Bunte Äcker im Oldenburger Land

Der 2014 gegründete Biotop-Fonds der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst e.V. unterstützt Landwirte bei der Anlage von Blühflächen auf ihren Äckern, um so die biologische Vielfalt in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft zu fördern. Dabei wird Saatgut aus Fördermittel des Landkreises Oldenburg kostenlos zur Verfügung gestellt. Über 200 Landwirte stellen ihre Ackerflächen bereit und organisieren eigenständig die Aussaat. Fachliche Beratung zur Anlage der Blühflächen wird vom Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins geleistet. Besonders förderlich ist die gute Vernetzung der Jägerschaft über die Hegeringe mit den Landwirten. Auf eine Einbeziehung weiterer Akteure wie Imker, Naturschutzverbände, Kommunen, Landvolkverband, Landwirtschaftskammer etc. wird großer Wert gelegt.
So konnte in den letzten 6 Jahren die geförderte Blühfläche von ca. 100 ha auf 280 ha gesteigert werden. Das zeigt, dass in der Landwirtschaft ein hohes Potential an Freiwilligkeit bei der Gestaltung biologischer Vielfalt in unserer Kulturlandschaft besteht.
Die Blühflächen werden außerdem zur Öffentlichkeitsarbeit und zur Weiterbildung von Landwirten und Verbrauchern genutzt.
Seit 2019 ist eine faunistische und floristische Erhebung durch die Universität Lüneburg (Masterarbeiten) in das Projekt einbezogen.
Besonderer Wert wir zukünftig auf die Einmischung von gebietseigenen Pflanzenarten in die Saatgutmischungen und den mehrjährigen Erhalt der Blühflächen gelegt.

Biotop-Fonds der Jägerschaft Oldenburg / Delmenhorst e.V.
c/o Dr. Josef Kuhlmann, Huntewinkel 4, 26203 Wardenburg
www.biotop-fonds-ol-del.de

Bewerbung um Auszeichnung im Rahmen der UN-Dekade `Biologische Vielfalt`

Projekt: Anlage von Blühstreifen auf Ackerflächen im Landkreis Oldenburg

Projektbeschreibung:
Ziele
Der 2014 gegründete gemeinnützige Verein `Biotop-Fonds der Jägerschaft Oldenburg / Delmenhorst` hat sich als ein wichtiges Ziel gesetzt, die biologische Vielfalt auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zu fördern. Damit sollen die Naturschutzaktivitäten der Jägerschaft als anerkannter Naturschutzverband weiter gebündelt und forciert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Schaffung und Verbesserung von Habitaten für Insekten- und Feldvogelarten, sowie anderer Wildtierarten in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft im Oldenburger Land. Ein besonders eingängiges Argument bei Landwirten ist auch die Entschärfung von Abstandsauflagen beim Pflanzenschutz und bei der Düngung.
Kooperation der Akteure
Wichtig ist dem Verein dabei die enge Kooperation der Akteure (Jägerschaft, Landvolk, Landwirtschaftskammer, Landwirte, Imker, Kommunen, Naturschutzverbänden, Naturschutzbehörde u.a) und diese wird auch gelebt. Besonders hilfreich bei der praktischen Umsetzung der Blühstreifenaktion ist die enge Vernetzung der Hegeringe über deren Reviere mit den einzelnen Landwirten vor Ort. Der Vorsitzende des Vereins, Dr. Josef Kuhlmann, ist zudem Mitarbeiter der örtlichen Dienststelle der Landwirtschaftskammer, was zusätzliche Synergien bei der Organisation, Akzeptanz und Umsetzung der Maßnahmen bringt. Die Fördermittel werden ausschließlich für Blühstreifensaatgut ausgegeben, was an Landwirte kostenlos über drei Handelshäuser in der Region gegen Nachweis ausgegeben wird. Die Fördermittel werden vom Landkreis Oldenburg und von der Landesjägerschaft Niedersachsen zur Verfügung gestellt.
Ergebnisse
Die Blühfläche im Landkreis konnte so seit 2014 von ca. 100 ha auf 180 ha in 2018 gesteigert werden. In 2019 wurde daraufhin die Fördersumme auf 20.000€ erhöht und es konnten ad hoc 282 ha bei über 200 Landwirten realisiert werden. Die hohe Bereitschaft der Landwirte an dieser freiwilligen Aktion teilzunehmen ist besonders hervorzuheben. Sie bekommen lediglich das Saatgut zur Verfügung gestellt, und keinen weiteren Ausgleich für Ertragsverzicht, Aussaat etc. Das ist rechnerisch ein monetärerer Beitrag der Landwirte von über 200.000€. Trotzdem sieht der Biotop-Fonds hier ein weiteres Steigerungspotential. Besonders wichtig dabei ist eine begleitende Beratung zum Förder-Antragsverfahren, Saatgut, Flächenbearbeitung, Umsetzung Mehrjährigkeit etc.
Saatgut, Mehrjährigkeit
Es ist mit dem Landkreis Oldenburg (Untere Naturschutzbehörde) vereinbart, dass neben der Ausweitung der Fläche versucht werden soll, mehr Regioarten in den Saatgutmischungen unterzubringen und den Anteil mehrjährig auf den Feldern verbleibender Saaten zu verstärken. Zur Optimierung der Saatgutmischungen wird eng mit einem örtlich ansässigen Saatgutunternehmen zusammengearbeitet. Neue Antragsmodalitäten bei der Vergabe der EU-Fördermittel in Niedersachsen erlauben die vereinfachte Anlage von Blühstreifen innerhalb einer Fruchtfolge. Dies eröffnet ganz neue, einfache Möglichkeiten, mehrjährige Streifen oder sogar strukturierte Streifen anzulegen, bei denen die neue und die vorjährige Ansaat nebeneinander liegen. In einem `Göttinger Rebhuhn-Projekt` hat sich gezeigt, dass gerade diese Anlage besonders förderlich für das Rebhuhn ist.
Insektenmonitoring durch Universität Lüneburg
Mit der Leuphana-Universität Lüneburg ist ab 2019 ein mehrjähriges Projekt angelaufen, in dem in verschiedenen Pflanzenmischungen auf 6 Flächen das Insektenauftreten ermittelt wird. Es werden dabei 3 Blühsaat-Mischungen (1x Kulturpflanzenmischung, 2 Mischungen aus Kulturpflanzen mit Regio-Wildpflanzenarten ) miteinander verglichen und die Daten in Masterarbeiten ausgewertet. Die Finanzierung wird im ersten Jahr noch aus Eigenmitteln des Biotop-Fonds geleistet. Für die Zukunft sind weitere Fördermittel dafür erforderlich.
Zukunft
Eine entsprechende Mittelausstattung und Arbeitszeit vorausgesetzt soll weiter an einem engen Netzwerk aller Akteure in der Region gearbeitet werden. Der Biotopfonds kann da zu einem Kristallisationspunkt für eine Reihe von gemeinsamen Aktivitäten werden. Besonders wichtig erscheint dabei, die z.T. `verhärteten Fronten` zwischen Landwirtschaft und Naturschutz aufzubrechen und in einen sachlichen Dialog zu treten. Dies kann v.a. auch über Informationsveranstaltungen, Workshops und Öffentlichkeitsarbeit geschehen.
Eine Auszeichnung im Rahmen der `UN-Dekade biologische Vielfalt` würde sich sicher sehr motivierend auf alle beteiligten Akteure auswirken.


Mit freundlichen Grüßen
Dr. Josef Kuhlmann

Vorsitzender



Bezug zur biologischen Vielfalt:

Blühflächen können im intensiv agrarisch genutzten Oldenburger Land erheblich zur Erhöhung der Biologischen Vielfalt beitragen. Neben der Auflockerung des Landschaftsbildes sind sie sehr förderlich für Insekten, insbesondere für bestäubende Insektenarten. Ebenfalls ist deren Effekt auf Bodeninsekten ( Laufkäfer etc.) gerade bei mehrjähriger Anlage nicht zu unterschätzen. Nicht zuletzt geht es in dem Projekt aber auch gezielt darum, Schutz- und Bruthabitate für gefährdetet Feldvogelarten wie Rebhuhn, Fasan,Wachtel, Feldlerche etc. zu schaffen. Zudem bieten sie Äsungsfläche für Hasen und Rehwild.
Neben den faunistischen Vorteilen spielt auch die floristische Vielfalt in Blühsteifen eine wichtige Rolle. Dazu wird zukünftig noch mehr Wert auf die Zumischung von gebietseigenen Wildpflanzenarten gelegt. Ein weiteres wichtiges Ziel ist, die Blühflächen über mehrere Vegetationsperioden zu erhalten (Mehrjährigkeit). Dies ermöglicht zudem die Anlage von so genannten strukturierten Blühstreifen, wo alte und vorjährige Ansaat nebeneinander liegen, was eine höhere ökologische Wertigkeit mit sich bringt. Neue Antragsmodalitäten für EU-Fördermittel erleichtern dieses Vorgehen erfreulicher Weise an allen Ackerkulturen.


Bild 1
Bild 2

Bild 3

Dokumente

Antrag Kurztext.docx

Projektbeschreibung.docx

Text , warum biolog. Vielfalt.docx

Zeitungsartikel zur Insektenerhebung mit Universität Lüneburg auf Vergleichsflächen

Zusammenfassende Präsentation zum Projekt

 

Besuchen Sie uns

Landkreis Oldenburg

Huntewinkel 4
26203 Wardenburg

Öffnungszeiten: nach Absprache

Herr Dr Josef Kuhlmann
Tel.:0152-54782398
Josef.kuhlmann@lwk-niedersachsen.de
http://www.biotop-fonds-ol-del.de

 

Weitere Infos

Biotop-Fonds der Jägerschaft Oldenburg / Delmenhorst e.V.
Wardenburg

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