Sonderwettbewerb Soziale Natur

Vielfältige Natur gemeinsam entdecken im Bremer Norden

Die Ökologiestation führt in Bremen-Schönebeck seit über 35 Jahren Umweltbildungsarbeit durch und beabsichtigt dabei, zum Verständnis der ökologischen Voraussetzungen einer lebensfähigen Umwelt beizutragen.
Das am Talhang der Schönebecker Aue gelegene Außengelände bietet kleinen und großen Besuchern die Möglichkeit, auf 20 ha eine Fülle von Biotopen kennenzulernen, z.B. naturbelassenen Wald, Feuchtwiesen, Streuobstwiese, Bach, Teiche sowie einen insektenfreundlichen Garten und dabei biologische Vielfalt zu erleben und ihre Bedeutung zu verstehen..
Die (Schul-, Kindergarten- und offenen) Angebote der Ökologiestation Bremen sind schwerpunktmäßig darauf ausgerichtet, Kindern – insbesondere aus sozialen Brennpunkten - das gemeinsame Erleben von Natur zu ermöglichen und sie zu motivieren, einen Ausschnitt der Natur in spielerischer Weise durch Beobachtung, Experimente und Vergleiche zu erkunden und zu erforschen.

Die Ökologiestation Bremen praktiziert inklusiv eine Bildung für nachhaltige Entwicklung und richtet ihr Angebot insbesondere an Vorschule, Grundschule und Sek II. Sie ist spezialisiert auf Forschen und Experimentieren in der Natur, lässt Kinder und Jugendliche aktiv biologische Vielfalt und ökologische Zusammenhänge entdecken, nutzt dabei die heimische Biotopvielfalt auf dem Stationsgelände und entwickelt und vermittelt hierzu Methoden und Techniken. Ein Ziel ist, Kinder gemeinschaftlich durch positive Erlebnisse frühzeitig und nachhaltig für Natur zu interessieren und ihnen gleichzeitig die Schutzbedürftigkeit von Natur vor Augen zu führen.
Durch unsere Verortung im Bremer Norden wird unser Angebot verstärkt von Schulen und Kindergärten aus sozialen Brennpunkten genutzt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Drittklässler noch nie in einem Wald waren und den Begriff „Wald“ gar nicht definieren können. Natur ist hier zudem oft angst- und ekelbesetzt. Durch gemeinschaftliche Naturerfahrung streben wir an, Kinder neugierig auf Natur zu machen und letztendlich eine wertschätzende Haltung einzunehmen.
Das pädagogische Konzept der Ökologiestation zielt nicht nur auf die Vermittlung von Erkenntnissen und Wissen über die Natur und ihre Teilaspekte. Die Größe des Stationsgeländes erlaubt es, kleine Gruppen zu bilden und ihnen den Freiraum für selbstständige Erkundungen und Aufgabenlösungen zu geben. Auf diese Weise ist ein soziales, teamorientiertes Lernen in der Natur möglich.

