtlich aktiv. Ganz zeitgemäß sind an die Seite der traditionellen Öffentlichkeitsarbeit mit Presseartikeln und Faltblättern eine neugestaltete und gut genutzte Homepage und ein Auftritt bei Facebook getreten.
Der Blindengarten geht nicht mit der Zeit, er wächst mit der Zeit ...
Der Garten ist ca. 1.600 Quadratmeter groß. Er kann täglich in den Monaten März bis Oktober besucht werden, jeweils von 9 bis 18 Uhr. Sommerblumen, Duftpflanzen, Gräser und Farne, Kletterpflanzen, Heide, Wildpflanzen u.v.a. warten in den gekennzeichneten Bereichen auf seine Besucher. Relieftafeln am Eingang und im Garten sowie Hinweise an den Blumen, Stauden und Bäumen informieren die Besucher/innen über die Pflanzen, über die Gestaltung des Gartens und zu den verschiedenen Bereichen. Hinweise gibt es auch in der Punktschrift Braille für die blinden und sehbehinderten Besucher/innen. Mehr als 600 verschiedene Pflanzenarten können wir im Blindengarten kennenlernen. Zum Teil befinden sich die Pflanzen in Hochbeeten, so dass sie nicht nur zu betrachten, sondern auch in bequemer Höhe zu erfühlen und zu riechen sind. Über Duftpflanzen und ihre Anordnung im Garten hatte man sich schon bei der Anlage Gedanken gemacht. Angenehme Düfte der Pflanzen durchziehen den Garten. Bei seiner vollen Blütenpracht, ist der Besuch im Blindengarten einen Genuss für alle Sinne. In einem der Erlebnisbereiche sind verschiedene Rindenstrukturen heimischer Bäume zum Betrachten oder Betasten ausgestellt. Hier können wir lernen, einen Baum an der Rinde zu erkennen, ohne ihn zu sehen. Die Baumabschnitte von ca. einem Meter Länge sind erhöht aufgestellt, so dass sie bequem „begriffen“ werden können. Der Blindengarten ist ein Ziel für Gruppen aus den nahegelegenen Schulen, Kindergärten und für Besucher/innen aus den anliegenden Altenwohnanlagen. In Partnerschaft mit der VHS Osterholz-Scharmbeck, dem BUND u.a. werden Info-Veranstaltungen zu Umweltthemen im Blindengarten angeboten, z.B. zum Bienen- und Insektensterben und zur Anlage bienenfreundlicher Gärten. In Kooperation mit dem BUND und ansässigen Garten- und Landschaftsbauunternehmen werden die biologische Vielfalt und der Umweltschutz groß geschrieben. Das alles macht den Blindengarten neben einem Ort der Erholung auch zu einem „Bildungsgarten“. Ohne Unterstützung in Zeit und Geld von vielen Privatpersonen und Firmen wäre der Blindengarten nicht zu unterhalten. Auch gibt es zwei jährliche größere Arbeitseinsätze des SPD-Ortsvereins sowie des CDU-Stadtbezirksverbands im Frühjahr und Herbst. Diese großen Gruppeneinsätze helfen, den Garten in einem guten Zustand zu halten. Das sehr trockene Jahr 2018 war eine besondere Herausforderung für die Bewässerung des Gartens und seine Pflanzen. In vielen anstrengenden ehrenamtlichen Einsätzen wurde dem grünen Volk des Gartens von Helfer/innen per Hand das Wasser gebracht. Alle Beteiligten hoffen, dass sich eine solche Dürre nicht wiederholt. Aber wir ahnen, wie sich das Klima entwickeln könnte. Ein neu angelegter Brunnen mit Pumpe steht daher auf der Wunschliste des Vereins weit oben.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Das reiche Angebot an unterschiedlichsten Pflanzenarten in unserem Garten sind ein buntes Angebot an viele Insekten. Vor allem zahlreiche Bienenarten sind in unserem Garten zu hause. Der in einem Park gelegene Blindengarten ist ein hervorragendes Umfeld um mit seiner großen Pflanzenauswahl (von über 600 Pflanzen) die biologische Vielfalt zu fördern und zu erhalten. Auch viele seltene Pflanzen sind bei uns zu finden, wie zum Beispiel die stark gefährdete Schachbrettblume.

Video:


Bild 1

Dokumente

Flyer des Blindengartens

 

Besuchen Sie uns

Blindengarten Bremen e.V.

Raschenkampsweg
28759 Bremen

Öffnungszeiten: von 1.März - 31. Oktober täglich von 9-18 Uhr

Frau Bettina Hornhues
Tel.:01754154520
info@blindengarten-bremen.de
http://www.blindengarten-bremen.de

 

Weitere Infos

Blindengarten Bremen e.V.
Bremen

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld