Stadtökopfad Wernigerode

Wernigerode ist mit geschützten Biotopen wie naturnahen Gewässern, Felsen, Halbtrockenrasen, Streuobstwiesen, Kopfbaumgruppen, Bergwiesen, Hecken und Feldgehölzen gut ausgestattet. Für viele nicht auf den ersten Blick ersichtlich befinden sich in der Innenstadt zahlreiche Biotope, die als Stadtbiotope bezeichnet werden und einen besonderen Stellenwert für die Lebensqualität Wernigerodes haben.
Einige Stadtbiotope beinhaltet der Stadt-Öko-Pfad, der am Rathaus beginnt und etwa 4 km durch die Stadt führt. Er zeigt, dass in städtischen Bereichen vielfältige Lebensräume geschaffen, erhalten und gefördert werden können. Der Pfad erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er hilft vielmehr dabei, die ökologischen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden. Dies kann eigenständig geschehen, er wird aber auch für Stadtführungen genutzt. Korrespondierend wird gerade ein Schulklassenprogramm im Rahmen des Grünen Klassenzimmers des Harzmuesums entwickelt.

In und um die Altstadt Wernigerodes zeugen zahlreiche Bäume, grüne Wände, Trockenmauern und Fließgewässer davon, dass es auch mitten in Wernigerode Lebensraum gibt für viele Tier- und Pflanzenarten. Ulrich Eichler, ehemaliger Energie- und Umweltbeauftragter der Stadt, hat die sogenannten „Stadtbiotope“ der Innenstadt im „Stadt-Öko-Pfad“ zusammengetragen. Sie zeugen davon, dass auch in der dicht besiedelten Innenstadt Erhalt und Förderung der biologischen Vielfalt möglich und wichtig ist. Ausgestattet mit dem Faltblatt können diese Besonderheiten auf gut vier Kilometern aktiv abgelaufen werden.
Dabei werden ökologische Stadtbiotope, wie die knorrige Winterlinde vor der Johanniskirche, der seltene Urweltmammutbaum am Burgberg oder die stattliche Traubeneiche am Teichdamm, die an den preußischen Sieg bei Königgrätz erinnert, vorgestellt. Wilder Wein am Westerntorturm oder die immergrüne Efeuwand an der Lustgartenmauer, sowie die Linden-Platanen-Allee nördlich der Mauergasse oder die seltene Pflanzenwelt an den Trockenmauern am Vorwerk sind Beispiele für grüne Lebensqualität in unserer Stadt. Die Fließgewässer, wie Holtemme und Zillierbach haben für Wernigerode eine besondere Bedeutung, da sie den Lebensraum für unser Wappentier, die Bachforelle darstellen und dem aufmerksamen Beobachter seltene Vögel, wie Wasseramsel, Graureiher und Eisvogel, sowie in der Dämmerung auch Fledermäuse aufzeigen.

In der Stadt grenzen auf engstem Raum Gebäude unterschiedlicher Größe und Höhe an begrünte Freiflächen, Verkehrswege, Bäume oder Gewässer. Sonnige, warme Bereiche wechseln sich mit feuchten Schattenzonen ab. Dadurch entsteht ein Mosaik unterschiedlichster Lebensräume, in dem sich viele verschiedene Pflanzen- und Tierarten ansiedeln können. Durch warme Temperaturen, ein reiches Nahrungsangebot und zahlreiche Versteckmöglichkeiten sind Städte für viele Tier- und Pflanzenarten attraktiv. Selbstverständlich findet man in der Innenstadt keine großen Grünflächen wie etwa den Lustgarten oder den Bürgerpark. Stattdessen lohnt es sich, den Blick auch mal nach oben zu richten – in Baumkronen, grüne Wände, in die Nischen von Mauern und Fassaden. Wirklich versteckt liegen die Innenhöfe der alten Fachwerkhäuser, die zum Teil grüne Oasen inmitten der Altstadt sind. Diese grünen Ecken und Flecken erfreuen uns ästhetisch. Neben ihren Leistungen für die Tier- und Pflanzenwelt sind sie außerdem gut für das Klima. Sie filtern Schadstoffe aus der Luft, kühlen an heißen Tagen oder bieten Schutz an kalten und windigen. Und sie mindern Geräusche. Grüne Wände können das Haus sogar vor Witterungseinflüssen schützen.

Das Faltblatt zum Stadt-Öko-Pfad bietet nicht nur eine Übersicht über die einzelnen Standorte der Besonderheiten, sondern zeigt auch ein paar typische Pflanzenarten an Gemäuern und Wänden. Es ist in den Infostellen der Stadt erhältlich sowie auf der Internetseite www.wernigerode.de.

Ergänzend wurde im Rahmen des Projekts "Stadtgrün Artenreich und Vielfältig" in Zusammenarbeit mit dem Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt, gefördert im Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, eine umfangreiche Broschüre zu "Wernigerodes Grünen Lebensqualität" (https://www.wernigerode.de/media/custom/3098_4278_1.PDF?1547536547) publiziert. Sie gibt viele Informationen, Hinweise zu Tipps zu Erhalt und Förderung der biologischen Vielfalt in der Stadt und berichtet von zahlreichen Projekten in Wernigerode.

Der Stadtökopfad ist bereits vor Start des Stadtgrün-Projekts entstanden und wurde im Jahr 2019 neu aufgelegt.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Grüne Bereiche in Innenstädten, gerade in historischen mit engen Straßen und Gassen, erschließen sich oft nicht auf den ersten Blick. Mit dem Stadtökopfad wird dieser jedoch bewusst dorthin gelenkt: Grüne Wände, Trockenmauern, artenreich gestaltete Innenhöfe, grüne Dächer, bepflanzte Balkone, Einzelbäume, Baumreihen. An vielen Stellen kann die Stadtverwaltung dies lenken, aber hier kann jede Bürgerin und jeder Bürger sowie die Geschäftstreibenden ihren Beitrag leisten. Der Stadtökopfad weist nicht nur darauf hin, sondern motiviert als jede Einzelne/jeden Einzelnen, nach Möglichkeiten Häuser, Innenhöfe, Balkone artenreich zu gestalten.
In Vorbereitung der Landesgartenschau 2006 entand bereits das Projekt "Höfe halten Hof".
Grüne Oasen mitten in der Stadt – das sind viele Hinterhöfe in Wernigerode. Das Kooperationsprojekt (Stadt Wernigerode, Harzsparkasse, Volksstimme und Förderverein Wernigeröder Gärten e.V.) „Höfe halten Hof“ entstand 2006 in Vorbereitung der Landesgartenschau 2006. Im Rahmen dessen erfahren Höfe durch Begrünung eine Aufwertung. Das Projekt unterstützt so den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt und sichert beispielsweise das Nahrungsangebot der Bienen.
Die Projekte und Maßnahmen sind Bestandteil der Grünflächenstrategie der Stadt Wernigerode, welche ebenfalls im Rahmen des Projekts "Stadtgrün - Artenreich und Vielfältig" beschlossen wurde.


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Dokumente

Stadtökopfad Wernigerode.PDF

 

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38855 Wernigerode

Öffnungszeiten: Stadtökopfad jederzeit

Frau Katrin Anders
Tel.:03943 654-668
umwelt@wernigerode.de
http://www.wernigerode.de

 

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