Den Erlebnisraum dafür bietet unser 20 ha großes, naturbelassenes Gelände am Talhang der Schönebecker Aue. Es besitzt zahlreiche - zum Teil geschützte – Biotope, die sich hervorragend eignen, biologischer Vielfalt nachzuspüren und ökologische Kreisläufe erlebbar und nachvollziehbar zu machen.
Als außerschulischer Lernort ist die Ökologiestation das „Grüne Klassenzimmer“ insbesondere Bremen-Nords. Vorrangig Grundschulklassen erfahren in Halbtagsveranstaltungen praxisorientierte Umweltbildung. Für die Sek II halten wir 12 Unterrichtsmodule vor zur praktischen Auseinandersetzung mit dem Ökosystem Wald. Außerdem führen wir mit der Sek II Exkursionen zur Bachrenaturierung durch.
Die Ökologiestation bringt jährlich ein offenes Veranstaltungsprogramm heraus, das sich vornehmlich mit Mitmachaktionen an Kinder richtet, daneben aber auch mit Seminaren und Vorträgen aus dem Bereich Natur, Umwelt und Gesundheit an Erwachsene.
Außerdem führt die Ökologiestation jährlich wechselnd Sonderprojekte durch, die sich an bestimmte Zielgruppen wenden oder spezielle Themenfelder behandeln. Ein paar Beispiele:
In unserem Projekt „Urwaldkinder in Bremen-Nord“ erschließen Kindergartenkids (5-6jährige) während drei halbtägiger Exkursionen selbstentdeckend und forschend die komplexe Bedeutung des Lebensraumes Wald, z.B. als Klimaregulator, Recyclingspezialist und Energiespender. Sie lernen in unserem nicht bewirtschafteten „urwaldartigen“ Wald durch eigene Anschauung, dass der Wald seine Funktion nur erfüllen kann, wenn Kinder wie Erwachsene sich ihm gegenüber verantwortungsvoll verhalten. Dieses Projekt befähigt Kinder, sich bei ihren Experimenten in der Gruppe zu koordinieren und vorausschauend zu agieren.
Das vom BMU 2017 - 2019 geförderte Projekt „Klimaschutz und Inklusion“ der Stiftung Friedehorst zielte darauf ab, den Klimaschutzgedanken inklusiv in Nachbarschaften zu tragen und zu verankern. Im Zusammenspiel mehrerer Projektpartner erfuhren beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Menschen, wie sie das Klima schützen können. Sie gaben ihr Wissen in ihrem Umfeld weiter und förderten das Klimaschutzbewusstsein im Stadtteil. Die Ökologiestation gestaltete 2018 - 2019 in diesem Rahmen inklusive Aktionstage (u.a. Klima-Scout-Ferienwochen), die Kinder mit und ohne Beeinträchtigung über Naturerlebnisse zusammenführten und ihnen Handlungsmöglichkeiten zum Klimaschutz aufzeigten.
„Heimische Amphibien – von Kindern entdeckt“ heißt ein Projekt, in dem wir 2020 5-12jährige Kinder in offenen Halbtagsveranstaltungen mit Artbestimmung und Lebensweise heimischer Amphibien vertraut machen und sie durch Mitmachaktionen an den Amphibienschutz heranführen.
Im Projekt „Von der Schneckenoase zum Insektenparadies“ wird der Garten auf dem Ökologiestationsgelände von Ehrenamtlichen bienen- und insektenfreundlich umgestaltet. Es ist bereits eine Wildblumenwiese und ein artenreicher Kräutergarten entstanden. Parallel wird eine aus Vorträgen und Führungen bestehende Veranstaltungsreihe angeboten, die den Themenbereich „Insektenschutz, Artenvielfalt und Klimawandel“ aufgreift und über Ursachen und Abhilfemöglichkeiten informiert. U. a. möchten wir Teilnehmende motivieren, ihr Umfeld insektenfreundlich zu verändern.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Unser naturbelassenes Gelände liegt im LSG „Schönebecker Aue“ und weist durch die Lage am Talhang verschiedene Bodentypen auf, welche wiederum die Ausbildung unterschiedlicher Waldgesellschaften bedingt haben. Die Feuchtwiesen-, Sumpf- und Feuchtwaldflächen sind nach § 30 BNatSchG besonders geschützte Biotope, welche nicht nur viele seltene RL-Pflanzenarten bergen – in ihnen herrscht auch im Hinblick auf die Fauna eine hohe biologische Vielfalt vor. Die §30-Biotope und das jeweils erforderliche Pflegeregime stellen eine wichtige Grundlage unserer Umweltbildungsarbeit dar.
In unseren Wald-Modulen für die Sek II führen Schüler Standortvergleiche in verschiedenen Waldgesellschaften (Flattergras-Buchenwald, Eichen-Hainbuchenwald, Erlenbruch) durch (z.B. Bodenanalyse, Vegetationskartierung, Bodentier-Erfassung) und reflektieren u.a. über nachhaltige Waldwirtschaft und die Voraussetzung für Biodiversität.
An unserem Stationsgelände fließt ein Geestbach mit naturnahen, verbauten und renaturierten Abschnitten entlang. Hier erfolgen mit Schul-/Kindergruppen Gewässergüteuntersuchungen an verschiedenen Bachstrecken. Es lässt sich eindrucksvoll demonstrieren, wie gravierend sich anthropogene Eingriffe auf die biologische Vielfalt im Ökosystem Bach auswirken.
Eines unserer Anliegen ist das Bewahren genetischer Vielfalt bei alten Apfelsorten. Auf unserer Streuobstwiese wachsen über 50 alte Sorten. Im Rahmen von Klassenveranstaltungen, Führungen und Apfeltagen wird dieses Thema aufgegriffen


Bild 1
Bild 2

Bild 3
Bild 4

 

Besuchen Sie uns

Ökologiestation Bremen

Am Gütpohl 11
28757 Bremen

Öffnungszeiten: Mo.-Fr., 9 - 12 Uhr

Frau Martina Schnaidt
Tel.:0421 2221922
info@oekologiestation-bremen.de
http://www.oekologiestation-bremen.de

 

Weitere Infos

Ökologiestation Bremen e.V.
Bremen

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld