Mit den Fischen auf Augenhöhe – im Lahnfenster Hessen

Das Lahnfenster Hessen ist ein Gewässerinformations- und Umweltbildungszentrum mit dem Schwerpunkt Biodiversität am und im Gewässer, das vom Regierungspräsidium Gießen betrieben wird. Als Beobachtungsstation konzipiert befindet es sich direkt an einer Fischaufstiegsanlage der Lahn. Durch große Fensterscheiben bietet es dem Besucher die Möglichkeit, seitlich in den Fischaufstieg hinein zu schauen und die Fische bei ihrer (Laich-)wanderung zu beobachten.
Weitere große Fenster ermöglichen es den Besuchern einen Blick direkt in die Lahn zu werfen, um hier die Fische in ihrem natürlichen Lebensraum zu erleben. Darüber hinaus erhalten die Gäste viele Informationen zum Thema Gewässer und Schaffung der Durchgängigkeit der Fließgewässer. Abgerundet wird das Informationsangebot durch ein Info-Terminal, das sich auf der jederzeit zugänglichen Aussichtsplattform befindet und für die Gäste auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten zur Verfügung steht.
Der Fischaufstieg wurde im Jahr 2005 aus Ausgleichsgeldern der Deutschen Bahn für den Neubau der ICE-Strecke Köln-Frankfurt finanziert. Bauherr war seinerzeit die Stadt Gießen. Durch die Errichtung des Lahnfensters als Beobachtungsstation hat die Bevölkerung nun die Möglichkeit die Funktion eines Fischaufstieges zu erleben. Es ist gelungen, aus unterschiedlichen Interessen und Institutionen eine Symbiose zu bilden, die die ökologische Aufwertung der Fließgewässer anschaulich darstellt.

Das Lahnfenster Hessen ist eine Umweltbildungseinrichtung mit dem Schwerpunkt biologische Vielfalt am und im Gewässer, das vom Regierungspräsidium Gießen betrieben wird.
Es befindet sich direkt an einer Fischaufstiegsanlage der Lahn, die im Jahr 2005 aus Ausgleichsgeldern der Deutschen Bahn für den Neubau der ICE-Strecke Köln-Frankfurt finanziert wurde. Hier hat die Deutsche Bahn neue Wege beschritten, um in Natur und Landschaft einen großen Beitrag zu leisten und die Eingriffe aus ihrer Bautätigkeit auszugleichen. Der Stadt Gießen ist es damit gelungen, ihre 3 Wanderhindernisse in der Lahn zu beseitigen und in diesem Bereich die Durchgängigkeit wiederherzustellen.
In der Beobachtungsstation, die in 2014 aufwendig erweitert wurde, können die Besucher über große Fensterscheiben einen Blick in den Fischaufstieg werfen und den wanderwilligen Fischen beim Auf- oder Absteigen zuschauen.
Weitere große Fensterscheiben erlauben einen direkten Blick in die Lahn. Hier lassen sich während des Sommers die Fische in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Durch eingebrachtes Totholz fühlen sich auch Jungfische vor Fraßfeinden sicher.
Über Info-Tafeln, Hörstationen und ein Diorama, das den Gewässergrund der Lahn abbildet, werden den Besuchern viele Informationen zum Thema Gewässer und Schaffung der Durchgängigkeit zum Erhalt und Förderung der biologischen Vielfalt der Fließgewässer angeboten. Die Besucher erfahren, wie sich der Bau von Wanderbarrieren, beispielsweise Wehranlagen, negativ auf die Artenvielfalt der Fischfauna ausgewirkt hat und als Folge dessen viele Arten vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben sind. Durch Schaffung der Durchgängigkeit und Verbesserung der Gewässerstrukturen und Wasserqualität kann dem Rückgang der biologischen Vielfalt in den Fließgewässern entgegengewirkt werden.

