Sonderwettbewerb Soziale Natur

Vielfalt findet Stadt

Das Projekt "Entwicklung und Erprobung didaktischer Modelle zur Aktivierung benachteiligter Gruppen für den Erhalt der biologischen Vielfalt" bindet sozioökonomisch benachteiligte Gruppen in Aktivitäten und Prozesse der Naturschutzarbeit ein. Zielgruppen sind Kinder aus dem Vor-, Grund- und Förderschulbereich sowie Erwachsene aus sozialen Brennpunkten der Stadt Eberswalde. Die Teilnehmenden setzen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld vielfältige Naturschutzmaßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt um und lernen dadurch Möglichkeiten nachhaltigen Handelns kennen. Das Projekt wird bis April 2023 von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde in Kooperation mit der Stiftung WaldWelten durchgeführt. Es wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.

Ziel des Projektes ist es, sozioökonomisch benachteiligte Menschen, die bisher kaum Berührung mit Fragen des Natur- und Umweltschutzes hatten, durch Wissensvermittlung und aktive Beteiligung in ihrem Verantwortungsgefühl zu bestärken, ihnen Möglichkeiten des Engagements aufzuzeigen und so ihre Teilhabe am Naturschutz zu steigern.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden je nach Alter gruppenweise ein Schuljahr lang an das Thema biologische Vielfalt herangeführt. Bei Umweltbildungstagen und naturkundlichen Wanderungen erleben sie die Natur, werden für Herausforderungen im Naturschutz sensibilisiert und lernen Naturschutzakteure kennen. Anschließend entwickeln sie gemeinsam eigene Praxisideen und setzen sie in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld auf Flächen der Stadt Eberswalde, der örtlichen Wohnungsbaugesellschaft oder weiterer Partner um. Beispielsweise werden Blühwiesen auf Brachflächen angelegt oder Hecken und Gehölzflächen mit gebietsheimischen Strauch- und Baumarten gepflanzt.

Die Gesamtkonzeption aller Veranstaltungen und Maßnahmen folgt den Grundsätzen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Berücksichtigt sind sowohl die vorbereitende Planung durch die Umweltbildnerinnen und Umweltbildner, die partizipative Beteiligung der Teilnehmenden in gemeinsamen Beratungen sowie die Realisierung der Ideen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema biologische Vielfalt unter Einbeziehung von Fragen zum Ressourcenverbrauch oder Klimawandel soll zu einer Sensibilisierung und nachhaltigen Beteiligungsbereitschaft der Teilnehmenden beitragen.

Basierend auf der Konzeption und Erprobung der Umweltbildungsprogramme werden im Projekt Bildungsmaterialien entwickelt, die bundesweit an Lehrende, Umweltbilderinnen und Umweltbildner verbreitet werden.

Eine Herausforderung des Projektes ist es, Zielgruppen, die bisher kaum Kontakt zu Inhalten des praktischen Naturschutzes hatten, längerfristig in eben diese Aktivitäten einzubinden. Die Kooperation mit Betreuungs- und Lehreinrichtungen ermöglicht die Integration der Umweltbildungsprogramme in den Alltag der Kinder und Jugendlichen. Aktuell sind das 2 Kindergärten und 2 Schulen, die sich in sozialen Brennpunkten befinden bzw. Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien betreuen. Durch eine Kooperation mit dem Amt für Beschäftigungsförderung und Freiwilligendienste der Stadt Eberswalde wird es den Bundesfreiwilligen ermöglicht, am Projekt als Bildungsmöglichkeit teilzunehmen. In diesem ersten Projektdurchlauf (Schuljahr 2019/2020) werden insgesamt ca. 45 Kitakinder, 30 Schülerinnen und Schüler und 10 junge Erwachsene aus dem Bundesfreiwilligendienst erreicht.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Im Rahmen der Praxisprojekte werden durch die Teilnehmenden vorrangig städtische und stadtnahe Lebensräume ökologisch aufgewertet. Die städtebauliche Entwicklung der Stadt Eberswalde hat in den zurückliegenden fast drei Jahrzehnten zu tiefgreifenden Veränderungen geführt. Durch die Umnutzung und den teilweisen Abbruch ehemaliger Wohnbebauung sind weitläufige, artenarme Ruderalflächen entstanden. Durch Gehölzpflanzungen mit gebietsheimischen Arten, die Anlage von Heckenstrukturen und artenreichen Blühwiesen wird ein Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt vor Ort geleistet.

Gleichzeitig werden die am Projekt beteiligten Zielgruppen für den Schutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt sensibilisiert. Sie erwerben in den Umweltbildungsmodulen neues Wissen über ökologische Zusammenhänge sowie Kenntnisse und Fähigkeiten im praktischen Naturschutz. Kinder und Erwachsene werden dadurch befähigt, sich über das Projekt hinaus dauerhaft für den Naturschutz zu engagieren und ihre Erfahrungen in ihrem persönlichen Umfeld weiterzugeben.


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Stiftung WaldWelten und Hochschule für nachhaltige Entwicklung

Am Zainhammer 5
16225 Eberswalde

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 bis 15 Uhr

Frau Carolin Schlenther
Tel.:03334657299
carolin.schlenther@hnee.de
http://www.waldwelten.de

 

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Eberswalde

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