Das Lahnfenster versteht sich als eine Umweltbildungseinrichtung für alle Bevölkerungsgruppen, die niemanden aufgrund seiner Herkunft, seines sozialen Status etc. ausschließt. So ist es uns ein Anliegen, die Schönheit und biologische Vielfalt im Gewässer auch den Personen näher zu bringen, die sonst keinen Zugang zur Umweltbildung haben. Dies gelingt zum einen dadurch, dass kein Eintritt zum Besuch des Lahnfenster erhoben wird und die Besucher so oft kommen können, wie sie das möchten, ohne dass hierfür Kosten anfallen. Dieses Angebot wird sehr gut und gerne angenommen.
Zum anderen wird gerade der Info-Terminal (Touch-Kiosk), der sich auf der jederzeit zugänglichen Plattform auf der Beobachtungsstation des Lahnfensters befindet, von jungen Menschen sehr häufig benutzt, die sich dort treffen, um das Ambiente des Lahnfensters zu genießen.
Über dieses Medium werden auch die Menschen angesprochen, sich mit der biologischen Vielfalt unserer Fließgewässer zu beschäftigen und sich kleine Filme über Fischbeobachtungen anzuschauen, die sich sonst wenig mit diesem Thema auseinandersetzen. Dabei wird auf die Gefährdung der unterschiedlichen Arten aufmerksam gemacht und auf die Verantwortung hingewiesen, die jeder von uns hat.
Insbesondere für Kinder ist das Lahnfenster immer wieder ein Erlebnis. Es ist erstaunlich, welche Geduld oft gerade die jungen Besucher aufbringen, um die Fische in der Lahn und im Fischaufstieg zu beobachten und ihnen bei ihrer (Laich-)wanderung zuzuschauen, aber auch die Schwärme der Jungfische zu beobachten.

Ergänzt wird das Angebot durch eine Kinderecke, in der die Kinder ein Angelspiel machen und lebensgroße Fische aus einem Bassin mit der Angel holen müssen. Dabei erfahren sie auch gleich etwas über die Biologie und die Gefährdung dieser Fischart. Zudem gibt es kindgerechte (Mal-)Broschüren, in denen der Leitfisch (Max, der Lachs oder Aal Fred) den Kindern über seinen Lebenszyklus berichtet und die Gefahren aufzeigt, denen er bei seiner Wanderung u.a. durch Wasserkraftanlagen ausgesetzt ist.
Das Lahnfenster ist Freitag bis Sonntag jeweils nachmittags in der Zeit von März bis Oktober geöffnet. Während der hessischen Schulferien kann das Lahnfenster an jedem Nachmittag der Woche besucht werden. Der Eintritt ist frei!
Ferner werden Führungen und Unterrichtseinheiten für Schulklassen angeboten, die je nach Art und Dauer sogar kostenlos sind.
Gruppen mit Erwachsenen können ebenfalls eine Führung buchen. Hier wird ein Kostenbeitrag von 3 € pro Person erhoben.
Es ist bemerkenswert, wie wenig Grundwissen in der Bevölkerung über das Leben und die biologische Vielfalt unterhalb der Wasseroberfläche vorhanden ist. Diesem Wissensdefizit tritt das Lahnfenster mit seinen vielfältigen Angeboten entgegen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Viele Wasserbewohner sind vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Um diesem Prozess entgegen zu wirken und auch bedrohten oder ausgestorbenen Fischen in unseren Fließgewässern wieder eine Chance zu geben, ist die Wiederherstellung der Durchgängigkeit ein ganz wichtiges Element. Dies ist mit einigem Aufwand verbunden und erfordert auch den Einsatz umfangreicher finanzieller Mittel. Um die Bevölkerung darüber zu informieren und die Notwendigkeit der Maßnahmen zum Bau von Fischwanderhilfen und Fischschutzeinrichtungen zu vermitteln, muss der Bereich der Unterwasserwelt erlebbar und erfahrbar sein – getreu dem Motto: „nur was man kennt, ist man auch bereit zu schützen“.
Damit leistet das Lahnfenster einen sehr wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt an und in den Gewässern.

Video:
https://rp-giessen.hessen.de/videos/fenster-zu-einer-anderen-welt


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Besuchen Sie uns

Lahnfenster Hessen

Bootshausstraße 8
35390 Gießen

Öffnungszeiten: Freitag 15 - 19 Uhr, Samstag und Sonntag 13 - 18 Uhr

Frau Regierungspräsidium Gießen Obere Fischereibehörde
Tel.:+49 641 303 5565
lahnfenster@rpgi.hessen.de
https://rp-giessen.hessen.de/umwelt-natur/lahnfenster-hessen

 

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